Erdbeben in Brandenburg
: Beben bei Herzberg mit Stärke von 3,2 – Lampen wackeln

Ein Erdbeben hat die Einwohner in Kreis Elbe-Elster (Brandenburg) aufgeschreckt. Das Epizentrum lag zwischen Herzberg und Doberlug-Kirchhain.
Von
Sven Hering,
dpa
Herzberg
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Mit einem Seismografen wird die Stärke von Erdbeben aufgezeichnet. Wie oft bebt in Deutschland die Erde und welche Regionen sind besonders betroffen? Hier gibt es alle Infos.

Der Seismograph der Erdbebenwarte Bensberg in Bergisch-Gladbach hat das Erdbeben vom Donnerstagabend (08.09.2011) aufgezeichnet, Foto vom 09.09.2011. Ein Erdbeben der Stärke 4,4 hat viele Menschen im Westen Deutschlands aufgeschreckt. Verletzt wurde ersten Erkenntnissen zufolge aber niemand. Foto: Oliver Berg dpa/lnw ++ +++ dpa-Bildfunk +++

Mit einem Seismografen wird die Stärke von Erdbeben aufgezeichnet. Für den Raum Herzberg wurde am Freitag ein Wert von 3,2 gemessen.

Oliver Berg/dpa
  • Ein Erdbeben der Stärke 3,2 erschütterte Herzberg am Freitagmittag.
  • Das Epizentrum lag zwischen Herzberg und Doberlug-Kirchhain.
  • Zwei Zeugen aus Herzberg meldeten das Ereignis auf erdbebennews.de.
  • Lampen wackelten und Bewohner spürten die Erschütterungen.
  • Ein früheres Beben in Herzberg mit Stärke 0,9 verursachte keine Schäden.
  • Das Beben am Freitag ereignete sich in 21,2 km Tiefe.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Im Raum Herzberg (Landkreis Elbe-Elster) hat sich am Freitagmittag (18. Oktober) ein Erdbeben ereignet. Das geht aus Daten des Thüringer Landesamtes für Umwelt, Bergbau und Naturschutz hervor. Demnach wurde um 12.50 Uhr eine Erschütterung mit einer Stärke von 3,2 registriert. Das Epizentrum lag zwischen den Städten Herzberg und Doberlug-Kirchhain.

Jens Skapski, Betreiber der Seite erdbebennews.de, bestätigt auf Nachfrage das Ereignis. Aus Herzberg hätten sich zwei Zeugen bei ihm gemeldet. In Brandenburg seien mit dem Ereignis am Freitag insgesamt erst sieben Erdbeben registriert worden. „Deshalb dürften viele bei der Erschütterung auch nicht an ein Beben gedacht haben“, erklärt er.

Physiker Klaus Stammler vom Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) in Hannover sagte, dass das Beben ungewöhnlich war. „Das war an einer Stelle, wo es bisher keine beobachtete Seismität gab“, sagte er.

Insgesamt sieben Erdbeben in Brandenburg

In den sozialen Netzwerken gab es zahlreiche Hinweise. „Ich habe auch erst gedacht, dass ein Lkw oder was anderes vorbeigefahren ist. Das ganze Haus hat gewackelt“, schreibt ein User. „Ich hab hier in Herzberg gedacht, dass eine Planierraupe am Haus vorbeifährt, aber mein Mann hat gespürt, dass der Fußboden wackelt. Er war in der Stube und ich in der Küche“, so die Beobachtung einer anderen Nutzerin.

Alle Lampen haben im Geschäft in Herzberg gewackelt

Ein Mitarbeiter eines Großhandels in Herzberg erklärt gegenüber unserer Zeitung: „Wir haben im Pausenraum gesessen, plötzlich haben wir die Vibrationen bemerkt. Alle Lampen bei uns haben gewackelt“.

Erst vor wenigen Wochen war in Herzberg schon einmal ein Beben registriert worden, damals aber mit einer Stärke von 0,9. Über mögliche Schäden ist bislang nichts bekannt. Laut Aufzeichnung des Thüringer Landesamtes hat sich das Beben in einer Tiefe von 21,2 Kilometer ereignet. Jens Skapski erklärt: „Deshalb haben sich die Erschütterungen im Rahmen gehalten.“ Allerdings sei es nicht auszuschließen, dass sich dadurch in ohnehin schon baufälligen Gebäuden zusätzliche Risse gebildet haben.

Hier lag das Epizentrum des Erdbebens

Stadtchronik von Herzberg listet Erdbeben mit Schäden auf

Laut Herzberger Stadtchronik hatte es im Jahr 1483 schon einmal ein stärkeres Erdbeben gegeben. Damals sei ein Stadtbrand ausgebrochen, zudem sei der Kirchturm geborsten.