Landtagswahl 2024
: Bürger gehen in Sachsen und Thüringen auf die Straße

In Sachsen und Thüringen werden am kommenden Sonntag (1.9.24) die Landtage gewählt. Im Vorfeld gibt es Demos gegen rechts und für die Demokratie.
Von
dpa
Erfurt/Leipzig/Dresden
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Teilnehmer einer Demonstration gegen Rechtsextremismus und für Demokratie stehen auf dem Theaterplatz vor der Bühne und halten ein Schild mit der Aufschrift „Zusammen gegen Faschismus“. Die Organisatoren wollen mit der Demo unter dem Motto «Wir sind die Brandmauer» eine Woche vor der Landtagswahl ein Zeichen zur Verteidigung der Demokratie setzen. +++ dpa-Bildfunk +++

Die Thüringen-Wahl und Sachsen-Wahl 2024 stehen an: Teilnehmer einer Demonstration gegen Rechtsextremismus und für Demokratie stehen am 25. August 2024 auf dem Theaterplatz vor der Bühne und halten ein Schild mit der Aufschrift „Zusammen gegen Faschismus“. Die Organisatoren wollen mit der Demo unter dem Motto «Wir sind die Brandmauer» eine Woche vor der Landtagswahl ein Zeichen zur Verteidigung der Demokratie setzen.

Sebastian Kahnert/dpa

Eine Woche vor den Landtagswahlen 2024 in Sachsen und Thüringen sind dort Tausende Menschen gegen Rechtsextremismus und für eine starke Demokratie auf die Straße gegangen. In Leipzig und Dresden (Sachsen) sprachen die Organisatoren jeweils von 11.000 Teilnehmern und Teilnehmerinnen, Augenzeugen schätzten die Zahl etwas geringer ein. Die Polizei nannte zunächst keine Teilnehmerzahlen. In Erfurt (Thüringen) kamen nach Angaben der Polizei 4.500 Menschen zusammen. In Sachsen und Thüringen werden am kommenden Sonntag die Landtage gewählt.

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In Dresden hatte das Aktionsbündnis „Wir sind die Brandmauer Dresden“ gemeinsam mit dem Bündnis „Herz statt Hetze“ zu einer Kundgebung auf dem Theaterplatz aufgerufen. Anschließend zogen die Teilnehmer mit Transparenten, Plakaten und Fahnen durch die Stadt.

Veranstalter: Zivilgesellschaftliches Zeichen setzen 

Ziel war es, am Wochenende vor den Landtagswahlen ein starkes zivilgesellschaftliches Zeichen zu setzen und aufzurufen, für demokratische Parteien zu stimmen, teilten die Veranstalter mit. „Die rechtsextremen Erfolge bei der Europawahl sowie Gewalt gegen Wahlkampf- und Plakatier-Teams in ganz Sachsen zeigen deutlich, dass wir aktiv unsere Demokratie verteidigen müssen“, hieß es. In Leipzig formierten sich drei Kundgebungen zu einem Demonstrationszug durch die Innenstadt. Er stand unter dem Motto „Hand in Hand für Demokratie und Menschenrechte“.

Auch in Erfurt wollten die Organisatoren mit ihrer Demonstration ein Zeichen gegen einen Rechtsruck in Deutschland und einen möglichen Wahlerfolg der AfD bei den anstehenden Wahlen setzen. Dazu aufgerufen hatten unter anderem das Bündnis „Auf die Plätze“, der Deutsche Gewerkschaftsbund und ein Kulturverein.

In Thüringen steht die AfD seit Wochen mit deutlichem Abstand auf Platz eins in den Wahlumfragen. Für Sachsen hatten die Umfragen zuletzt ein Kopf-an-Kopf-Rennen von AfD und CDU prognostiziert. Der Verfassungsschutz in Sachsen und in Thüringen stuft die Partei in beiden Ländern jeweils als gesichert rechtsextrem ein.

Buchenwald-Leiter: „Diese Leute sind Nazis“

In Erfurt (Thüringen) sprach der Direktor der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora, Jens-Christian Wagner, bei der Kundgebung. Er warf der AfD in Erfurt mit Verweis auf mehrere Aussagen von Spitzenvertretern der Partei aus der Vergangenheit vor, die nationalsozialistische Geschichte Deutschlands nicht nur zu relativieren. Inzwischen stellten AfD-Vertreter auch regelmäßig positive Bezüge zum Nationalsozialismus her. „Diese Leute sind Nazis“, sagte Wagner. Trotz aller Versuche, sich als bürgerlich-konservative Kraft darzustellen, sei die AfD eine völkische und nationalistische Partei.