In Sachsen steigt die Nachfrage nach Booster-Impfungen sprunghaft an. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums haben sich bis Ende November deutlich mehr als 200 000 Menschen die Auffrischungsimpfung geben lassen. Laut des Robert Koch-Institutes in Berlin waren in Sachsen mit Stand Dienstag, 07.12.2021 erst 61,2 Prozent der Menschen einmal und 58,5 Prozent doppelt geimpft. Das sind bundesweit die schlechtesten Werte. Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) zufolge haben inzwischen knapp zwölf Prozent der Menschen im Alter ab 60 eine Booster-Impfung erhalten. Sachsen hatte als erstes Bundesland ab 1. November eine solche Auffrischung für alle ab 18 Jahre angeboten.
  • Wo bekomme ich eine Booster-Impfung in Sachsen?
  • Mobiles Impfteam, Hausärztin oder Krankenhaus – wo gibt es am schnellsten die erste, zweite oder dritte Impfung gegen Corona?
  • Was muss ich wissen, wenn ich einen Impftermin buchen möchte?
  • Gibt es den digitalen Impfnachweis auch für die Booster-Impfung?

Impfzentrum oder Hausarzt? Hier gibt es Termine für die Corona-Impfung

Die Sächsische Staatsregierung schreibt auf ihrer Website, dass hauptsächlich die niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte Corona-Impfungen verabreichen sollen. Die Kassenärztliche Vereinigung Sachsen hat eine Liste aller Arztpraxen im Bundesland veröffentlicht, die Impfungen gegen das Virus anbieten. Eine weitere Möglichkeit ist die App Impf-Finder, über die ebenfalls Impftermine gebucht werden können.
Fachärzte und Betriebsärzte verabreichen ebenfalls Corona-Impfstoff. Wie in anderen Bundesländern auch werden regelmäßig Sonder-Impfaktionen organisiert. Auch viele Krankenhäuser sind in die Impfkampagne eingebunden. Welche Kliniken dabei sind, könnt ihr hier auf dieser Karte sehen.

Feste Impfstützpunkte in Sachsen: Anmeldung zur Corona-Impfung – so geht’s

In Sachsen wurden wieder feste Impfstützpunkte eingerichtet. Wer sich dort gegen das Coronavirus impfen lassen möchte, muss sich auf einem Serviceportal anmelden. Zuerst muss man seine Kontaktdaten angeben, bevor man ein Impfzentrum auswählen und dann einen Termin buchen kann.

Corona-Impfung in der Apotheke – ist das in Sachsen möglich?

Die sächsischen Apotheken sind grundsätzlich zum Impfen bereit. „Wenn wir in dieser aktuell sehr ernsten Lage dazu beitragen können, dass mehr Menschen durch die Corona-Impfung geschützt sind, sind wir natürlich dazu bereit, unsere ärztlichen Kollegen weitergehend zu unterstützen und auch in den Apotheken kurzzeitig Impfungen anzubieten“, erklärte die Geschäftsführung der Sächsischen Apothekerverbandes am Freitag auf Anfrage. Allerdings müssten dafür die rechtlichen Grundlagen geschaffen werden und eine medizinische Schulung des Impfpersonals erfolgen.

Dresden

Zudem werde man wegen der hohen Arbeitsbelastung durch Bürgertestung, Verteilung der Impfstoffe und durch die Pandemie bedingte Personalengpässe dieses Angebot nicht flächendeckend machen können, hieß es. „Weshalb wir die Booster-Impfung in den Apotheken nur als zusätzliches Angebot mit einem für die Vorbereitung notwendigen zeitlichen Vorlauf sehen.“

