Kommt mit dem neuen Impfstoff des US-Herstellers Novavax neuer Schwung in die Impfkampagne gegen das Coronavirus? Sachsen ist nach wie vor Schlusslicht bei den Impfquoten in Deutschland. Nur 61,9 Prozent sind hier laut RKI (Stand: 19.01.2022) vollständig geimpft. Eine Auffrischungsimpfung haben 38,3 Prozent bekommen. Die Frage ist nun, ob der neue Impfstoff von Novavax jene, die einer Impfung skeptisch gegenüber stehen, umstimmen kann – und wann er verfügbar ist in Sachsen.

Lauterbach zur Lieferung von Novavax: Beginn der Impfung im Februar?

Die Impfungen mit dem neuen Präparat von Novavax sollen in Deutschland voraussichtlich Ende Februar starten können. Die erste Lieferung von 1,75 Millionen Dosen soll ab dem 21. Februar zur Verfügung stehen, wie Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) mit Verweis auf Firmenangaben sagte. Genaue Termine für weitere 3,25 Millionen Dosen, die gekauft wurden, stünden noch nicht fest. Er hoffe auf Lieferung noch im Februar. Lauterbach erläuterte, das Präparat, das „quasi ein Totimpfstoff“ sei, solle denjenigen besonders zur Verfügung stehen, die diese Art der Impfung bevorzugten. Er selbst könne die Wertigkeit für Omikron nicht gut einschätzen. Er gehe aber davon aus, dass der Impfstoff gut wirke.

Nuvaxovid von Novavax in EU zugelassen

Das Mittel Nuvaxovid von Novavax wurde kürzlich als fünfter Corona-Impfstoff in der EU zugelassen. Zwei Dosen werden im Abstand von etwa drei Wochen gespritzt. Es handelt sich um einen Proteinimpfstoff – er basiert also auf einer anderen Technologie als die bisher verfügbaren Corona-Präparate. Die Effektivität zum Schutz vor symptomatischen Infektionen wurde von der EU-Arzneimittelbehörde EMA mit rund 90 Prozent angegeben. Experten wiesen darauf hin, dass man über den neuen Impfstoff noch nicht so viel wisse wie über die anderen Präparate, die bereits länger breit angewendet werden.

Wann gibt es Novavax in Sachsen?

Wann genau Novavax auch in Sachsen verimpft werden kann, ist derzeit noch unklar. Noch Ende des neuen Jahres hatten die Verantwortlichen im Freistaat gehofft, das bereits im Januar mit dem neuen Impfstoff gearbeitet werden kann. Gesundheitsministerin Petra Köpping setzt auf den Novavax-Impfstoff, um Skeptiker doch noch für eine Impfung gegen Corona zu gewinnen. Die Politikerin sagte noch kurz vor Silvester: „Sachsen hat für Januar 180.000 Dosen bestellt von Novavax. Ich hoffe, dass dann diejenigen, die an dem mRNA-Impfstoff Zweifel haben oder was auch immer ihre Gründe sind, sich mit diesem Impfstoff impfen lassen“, sagte Köpping. Doch so schnell wird es nun doch nicht.
 Als erstes deutsches Bundesland hat am Dienstag Rheinland-Pfalz Details zum Impftermin mit dem neuen Präparat veröffentlicht. Hier können sich die Menschen ab dem kommenden Montag (24.1.) für eine Impfung mit Novavax registrieren lassen. Das sagte der rheinland-pfälzische Gesundheitsminister Clemens Hoch (SPD) dem SWR.

Novavax gegen die Impfskepsis im Osten?

Vor einigen Wochen hatte Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) die Hoffnung geäußert, dass nach der Zulassung von Novavax in Ostdeutschland die Impfzurückhaltung sinkt. Bisher nicht geimpfte Bürger könnten sich jetzt entscheiden, „ob sie sich wirklich gemein machen wollen mit Gewalt und Einschüchterungen und ob sie echte Alternativen haben möchten zu den bisherigen Impfstoffen. Wer wirklich ein anderes Impfmittel wollte, bekommt mit Novavax endlich ein neues Angebot“, erklärte Ramelow. Der Linke-Politiker appellierte an die Bürger, sich impfen zu lassen.