Brand in Großröhrsdorf
: Feuer war Brandstiftung – Verdächtiger sitzt in Haft

Eine Woche lang wurde nach der Ursache für das verheerende Feuer in der Stadtkirche Großröhrsdorf gesucht. Jetzt steht fest: Es war Brandstiftung. Ein Verdächtiger sitzt in Haft.
Von
dpa
Großröhrsdorf
Jetzt in der App anhören

´ Die Ruine der evangelischen Stadtkirche in Großröhrsdorf nach einem Brand. Das Feuer in der barocken Kirche im Landkreis Bautzen war in der Nacht zum 4. August 2023 ausgebrochen und hatte den Dachstuhl, das Kirchenschiff und Teile des Glockenturms zerstört.

Sebastian Kahnert

Das verheerende Feuer in der Stadtkirche Großröhrsdorf (Landkreis Bautzen) ist nach Angaben der Polizei durch Brandstiftung ausgelöst worden. Ein 40-Jähriger sei als Tatverdächtiger gefasst worden, teilte die Polizei am Samstag (12. August 2023) mit. Der Mann habe die Tat gestanden. Gegen ihn sei ein Haftbefehl erlassen worden. Das Feuer hatte die Barockkirche in der Kleinstadt rund 25 Kilometer östlich von Dresden in der Nacht zum 4. August schwer verwüstet.

Brandspezialisten der Polizei hatten mit Unterstützung von Helfern und einem weiteren Sachverständigen eine Woche intensiv nach der Ursache des Feuers gesucht. Im Ergebnis könne ein technischer Defekt ausgeschlossen werden. „Es muss von einer Brandstiftung ausgegangen werden“, teilte die Polizei mit.

Tatverdächtiger in Haft

Durch Zeugenbefragungen hätten sich im Laufe der Ermittlungen Hinweise auf „mögliche Tatbeteiligte“ ergeben. Schließlich habe sich der Fokus auf den 40-Jährigen gerichtet. Die Polizei gehe von einem einzelnen Täter aus, sagte ein Sprecher. Der mutmaßliche Brandstifter sei in eine Justizvollzugsanstalt gebracht worden. Wie genau er das Feuer gelegt hat, sei noch Gegenstand der Ermittlungen.

Die Kirche ist nach dem Brand nur noch eine Ruine. Die Flammen zerstörten Dachstuhl, Kirchenschiff und einen Teil des 50 Meter hohen Glockenturms. Viele historische Kunstschätze und Architekturteile sind verloren, darunter Taufstein und -schale, Kanzel, Orgel, Emporen sowie eine Nachbildung des Altars der Leipziger Thomaskirche.

Kirche auf Spenden angewiesen

Die Gemeinde erhält viel Solidarität. Bis Ende der Woche waren bereits mehr als 150.000 Euro an Spenden eingegangen. Nach Angaben des Landeskirchenamtes hatte das Gebäude eine Brandversicherung, es sei aber noch nicht klar, ob diese greife. „Auch wenn wir eine Versicherungssumme erhalten, haben wir schon jetzt Ausgaben, die davon nicht gedeckt sind“, erklärte das Landeskirchenamt. Man sei daher weiter auf Spenden angewiesen.