Impftaxi Dresden fährt zum Impfzentrum an der Messe

In Dresden können Personen ab 70 Jahre wieder mit dem Taxi zur Impfung in das Impfzentrum in der Messe fahren. Wie die Stadt Dresden am Freitag mitteilte, ist ein Eigenanteil von zehn Euro pro Strecke zu zahlen, die Differenz der Fahrtkosten übernimmt die Stadt. Für Dresden-Pass-Inhaber, die älter als 70 sind, werden die Kosten komplett übernommen. Die Fahrt können Einzelpersonen oder Paare eines Hausstandes mit Wohnsitz in Dresden beanspruchen. Zusätzlich kann eine Begleitperson mitgenommen werden.
„Gerade im Winter bei Glätte und kalten Temperaturen ist die sichere Fahrt mit dem Impftaxi von "Tür zu Tür" sinnvoll, damit ältere Menschen die für sie so wichtige Corona-Schutzimpfung wahrnehmen können“, sagte Dresdens Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) laut Mitteilung von Freitag.
Impftaxis können bei der Dresdner Taxigenossenschaft täglich zwischen 8.00 Uhr und 16.00 Uhr unter der Rufnummer 0351/211211 gebucht werden. Das Impfzentrum Dresden hat montags bis samstags von 10.00 Uhr bis 18.00 Uhr geöffnet. In dem Impfzentrum werden sowohl Erst- und Zweitimpfungen als auch Auffrischungsimpfungen angeboten. Impftermine können ab dem heutigen Freitag von 13.00 Uhr an unter sachsen.impfterminvergabe.de gebucht werden.

Das sagt die Impfkommission zur Corona-Impfung für Kinder

Die Sächsische Impfkommission (SIKO) empfiehlt die Corona-Schutzimpfung für Kinder von fünf bis elf Jahren, wenn diese einer Risikogruppe angehören oder Kontakt zu Risikopatienten haben. Für die übrigen Kinder gilt, dass ihnen die Impfung auf eigenen Wunsch hin nicht verwehrt werden solle, teilte die Kommission am Dienstag mit. Diese Empfehlung gilt ab Mittwoch.
Die SIKO begründete ihre noch zurückhaltende Position damit, dass die Frage nach seltenen unerwünschten Nebenwirkungen der Impfung in dieser Altersgruppe noch nicht ausreichend beantwortet werden kann. Dafür sei die untersuchte Gruppe von 1500 Kindern zu klein gewesen. Die sächsische Empfehlung geht dennoch über den Stand der bundesweiten Ständigen Impfkommission (STIKO) hinaus, die zu den Kindern unter zwölf Jahren noch keine Entscheidung getroffen hat.

Lockdown in Sachsen? Was die SPD fordert

Die sächsische SPD hat einen weitreichenden Lockdown im Freistaat gefordert, um die Corona-Pandemie unter Kontrolle zu bekommen. Der Bund müsse schnellstmöglich die Voraussetzungen schaffen, einen solchen Lockdown zu verhängen und auch durchzusetzen, verlangte Parteichef Henning Homann am Dienstag, 30.11.. Die Kontrollen müssten weiter ausgebaut werden, um „das systematische Unterlaufen der Regeln durch eine kleine, aber gefährliche Minderheit zu unterbinden“.
„Das Gesundheitssystem ist überlastet, die Infektionszahlen erreichen jeden Tag neue Höchstwerte, die Zahl der Todesfälle nimmt rapide zu. Offensichtlich reichen die bisher ergriffenen Maßnahmen des Wellenbrechers nicht aus, auch weil sie nicht konsequent durchgesetzt werden“, erklärte Homann. Nur mit der Impfung werde man die Pandemie überwinden, ergänzte die Parteivorsitzende Kathrin Michel. „Eine Pandemiebekämpfung nach Kassenlage darf es nicht geben. Wir sprechen uns zudem für die Einführung einer zunächst einrichtungsbezogenen Impfpflicht aus.“
Zum Brechen der Welle seien jetzt Einschränkungen für alle Menschen in Sachsen notwendig, hieß es weiter. Es sei aber klar, dass es fortan eine konsequente und weitreichende Anwendung der 2G-Regelung geben müsse, bis die Pandemie wirklich vorüber ist. „Nur wer geimpft oder genesen ist, wird unter weitreichender Anwendung von 2G bzw. 2G plus am öffentlichen Leben teilhaben können.“