Bombe an Carolabrücke in Dresden: Entschärfung erfolgreich – Sperrkreis aufgehoben

Mitarbeiter der Kampfmittelbeseitigung (KMBD) verladen nach der Entschärfung die Weltkriegsbombe an der Fundstelle auf der Baustraße für den Abriss der Carolabrücke in Dresden in eine Baggerschaufel.
Robert Michael/dpa- In Dresden wurde bei Abrissarbeiten der eingestürzten Carolabrücke eine 250 kg Weltkriegsbombe gefunden.
- Am Donnerstag, 8. Januar, müssen 10.000 Menschen im 1000 Meter Umkreis evakuiert werden.
- Notunterkünfte und Shuttlebusse werden bereitgestellt; Anwohner sollen den Bereich bis 9 Uhr verlassen.
- Der Fundort liegt zentral in Dresden; erhebliche Verkehrsbehinderungen sind zu erwarten.
- Schulen und Museen im Evakuierungsbereich bleiben geschlossen.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Bei Abrissarbeiten der Carolabrücke in Dresden ist am Mittwoch (8. Januar) eine Bombe in der Elbe gefunden worden. Die Bombe ist am Donnerstag (9. Januar) gegen 13 Uhr vor Ort entschärft worden, die Polizei gab gegen 13.10 Uhr Entwarnung. Wie Polizeisprecher mitteilt Marko Laske, habe die Entschärfung ein „glückliches Ende“ gefunden. Polizei und Feuerwehr dankten den Dresdnerinnen und Dresdnern. Dass diese die Sperrzone rund um den Fundort eigenständig verlassen hätten, habe den Einsatz vereinfacht. Ein Sirenensignal ertönte knapp eine halbe Stunde nach der Entschärfung - damit gilt der Evakuierungsbereich als freigegeben.
Von der Entschärfung der Weltkriegsbombe waren rund 10.000 Menschen betroffen. Das sagte ein Sprecher der Feuerwehr. Mitgerechnet sind Anwohner ebenso wie Touristen und Menschen, die in der Innenstadt arbeiten. Auch das Rathaus, die Polizeidirektion selbst und etwa die Staatskanzlei mussten evakuiert werden. Alle Menschen innerhalb von einem Radius von etwa 1000 Metern um den Fundort waren aufgefordert, den Bereich am Donnerstag um 9 Uhr zu verlassen.
Sowohl die Sächsische Staatskanzlei als auch der Landtag, die Polizeidirektion Dresden und zahlreiche Museen, Hotels und Geschäfte mussten geräumt werden.
Evakuierung in Dresden abgeschlossen
Die Evakuierung im Bereich der Dresdner Carolabrücke zur Vorbereitung der Bombenentschärfung ist laut Polizei abgeschlossen. Einsatzkräfte hatten die Sperrzone kontrolliert und keine Personen mehr vorgefunden. Auch ein Hubschrauber mit Kamera und Wärmebildkamera war im Einsatz. Letzte Krankentransporte hätten den Bereich verlassen, die Einsatzkräfte versammelten sich ebenfalls außerhalb der Sperrzone. Damit könne die Entschärfung der Bombe nun beginnen.
Insgesamt sind 600 Polizeibeamte sowie Einsatzkräfte der Feuerwehr waren bei der Evakuierung Einsatz, sagte Polizeisprecher Marko Laske.
Notunterkunft und Shuttlebusse in Dresden
„Wir stellen uns auf etwa bis zu 500 Menschen ein“, erklärte Michael Klahre, Sprecher der Dresdner Feuerwehr. Es stünden insgesamt 50 Betten sowie eine Mittagsversorgung und Getränke bereit. Da unklar ist, wie lange die Entschärfung der Bombe dauern wird, seien die Einsatzkräfte auf einen ganztägigen Einsatz vorbereitet. Allerdings sei die Zahl der Menschen, die eine Unterkunft suchen, erfahrungsgemäß nicht allzu groß. Da es sich um einen regulären Arbeitstag handelt, seien viele Menschen bei der Arbeit. Bis zur Mittagszeit kamen nach Angaben der Feuerwehr knapp 300 Menschen in die Messehallen im Ostragehege.
Die Stadt Dresden hat ab 7 Uhr eine Notunterkunft in der Messe eingerichtet; Shuttlebusse bringen die Menschen bei Bedarf hin. Wer den Bereich nicht ohne Unterstützung verlassen kann, ist gebeten, sich an das Bürgertelefon der Stadt Dresden zu wenden. Dieses ist den Angaben zufolge bis Mittwochmitternacht und ab Donnerstagfrüh um 6 Uhr unter der Rufnummer 0351 4887666 erreichbar.
Der Sperrbezirk umfasst große Teile des Dresdner Stadtzentrums, auch die historische Altstadt ist betroffen. Laut Angaben der Polizei erstreckt er sich zwischen Albertplatz, Palaisplatz, Bernhard-von-Lindenau-Platz, Postplatz, Dippoldiswalder Platz weiter über den Georgplatz, die Marschnerstraße sowie die Weintraubenstraße. Im Verlauf des Donnerstagmorgens werden demnach alle Zufahrten und Zugänge gesperrt.
