Erdbeben in Sachsen: Erde bebt im Vogtland – mehrere Erdstöße bei Klingenthal

Der Seismologe Siegfried Wendt vom Geophysikalischen Observatorium der Universität Leipzig zeigt die seismographischen Aufzeichnungen eines Erbebens in Sachsen im Jahr 2010. Jetzt hat es im Vogtland erneut drei leichte Beben gegeben.
Jan Woitas/dpa- Erdbeben im Vogtland: Drei Beben der Stärke 2,5, 2,1 und 1,8 wurden in Klingenthal gemessen.
- Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie informiert: Neue aktive Phase des Erdbebenschwarms.
- Seit März 2024: Rund 2000 Beben, 16 davon über 2,0 und spürbar.
- Keine Schäden bekannt, Erdbebenherd in elf Kilometern Tiefe.
- Starke Stürme überdeckt Beben; viele Menschen nahmen sie nicht wahr.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Im Vogtland in Sachsen hat erneut die Erde gebebt. In Klingenthal seien am Donnerstagmorgen (2. Januar 2025) drei Beben mit einer Stärke von 2,5, 2,1 und 1,8 auf der Richterskala gemessen worden. Darüber informierte das Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie mit Sitz in Dresden.
„Diese Beben markieren möglicherweise nach längerer Pause eine neue aktive Phase des Erdbebenschwarms, der am 18. März 2024 begonnen hat“, teilt die Behörde weiter mit.
Seither habe es in der Region etwa 2000 Beben in dem Schwarm gegeben. 16 davon hätten den Wert von 2,0 überschritten und seien damit potenziell spürbar gewesen. Konkrete Vorhersagen zum weiteren Verlauf des Erdbebenschwarms ließen sich nicht treffen, so die Behörde.
Zum Vergleich: Das letzte größere Beben am 18. Oktober 2024 in der Lausitz hatte eine Stärke von 3,1. Betroffene berichteten damals, dass „Teller und Tassen im Schrank klapperten“, oder Häuser spürbar gewackelt hätten.
Sturm überdeckt Erdbeben im Vogtland
Bei Beben wie jetzt im Vogtland treten in der Regel keine Schäden auf. Auch am Donnerstag seien keine Schäden bekanntgeworden, erklärte eine Sprecherin auf Nachfrage. Der Erdbebenherd liege in etwa elf Kilometern Tiefe und sei damit global gesehen sehr flach. Die Beben seien aus diesem Grund auch bei geringen Magnituden meist spürbar.
So wären die aktuellen Beben normalerweise in einem Umkreis von 30 bis 50 Kilometern wahrzunehmen gewesen, hieß es. Wegen des Sturmes zur selben Zeit hätten viele Menschen davon aber wohl nichts mitbekommen. Denn die Beben seien vom allgemeinen Sturmgetöse nicht zu unterscheiden gewesen.
Sogenannte Schwarmbeben, die in rascher Folge die Erde erschüttern, sind typisch für das Vogtland. Die stärksten Beben gab es in der Region Mitte der 1980er-Jahre. Damals erreichten sie eine Stärke von 4,6. Schornsteine fielen ein.
Was war das stärkste Erdbeben, das je gemessen wurde?
Das heftigste bisher auf der Erde gemessene Beben hatte eine Magnitude von 9,5 und ereignete sich im Jahr 1960 in Chile. Das Beben an der Südküste ging als Großes Chile-Erdbeben oder das Erdbeben von Valdivia in die Geschichte ein.
Damals schoben sich zwei Kontinentalplatten um mehr als 30 Meter gegeneinander. Innerhalb von nur zehn Minuten legte diese freigesetzte Energie ganze Städte in Trümmer. Dabei kamen 1655 Menschen ums Leben. Zudem löste das Beben einen Tsunami aus, der danach in Japan 130 Menschen und auf Hawaii 61 Menschen tötete.
Welche Erdbebenstärke hat welche Folgen?
● Stärke 1 bis 2: schwaches Beben, das nur Messinstrumente wahrnehmen
● Stärke 3: Beben können ganz leicht gespürt werden, bleiben meist ohne Folge
● Stärke 4 bis 5: leichtes bis mittelstarkes Beben, das erste Schäden an Häusern und Straßen verursacht, das Beben ist zu spüren.
● Stärke 6: starkes Beben mit Todesopfern, schwere Schäden an Gebäuden und Straßen
● Stärke 7: sehr starkes Beben, in weiten Gebieten stürzen Häuser ein, viele Tote
● Stärke 8: Beben mit Verwüstung im Umkreis Hunderter Kilometer, sehr viele Tote
● Stärke 9,0 bis 9,9: extrem groß, Zerstörung in Bereichen von tausend Kilometern, in bewohnten Gebieten mehrere tausend Tote.
● Stärker als 10: globale Katastrophe, wurde noch nie registriert
