Springer-Meeting in Cottbus
: Siegerin Levchenko sendet emotionalen Gruß in die Ukraine

Hochspringern Yulia Levchenko sorgt für emotionalen Augenblick beim Springer-Meeting in der Lausitz-Arena in Cottbus. Der Wettbewerb der Stabhochspringer endet kurios mit einem Grinsen.
Von
Jan Lehmann
Cottbus
Jetzt in der App anhören
22, Internationales Springermeeting in Cottbus, 28.01.2025: SiegerinYulia Levchenko (UKR; Hochsprung Frauen)

Die Ukrainerin Yulia Levchenko holte sich den Sieg im Hochsprung der Frauen beim 22. Internationalen Springer-Meeting in Cottbus und sendete dann einen emotionalen Gruß in ihr Heimatland.

Steffen Beyer
  • Levchenko gewinnt Hochsprung in Cottbus mit 1,94 m und sendet Gruß in die Ukraine.
  • Sie berichtet von Kälte, fehlender Heizung und Strom; hofft, Menschen zu inspirieren.
  • Stabhochsprung: Vloon und Obiena teilen Siegprämie, beide 5,77 m, Stechen bei 5,84 m gescheitert.
  • Meeting-Direktor zufrieden: starke Leistungen, Herren dreimal 5,77 m, Damen Zwei-Meter-Versuche.
  • Onnen wird Zweite mit 1,91 m; Honsel sagt verletzt ab; nächste Wettkämpfe u. a. in Caen.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Den Augenblick beim Siegerinterview nutzte Yulia Levchenko aus der Ukraine für eine Herzensangelegenheit. Die 28-Jährige bedankte sich beim Publikum des 22. Internationalen Springer-Meetings in Cottbus für die Unterstützung und sendete zudem einen Gruß in ihre Heimat. Levchenko verdeutlichte, wie sehr der russische Angriffskrieg ihre Landsleute leiden lässt. „Wir erleben in der Ukraine schlechte Zeiten. Es ist kalt im Winter, minus 12 Grad. Wir haben keine Heizung, keine Elektrizität, also kämpfen wir jeden Tag“, so die Hochspringerin.

Im dritten Versuch hatte Levchenko die Latte bei 1,94 Meter überquert und sich so gegen die beste deutsche Springerin Imke Onnen durchgesetzt. „Ich hoffe, dass mein Sieg die ukrainischen Menschen inspiriert, um stark zu bleiben“, so Levchenko kämpferisch.

Ihr Statement war der Gänsehautmoment beim Meeting in Cottbus – den kuriosesten Augenblick gab es wenig später bei den Stabhochspringern. Da debattierten der Niederländer Menno Vloon und Ernest Obiena von den Philippinen schulterzuckend, wie denn nun der Wettbewerb vor den 2000 Zuschauern in der ausverkauften Lausitz-Arena weitergehen soll?

22, Internationales Springermeeting in Cottbus, 28.01.2025: Sieger Menno Vloon (NED, Stabhochsprung Männer, l.) und Sieger Ernest Obiena (PHL, Stabhochsprung Männer)

22, Internationales Springermeeting in Cottbus, 28.01.2025: Sieger Menno Vloon (NED, Stabhochsprung Männer, l.) und Sieger Ernest Obiena (PHL, Stabhochsprung Männer)

Steffen Beyer

Verzicht auf Entscheidungsspringen bringt Doppelsieg

Beide Springer hatten im Stechen um den Meeting-Sieg die 5,84 Meter nicht geschafft. Laut Regularien hätte der Ausscheidungswettkampf jetzt so fortgeführt werden müssen, indem die Latte um fünf Zentimeter tiefer gesetzt wird. Also in etwa wie wenn beim Elfmeterschießen im Fußball nach jedem Fehlversuch die Distanz zum Tor verkürzt würde. Die beiden Athleten schauten sich grinsend in die Augen, gaben sich die Hand und entschieden: Die Siegprämie von 2000 Euro wird geteilt.

Ein geteilter Sieg, das war ein Novum in Cottbus. Damit konnte auch Meeting-Direktor Robert Sammler gut leben. Der 39-Jährige erklärte zufrieden: „Die beiden freuen sich zusammen, daran kann nichts verkehrt sein.“ Der Meeting-Chef, der im zweiten Jahr in der Verantwortung steht, zog ein positives erstes Fazit: „Ich bin gerade einfach unfassbar glücklich. Ein Jahr der Vorbereitung liegt jetzt hinter uns und es war wirklich so ein toller Abend. Wir hatten eine tolle Stimmung und haben wunderbare  Leistungen erlebt. Bei den Herren gab es drei Sprünge über 5,77 Meter. Bei den Damen haben wir Zwei-Meter-Versuche gesehen.“

Aus Südafrika direkt nach Cottbus

An den zwei Metern scheiterte Siegerin Yulia Levchenko noch deutlich. Insgesamt war den Hochspringerinnen und Stabhochspringern anzumerken, dass sie gerade erst in die neue Saison starten. Wie beispielsweise Imke Onnen, die nach ihrem zweiten Platz mit 1,91 Metern strahlte: „Es war mein erster Wettkampf. Ich bin 20 Stunden angereist aus Südafrika, aus dem Trainingslager. Ich glaube, ich kann sehr, sehr zufrieden mit dem Saison-Einstieg sein“, so die 31-Jährige. Kleiner Wermutstropfen: Vorjahressiegerin Christina Honsel hatte kurzfristig abgesagt. Die vierfache deutsche Meisterin konnte aufgrund einer Verletzung nicht starten und schickte Video-Grüße aus Dortmund in die Halle.

Cottbus ist für die Athletinnen und Athleten der Start in eine lange Saison. Bereits im März stehen die Hallen-Weltmeisterschaften in Torun (Polen) an. Im August stehen die Freiluft-Europameisterschaften in Birmingham (Großbritannien) im Kalender. Zuvor sammeln die Sportler bei weiteren Meetings Wettkampfpraxis und auch ein bisschen Geld ein. Für etliche der Stabhochspringer bedeutete das bereits am Mittwochabend kurz nach Mitternacht in Cottbus: Stäbe einpacken, es geht weiter nach Frankreich. Dort wartet im 1300 Kilometer entfernten Caen der nächste Wettkampf.

22, Internationales Springermeeting in Cottbus, 28.01.2025: Imke Onnen (GER, Hochsprung Frauen),

Imke Onnen landete mit 1,91 Metern auf Rang zwei im Hochsprung. 2000 Zuschauer in der ausverkauften Lausitz-Arena erlebten einen stimmungsvollen Abend.

Steffen Beyer

Hochsprung der Frauen

1. Yuliia Levchenko (Ukraine) 1,94 m

2. Imke Onnen (Deutschland) 1,91 m

3. Bianca Stichling (Deutschland) 1,88 m

4. Lia Apostolovski (Slowenien) 1,84 m

4. Johanna Göring (Deutschland) 1,84 m

6. Kristina Ovchinnikova (Kasachstan) 1,80 m

7. Heta Tuuri (Finnland) 1,80 m

Stabhochsprung der Männer

1. Menno Vloon (Niederlande) 5,77 m

1. Ernest John Obiena (Philippinen) 5,77 m

3. Sam Kendricks (USA) 5,77 m

4. Oleksandr Onufriyev (Ukraine) 5,70 m

5. Bo Kanda Lita Baehre (Deutschland) 5,70 m

6. Torben Blech (Deutschland) 5,70 m

7. Piotr Lisek (Polen) 5,50 m

8. Ioannis Rizos (Griechenland) –