Webseite der Stadt Dresden nicht erreichbar
Derzeit gibt es Probleme mit dem Abruf der Homepage der Stadt Dresden. Dort informiert die Landeshauptstadt auch über die aktuelle Lage rund um die geplante Entschärfung der Weltkriegsbombe. Auch diverse interne Systeme seien nicht erreichbar, so die Stadt. „Wir arbeiten mit Hochdruck an der Beseitigung des Problems“, teilte die Stadt auf ihrem WhatsApp-Kanal mit. Feuerwehr und Bürgertelefon seien aber weiterhin erreichbar, hieß es.
250 Kilogramm schwere Fliegerbombe bei Abriss entdeckt
An der im September 2024 teilweise eingestürzten Carolabrücke laufen seit Monaten Abrissarbeiten. Dabei war am Mittwochmorgen die 250 Kilogramm schwere Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg in der Elbe entdeckt worden. Für den Abriss der Spannbetonbrücke wurde von der Dresdner Altstadtseite eine Baustraße in den Fluss aufgeschüttet. In diesem Bereich wurde der Blindgänger gefunden.
Der Kampfmittelbeseitigungsdienst hatte nach einer Begutachtung vor Ort entschieden, dass eine Entschärfung notwendig ist. Der Bagger, der auf der Baustraße im Einsatz ist, habe die Bombe bewegt, sagte ein Polizeisprecher. Sie liegt nun eingewickelt auf den Steinen neben dem Fahrzeug. Dort bleibt sie bis zur Entschärfung.
„Wir haben in Dresden natürlich schon ein bisschen Erfahrung mit dem Entschärfen von Weltkriegsbomben“, sagte Polizeisprecher Thomas Geithner. Diesmal sei die Situation jedoch etwas anders, da der Fundort der Bombe außergewöhnlich zentral liege. „Das ist quasi das Herz von Dresden, was morgen abgeschnitten sein wird.“ Auch die Polizeidirektion selbst muss ihr Hauptgebäude verlassen.
Anwohner müssen mit Verkehrsbehinderungen rechnen
Für Donnerstag wird dementsprechend mit erheblichen Verkehrsbehinderungen gerechnet: Im Sperrkreis liegen auch die Augustus- und die Albertbrücke, die beidseitig der Carolabrücke über die Elbe führen. Direkt nach dem Fund sperrte die Polizei bereits den unmittelbaren Bereich am Terrassenufer, wo Ausflugsschiffsfahrten starten.
Schulen und Kindertagesstätten, die sind im Evakuierungsbereich befinden, bleiben am Donnerstag geschlossen genauso wie Museen der Staatlichen Kunstsammlungen.
Pflegeheime müssten nicht komplett evakuiert werden, sagte der Sprecher der Dresdner Feuerwehr, Michael Klahre. Dort werde „luftschutzmäßiges Verhalten“ angewendet. Die Menschen müssen sich demnach im Gebäude auf der von der Fundstelle abgewandten Seite aufhalten. Dieses Vorgehen sei mit dem zuständigen Sprengmeister festgelegt worden.
Die Mitarbeiter der Ministerien und der Staatskanzlei werden den Angaben zufolge im Homeoffice arbeiten. Bis zur Freigabe durch die Polizei ist keine Gebäudenutzung möglich, wie Regierungssprecher Ralph Schreiber mitteilte. Im Justizzentrum in der Nähe mit Landgericht und Staatsanwaltschaft finden am Donnerstag keine Verhandlungen statt.
Sirenen am Donnerstagmorgen und Meldungen per Warn-App
Damit die Informationen zu den Evakuierungsmaßnahmen möglichst alle Betroffenen, zu denen neben Dresdnerinnen und Dresdnern beispielsweise auch zahlreiche Touristen zählen, erreichen, gibt es laut Feuerwehrsprecher Klahre Meldungen per Warn-App. Am Donnerstag um 7 Uhr sollen im betroffenen Gebiet zudem die Sirenen ertönen.

Bagger sind auf der Altstädter Elbseite am eingestürzten Brückenzug der Carolabrücke mit dem Bau einer Baustraße und dem Abriss beschäftigt, im Hintergrund ist die historische Altstadt zu sehen. Der westliche Brückenstrang mit Straßenbahngleisen, Rad- und Fußweg brach in der Nacht zum 11. September 2024 aus bisher unbekannten Gründen ein.
Robert Michael/dpaEin Teil der Dresdner Carolabrücke war in der Nacht zum 11. September 2024 überraschend eingestürzt. Menschen kamen nicht zu Schaden. Als Hauptgrund gilt eine durch Feuchtigkeit ausgelöste Spannungsrisskorrosion. Die im Jahr 1971 fertiggestellte Brücke muss nun komplett abgerissen werden.



