Sachsen zählt deutschlandweit noch immer zu den Bundesländern, die im Vergleich am stärksten von Corona betroffen sind. Prozentual hat der Freistaat mit einer Infektionsrate von knapp 16 Prozent den mit Abstand höchsten Wert aller 16 Länder. Bei der Letalitäts- oder Todesrate, also der Todeszahl durch Infktionen, belegt das Land mit einem Wert von knapp zwei Rang zwei hinter Thüringen. Und bei der Inzidenz rangiert das Land in den Top drei mit einem Wert jenseits der 300.
Die Landesregierung von Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) fährt daher bereits seit Wochen einen harten Corona-Kurs mit strikten Regeln. Doch wie sehen diese nach Weihnachten und vor Silvester aus, da Deutschland insgesamt in einen „Lockdown light“ geht?

Corona-Regeln in Sachsen: Das Update für den Start ins neue Jahr 2022

  • Private Treffen: Bei den Treffen von bis zu zehn Geimpften und Genesenen werden im Freistaat Kinder unter 16 Jahren nicht mitgezählt. Sobald eine ungeimpfte Person dabei ist, sind Zusammenkünfte nur zwischen einem Hausstand und einem weiteren Menschen erlaubt.
  • FFP2-Maskenpflicht: In geschlossenen öffentlichen Einrichtungen und bei körpernahen Dienstleistungen müssen FFP2-Masken getragen werden.
  • Beerdigungen: An Beerdigungen dürfen maximal 20 Personen mit 3G-Nachweis teilnehmen.
  • Ausgangssperre: Seit November gilt eine nächtliche Ausgangssperre für besonders betroffene Corona-Hotspots.
  • Kultureinrichtungen: Clubs, Bars, Theater und andere Kultureinrichtungen bleiben zum Jahreswechsel geschlossen. Restaurants und andere gastronomische Betriebe dürfen mit der 2G-Regel (geimpft oder genesen) öffnen, jedoch weiterhin nur zwischen 6.00 und 20.00 Uhr. In geschlossenen Räumen wie etwa Läden sowie in Bussen, Bahnen und Taxis ist das Tragen einer FFP2-Maske Pflicht.

    Eine Diskokugel dreht sich in einem Club und reflektiert das einfallende Licht der Scheinwerfer und Lampen. Clubs, Diskotheken, Bars - sie alle müssen in Sachsen an Silvester geschlossen bleiben.
    Eine Diskokugel dreht sich in einem Club und reflektiert das einfallende Licht der Scheinwerfer und Lampen. Clubs, Diskotheken, Bars - sie alle müssen in Sachsen an Silvester geschlossen bleiben.
    © Foto: DPA

Corona in Sachsen: Diese Regeln hat die Landesregierung beschlossen

Welche Regeln gelten laut aktueller Verordnung in Sachsen mit Blick auf private Feiern? Hier gibt es den Überblick:

Corona-Regeln für private Feiern

Laut aktuell geltener Verordnung sind für private Zusammenkünfte im öffentlichen oder privaten Raum, an denen mindestens eine nicht geimpfte oder nicht genesene Person teilnimmt, auf den eigenen Haushalt sowie höchstens eine Person eines weiteren Haushaltes beschränkt. Kinder bis zur Vollendung des 16. Lebensjahres sowie persönliche Assistenten der Menschen mit Behinderungen sind hiervon ausgenommen. Ehegatten, Lebenspartner und Partnerinnen oder Partner einer nichtehelichen Lebensgemeinschaft gelten als ein Haushalt, auch wenn sie keinen gemeinsamen Wohnsitz haben. An privaten Zusammenkünften, an denen ausschließlich geimpfte und genesene Personen teilnehmen, dürfen höchstens 20 Personen teilnehmen.

Maskenpflicht im öffentlichen Raum

Eine Mund-Nasen-Bedeckung soll in Sachsen getragen werden, wenn sich Menschen im öffentlichen Raum unter freiem Himmel begegnen, ohne dass der Mindestabstand von 1,5 Metern eingehalten wird, soweit in dieser Verordnung nichts anderes geregelt ist. Kinder bis zur Vollendung des 6. Lebensjahres sind von der Maskenpflicht befreit.

Welche Regeln gelten beim Einkaufen in Sachsen?

Im Handel besteht die Pflicht zur Vorlage eines Impf- oder Genesenennachweises (2G-Regel) und zur Kontrolle der jeweiligen Nachweise durch den Betreiber für den Zugang zu Einzel- und Großhandelsgeschäften. Zulässig ist die Öffnung für Publikumsverkehr täglich zwischen 6 Uhr und 20 Uhr. Die 2G-Regel gelten nicht nicht für den Zugang zu Lebensmittelhandel, Tierbedarf, Getränkemärkte, Apotheken, Drogerien, Sanitätshäuser, Babyfachmärkte, Orthopädieschuhtechniker, Optiker, Hörgeräteakustiker, Ladengeschäfte des Zeitungsverkaufs, Tankstellen und Großhandel für Gewerbetreibende.
 Polizisten und ein Rettungssanitäter stehen in der Silvesternacht 2020/21 an einer Kreuzung. Auch in diesem Jahr will die Polizei das in Sachsen verhängte Böllerverbot auf öffentlichen Plätzen konsequent durchsetzen.
Polizisten und ein Rettungssanitäter stehen in der Silvesternacht 2020/21 an einer Kreuzung. Auch in diesem Jahr will die Polizei das in Sachsen verhängte Böllerverbot auf öffentlichen Plätzen konsequent durchsetzen.
© Foto: Sebastian Willnow/DPA

Ausgangssperre – Was gilt aktuell in Sachsen?

