Das bundesweite Bündnis „Alle Dörfer bleiben“ hat einen Brief an die sächsische CDU, SPD und Grünen verschickt, in dem es eine Bestandsgarantie für die drei von der Abbaggerung bedrohten Dörfer in Sachsen fordert. Die Parteien haben sich im Sondierungsergebnis für die neue sächsische Regierung zwar darauf geeinigt, das Dorf Pödelwitz (Grotzsch/Mitteldeutsches Kohlerevier bei Leipzig) erhalten zu wollen. Für die Dörfer Mühlrose (Kreis Görlitz/Lausitzer Revier) und Obertitz (Leipzig) fehlt diese Sicherheit jedoch. Das Bündnis kritisiert zudem, dass der langsame Kohleausstieg in Sachsen die deutschen Klimaziele unerreichbar mache.

Eindringlicher Appell aus Mühlrose

„Wir möchten in Mühlrose wohnen bleiben und werden unser Zuhause nicht aufgeben. In der Öffentlichkeit wird das jedoch totgeschwiegen. Es kann doch nicht sein, dass in Deutschland immer noch Dörfer vernichtet werden, um Braunkohle zu fördern – und das obwohl die Leag nicht einmal eine Genehmigung für die bergbauliche Inanspruchnahme unseres Dorfes hat“, sagt Günter Zech aus Mühlrose in der Lausitz.

Franziska Knauer aus Pödelwitz im Leipziger Land ergänzt: „Wir sind zwar froh, dass es nun so aussieht, dass Pödelwitz bleiben wird. Doch wenn Deutschland die Klimakrise weiter mit der Braunkohle anheizt, verlieren wir über kurz oder lang alle unsere Lebensgrundlagen. Die Parteien verschleppen den nötigen schnellen Kohleausstieg entgegen aller Warnungen der Wissenschaft.“

Ausgleich für den Investitionsstau

„Alle Dörfer bleiben“ fordert auch Mittel für einen selbstbestimmten Strukturwandel in den Braunkohleregionen. In den letzten Jahrzehnten seien kaum Investitionen in die bedrohten Dörfer geflossen, das gelte es nun auszugleichen. Zugleich müsse den Anwohnenden die Kontrolle über ihre Orte zurückgegeben werden.

Alle Dörfer Bleiben!“ ist ein bundesweites Bündnis, in dem sich Betroffene aller Braunkohle-Regionen und Aktive aus der Klimagerechtigkeitsbewegung gemeinsam gegen Zwangsumsiedlung und Klimazerstörung einsetzen.