Amok in Bischofswerda: Tatverdächtiger wollte offenbar Schule anzünden und liegt im Koma

Tragödie in Bischofswerda: Ein Mitarbeiter der Notfallseelsorge steht auf dem Schulhof der Grund- und Oberschule. Ein mit einem Messer bewaffneter Schüler hatte dort einen acht Jahre alten Jungen schwer verletzt.
Sebastian Kahnert/dpaNach der Bluttat an einer Schule im ostsächsischen Bischschofswerda, bei der ein Junge mit einem Messer verletzt wurde, hat die Polizei am Donnerstag (24. August) ihre Ermittlungen zur Tat fortgesetzt.
Nach ersten Erkenntnissen soll der verletzte Drittklässler den 16-jährigen Täter überrascht haben. Daraufhin soll es zu dem Messerangriff gekommen sein. Es liegen zudem erste Hinweise vor, dass der Beschuldigte die Schule möglicherweise in Brand setzen wollte. Das teilt die Polizeidirektion Görlitz mit. Die genauen Umstände zur Tat und zum Motiv müssen noch abschließend geklärt werden.
Tatverdächtiger in Bischofswerda liegt im Koma
Beide Jungen befinden sich weiterhin in medizinischer Behandlung. Nach derzeitigem Stand ist der Geschädigte in einem stabilen Zustand. Aufgrund seiner schweren Verletzungen liegt der Tatverdächtige im Koma und ist daher nicht vernehmungsfähig.
Nachdem er den Drittklässler mit dem Messer attackiert hatte, soll er sich selbst angezündet haben. Die Ermittlungen laufen weiterhin auf Hochtouren, heißt es seitens der Polizei. Der Unterricht an der Schule soll laut Deutscher Presseagentur am Freitag – zunächst mit den Klassenleiterstunden – fortgesetzt werden.
Suizid-Gefahr: Wie Sie Hilfe finden
Es gibt rund um die Uhr Hilfsangebote für Menschen, die sich in vermeintlich ausweglosen Situationen befinden. Hier finden Sie eine Übersicht der Rufnummern. Auch Online-Beratungsmöglichkeiten sind hier aufgeführt.
Wenn Sie sich selbst mit dem Gedanken der Selbsttötung tragen, können Sie zum Beispiel die Telefonnummer der Telefonseelsorge wählen. Der Anruf ist gebührenfrei.
Sie erreichen die Telefonseelsorge unter der Telefonnummer 0800/1110111 oder der Telefonnummer 0800/1110222.
Sie können sich auch per E-Mail an die Telefonseelsorge wenden. Dazu ist eine Registrierung auf der Website der Telefonseelsorge notwendig und Sie geben Ihre E-Mail-Adresse an. Die Telefonseelsorge weist darauf hin, dass Ihre Mailadresse in keinem Fall veröffentlicht wird und auch nicht von den Seelsorgern gesehen werden kann.
Zum E-Mail-Formular der Telefonseelsorge: online.telefonseelsorge.de/registrierung Mit einer solchen Registrierung per E-Mail ist auch eine Chatberatung bei der Telefonseelsorge möglich: online.telefonseelsorge.de
Eine Übersicht und Listen mit weiteren Beratungsangeboten führt die Deutsche Gesellschaft für Suizidprävention auf ihrer Website:
www.suizidprophylaxe.de
Für Kinder, Jugendliche oder deren Eltern gibt es besondere Hilfsangebote. Nummer gegen Kummer e.V. ist Mitglied im Deutschen Kinderschutzbund und hat zwei telefonische Beratungsangebote eingerichtet: das Kinder- und Jugendtelefon und das Elterntelefon. Die Hilfsangebote sind kostenlos, anonym und vertraulich.
Das Kinder- und Jugendtelefon ist unter der gebührenfreien Rufnummer 0800/1110333 montags bis samstags von 14 bis 20 Uhr zu erreichen. Das Elterntelefon ist unter der gebührenfreien Rufnummer 0800/1110550 von montags bis freitags, 9 bis 11 Uhr, sowie dienstags und donnerstags, 17 bis 19 Uhr, zu erreichen.