Überschreitet die Anzahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen (Sieben-Tage-Inzidenz) in einem Landkreis oder einer Kreisfreien Stadt den Schwellenwert von 1000, gilt ab dem nächsten Tag zwischen 22 Uhr und 6 Uhr des Folgetages eine Ausgangsbeschränkung. Das Verlassen der Unterkunft ist in dieser Zeit nur aus den folgenden triftigen Gründen zulässig:
  • 1. die Abwendung einer Gefahr für Leib, Leben, Kindeswohl und Eigentum,
  • 2. die Jagd zur Prävention der Afrikanischen Schweinepest,
  • 3. die Ausübung beruflicher, hochschulischer oder schulischer Tätigkeiten und kommunalpolitischer Funktionen,
  • 4. die Wahrnehmung des notwendigen Lieferverkehrs, einschließlich Brief- und Versandhandel,
  • 5. Fahrten von Feuerwehr-, Polizei-, Rettungs- oder Katastrophenschutzkräften zum jeweiligen Stützpunkt oder Einsatzort,
  • 6. der Besuch von Ehe- und Lebenspartnern sowie von Partnern von Lebensgemeinschaften, hilfsbedürftigen Menschen, Kranken oder Menschen mit Einschränkungen und die Wahrnehmung des Sorge- und Umgangsrechts im jeweiligen privaten Bereich,
  • 7. die Inanspruchnahme medizinischer, psychosozialer und veterinärmedizinischer Versorgungsleistungen sowie der Besuch Angehöriger der Heil- und Gesundheitsberufe, soweit dies medizinisch erforderlich ist oder im Rahmen einer erforderlichen seelsorgerischen Betreuung,
  • 8. die Begleitung von unterstützungsbedürftigen Personen und Minderjährigen,
  • 9. die Begleitung Sterbender im engsten Familienkreis,
  • 10. unabdingbare Handlungen zur Versorgung von Tieren und
  • 11. vom 24. Dezember 2021 bis 26. Dezember 2021 sowie vom 31. Dezember 2021 bis 1. Januar 2022 zur Teilnahme an Gottesdiensten.

Zum Jahresstart zum Friseur – welche Regeln gelten in Sachsen?

Wer geimpft oder genesen ist, darf in Sachsen zum Friseur gehen. Anders sieht es jedoch bei sogenannten körpernahen Dienstleistungen aus, die nicht medizinischen, therapeutischen, pflegerischen, heilpädagogischen oder seelsorgerischen Zwecken dienen. Diese bleiben untersagt.


Was gilt für Gaststätten in Sachsen?

In Gaststätten und Restaurants im Freistaat besteht die Pflicht zur Vorlage eines Impf- oder Genesenennachweises, zur Kontrolle der jeweiligen Nachweise durch den Betreiber oder Veranstalter und zur Kontakterfassung für den Zugang zu Gastronomiebetrieben. Zulässig ist die Öffnung für Publikumsverkehr täglich zwischen 6.00 Uhr und 20.00 Uhr. Überschreitet die Anzahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen (Sieben-Tage-Inzidenz) in einem Landkreis oder einer Kreisfreien Stadt den Schwellenwert von 1500 ab dem 13. Dezember 2021 an drei aufeinanderfolgenden Tagen, ist ab dem nächsten Tag die Öffnung von Gastronomiebetrieben untersagt. Maßgeblich für die Sieben-Tage-Inzidenz sind die unter https://www.rki.de/inzidenzen durch das Robert Koch-Institut im Internet veröffentlichten Zahlen.

Sind Hotels und Pensionen derzeit geöffnet?

Nein. In der aktuell geltenden Verordnung in Sachsen heißt es: Die Durchführung, Öffnung oder Überlassung zu touristischen Zwecken von
  • 1. kommerziellen und gewerblichen Reisen,
  • 2. Bus- und Bahnfahrten, auch im Gelegenheits- sowie Linienverkehr,
  • 3. Beherbergungen,
  • 4. Camping- und Caravaningplätzen für Publikumsverkehr und
  • 5. Ferienwohnungen ist untersagt.

Wie lange gilt die aktuelle Corona-Verodnung in Sachsen?

Die aktuelle Verordnung im Kampf gegen das Coronavirus gilt in Sachsen bis zum Sonntag, 9. Januar 2022. Bereits am 7. Januar soll es eine neue Bund-Länder-Konferenz geben, bei der Kanzler Olaf Scholz (SPD) und die Ministerpräsidenten über das weitere Vorgehen in der Corona-Pandemie beraten.