• Um die Impfquote bundesweit zu erhöhen wird zunehmend über Einschränkungen insbesondere für Ungeimpfte diskutiert
  • In vielen Bundesländern greifen sogenannte 2G-Regeln schon
  • In Sachsen reicht ein negativer Corona-Test oftmals – aber nicht immer
  • In Sachsen soll eine neue Corona-Schutzverordnung bald in Kraft treten
  • Wie hoch ist die Impfquote in Ostdeutschland?

Was bedeutet 2G? Regel für Geimpfte, Genesene und Getestete

Von der 3G-Regel ist bereits seit längerer Zeit die Rede. Die drei „G“ stehen dabei für geimpft, genesen, getestet. Das bezieht sich darauf, dass diesen Gruppen etwa der Zutritt zu Gastronomie und Veranstaltungen gewährt wird. Unter „2G“ versteht man währenddessen nur „geimpft oder genesen“: Das bedeutet, dass Ungeimpfte bei der 2G-Regel ausgeschlossen sind. Selbst mit einem negativen Corona-Test (“getestet“) würden sie im Rahmen der 2G-Regelung an bestimmten Bereichen des öffentlichen Lebens nicht teilhaben können.

Kamenz

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hält die in Hamburg eingeführte 2G-Option für Geimpfte und Genesene für diskussionswürdig. Bund und Länder hätten sich zwar auf das 3G-Modell, also die gleiche Behandlung von Geimpften, Genesenen und Getesteten verständigt, sagte Spahn im „Abendblatt“-Podcast. „Ich finde aber den Ansatz des Hamburger Senats auch nicht so unklug, zu sagen: 3G gilt grundsätzlich, aber bei 2G kann man auf bestimmte Schutzmaßnahmen verzichten.“

Lockdown durch 2G-Regel verhindern?

Angesichts wieder steigender Infektionszahlen hat der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach striktere Corona-Maßnahmen ab Herbst gefordert. „Wenn die Zahlen weiter so steigen, müssen wir vermehrt 2G einführen - je früher, desto besser“, sagte er dem Portal "Business Insider" mit Bezug auf Geimpfte oder Genesene. Nur so sei es möglich, die Infektionskurve zu senken.
Einen weiteren Lockdown halte ich nicht für notwendig“, sagte Lauterbach weiter. „Die einzige Frage ist, wann und wo kommt 2G. Anders kriegt man die Zahlen nicht nach unten.“ Besonders bei Clubs, Restaurants und Kneipen müssten die Vorgaben strenger werden.

2G in Sachsen: Das gilt aktuell für Ungeimpfte

Die aktuelle Corona-Verordnung des Landes Sachsen gilt bis zum 22. September. Für Ungeimpfte wird es demnach erst dann ungemütlich, wenn die sogenannte „Überlastungsstufe“ erreicht ist. Konkret bedeutet das:
  • Sind mehr als 1300 Normalbetten oder 420 Intensivbetten in Sachsen mit Corona-Patienten belegt, gilt die Überlastungsstufe
  • In Einrichtungen, bei Großveranstaltungen und in der Gastronomie reicht dann kein negativer Test mehr. Zutritt wird nur noch Genesenen und Geimpften gewährt.
  • In manchen Fällen kann ein PCR-Test als Nachweis gelten. Details können hier nachgelesen werden.
  • Aktuell (Stand 13.09.2021) sind in Sachsen 36 Intensivbetten mit Covid-19-Patienten belegt.

Neue Schutzverordnung: Sachsen berät über 2G

Die neue Corona-Schutzverordnung für Sachsen soll am 23. September 2021 in Kraft treten. Damit einhergehen soll die Einführung eines Optionsmodells für eine 2G-Regelung. Veranstalter und Gastronomen könnten dann selbst entscheiden, ob sie ausschließlich Geimpfte und Genesene als Gäste akzeptieren. Das Abstandsgebot und die Maskenpflicht würden für die Gäste dann entfallen. Für Ungeimpfte würde die Einführung der 2G-Regel allerdings stärkere Einschränkungen bedeuten. Selbst mit einem negativen Corona-Test würden sie im Rahmen der 2G-Regelung an bestimmten Bereichen des öffentlichen Lebens nicht teilhaben können.

2G in Deutschland: Wo gilt die Regel schon?

In manchen Bundesländern wurden bereits schärfere Maßnahmen für Ungeimpfte beschlossen. In Hamburg wurde Ende August das 2G-Optionsmodell eingeführt: Veranstalter können demnach selbst entscheiden, ob ihnen ein negativer Corona-Test ausreicht oder nicht.
In Rheinland-Pfalz gilt die 2G-Plus-Regel: Laut Verordnung gibt es drei neue Warnstufen, die sich aus der Sieben-Tage-Inzidenz, dem Sieben-Tage-Hospitalisierungswert und dem Anteil der mit Covid-19-Erkrankungen belegten Intensivbetten zusammensetzen. Generell dürfen sich maximal 25 ungeimpfte Menschen im öffentlichen Raum aufhalten. Bei Erreichen der Warnstufe zwei reduziert sich die Zahl auf zehn, bei Warnstufe drei auf fünf. An Veranstaltungen in geschlossenen Räumen dürfen bis zu 250 getestete Ungeimpfte teilnehmen. Auch diese Zahl reduziert sich beim Erreichen der Warnstufen zwei und drei.
In Berlin gilt die 2G-Regel für Clubs, Saunen, Dampfbäder und Thermen. Für die Gastronomie und die Hotellerie gilt das Modell ebenfalls seit dem 14.09.2021.
In Baden-Württemberg kommen bald die strengsten Einschränkungen für Ungeimpfte: Bei eintreffen der sogenannten „Alarmstufe“ (390 belegte Intensivbetten) werden Menschen, die ein Impfangebot bisher abgelehnt haben, weitgehend aus dem öffentlichen Leben ausgeschlossen.
In Sachsen-Anhalt soll ab der kommenden Woche die 2G-Regel in der Gastronomie und Hotellerie eingeführt werden. Restaurants und Hotels könnten also auf Abstandsregeln verzichten, dürften mehr Menschen einlassen – aber nur Genesene und Geimpfte. Die 2G-Regel soll optional sein.
In Brandenburg wurde das 2G-Optionsmodell diese Woche eingeführt. Auch hier gilt es zunächst für die Veranstaltungsbranche und für Gastronomie und Hotellerie. Näheres zu den Plänen in Brandenburg gibt es hier:

Impfquote in Ostdeutschland: Wie steht der Osten da?

In den ostdeutschen Bundesländern ist die Zahl der Geimpften im Bundesvergleich am niedrigsten. Die höchste Quote hat das Land Bremen mit 72,4 Prozent. Nach Angaben des RKI vom 14.09.2021 sieht es im Osten folgendermaßen aus:
  • Berlin: 62,2 Prozent vollständig geimpft
  • Mecklenburg-Vorpommern: 60,8 Prozent vollständig geimpft
  • Sachsen-Anhalt: 59,2 Prozent
  • Thüringen: 57,3 Prozent vollständig geimpft
  • Brandenburg: 56,4 Prozent vollständig geimpft
  • Sachsen: 53,2 vollständig geimpft