Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) will nach dem 14. Februar Lockerungen durchsetzen, wenn es verantwortbar sei. Dies sagte Kretschmer der Zeitung Welt. Demnach sieht Kretschmer Lockerungsbedarf zunächst in Schulen und Friseurläden. "Im März können wir dann über den Einzelhandel sprechen. Und nach Ostern auch über die Gastronomie", sagte Kretschmer.
Damit könnte Sachsen zum Vorreiter nach dem strikten Lockdown werden. Auch in Brandenburg gibt es ähnliche Forderungen aus der Wirtschaft. Eine Mittelstandsinitiative in Cottbus, unterstützt von der Handwerkskammer und der Industrie- und Handelskammer Cottbus, fordert ab Februar die Öffnung aller Einzelhandelsbetriebe. Die Initiative schlägt außerdem einen Runden Tisch vor. An diesem sollen Mediziner, Behörden und Unternehmer beraten, wie Gesundheitsschutz und Wirtschaftsbelange unter einen Hut gebracht werden können.
In Sachsen hatte sich Regierungschef Kretschmer bereits am 13. Januar in der Welt für Corona-Lockerungen ausgesprochen. Man überlege einen Stufenplan für Lockerungen, sagte er damals, und: „Aus meiner Sicht muss es mit den körpernahen Dienstleistungen, den Friseuren, den Kosmetikern, auch im Februar wieder weitergehen.“

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Dabei sei das Tragen einer FFP2-Maske – so wie in den sächsischen Pflegeheimen vorgeschrieben – vorstellbar, sagte Sachsens Regierungschef weiter. „Es ist klar, dass eine FFP2-Maske mehr Schutz bietet als der einfache Mund-Nasen-Schutz.“
Zugleich hat sich Sachsens Regierungschef nun allerdings auch gegen zu zügige Lockerungen ausgesprochen. Hintergrund: Die Corona-Neuinfektionen in Sachsen sind noch immer sehr hoch, das Bundesland ist mit am meisten von Corona betroffen.
Mit Blick auf Tschechien hatte Kretschmer außerdem die weniger rigide Corona-Politik des Nachbarlands kritisiert. "Wir haben ein unterschiedliches Agieren in den Mitgliedstaaten der EU. Die Voraussetzung für offene Grenzen ist aber ein gemeinsames Verständnis darüber, wie man gegen die Pandemie vorgeht“, sagte der Regierungschef der Welt weiter.

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Der Christdemokrat störte sich demnach etwa daran, dass im Nachbarland alle Geschäfte wieder öffneten, während in Dresden drastische Maßnahmen beschlossen würden. Deshalb habe Sachsen eine Testpflicht für Pendler aus Tschechien und Polen eingeführt.
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Cottbus

Laut sächsischer Staatskanzlei dürfen Grenzpendler aus Tschechien künftig nur noch einreisen, wenn sie einen negativen Test vorlegen oder einen Arbeitsplatz im Freistaat nachweisen und sich vor Arbeitsantritt im Betrieb testen lassen. Am Freitagabend stufte die Bundesregierung Tschechien als Hochrisikogebiet mit verschärften Einreiseregeln ein.
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