Regionalliga
: Spitzenreiter in Bayern verzichtet auf Aufstieg - das sind die Folgen

Der Aufstieg in die 3. Liga ist ein umstrittenes Thema. Nun verzichtet der Tabellenführer der Regionalliga Bayern auf den möglichen Aufstieg. Was sind die Folgen?
Von
Brian Schmidt
Berlin
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RLNO Altglienicke - Lok Leipzig 2025/26: Fussball, Herren, Saison 2025/2026, Regionalliga Nordost (19. Spieltag), VSG Altglienicke - 1. FC Lokomotive Leipzig, v.l. Luc Elsner (Lok Leipzig), Laurin von Piechowski (Lok Leipzig), Alexander Siebeck (Lok Leipzig), Linus Zimmer (Lok Leipzig), Jubel nach Abpfiff, 12.12. 2025, Foto: Sebastian Räppold / Matthias Koch

In dieser Saison spielt der Meister der Regionalliga Nordost gegen den Meister der Regionalliga Bayern in der Relegation um den Aufstieg in die 3. Liga. Nach jetzigem Stand würde demnach der 1. FC Lokomotive Leipzig auf die U23 des 1. FC Nürnberg treffen – doch die Franken wollen gar nicht aufsteigen.

Sebastian Räppold/Matthias Koch
  • U23 des 1. FC Nürnberg verzichtet als Tabellenführer der RL Bayern auf Aufstieg.
  • Gründe: Infrastruktur, Wirtschaftlichkeit, Ausbildungskonzept, Kaderkosten.
  • Folge: In der Relegation tritt der Zweite aus Bayern statt des Meisters an.
  • Aktuell: SpVgg Unterhaching Zweiter, punktgleich mit Würzburger Kickers.
  • Nordost: Stand jetzt 1. FC Lok Leipzig vorn; Debatte um Aufstiegsregeln wird heißer.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Der Aufstieg in die 3. Liga sorgt seit Monaten für hitzige Diskussionen. Zahlreiche Vereine aus den fünf Regionalligen haben sich zuletzt zusammengeschlossen und fordern eine grundlegende Reform der Aufstiegsregelung. Ihr gemeinsames Motto: „Meister müssen aufsteigen.“ Gefordert werden entweder vier Regionalligen mit vier festen Aufsteigern oder – als Kompromiss – fünf Aufsteiger aus fünf Staffeln. Hintergrund ist die seit Jahren kritisierte Ungleichbehandlung der Ligen.

Aktuell gilt folgende Regelung: Die Meister der Regionalligen West und Südwest steigen direkt in die 3. Liga auf. Ein weiterer direkter Aufstiegsplatz rotiert zwischen den Staffeln Nordost, Nord und Bayern. Die beiden verbleibenden Meister dieser drei Ligen ermitteln den vierten Aufsteiger in einer Relegation. In dieser Saison bedeutet das: Der Meister der Regionalliga Nordost trifft auf den Meister der Regionalliga Bayern.

U23 des 1. FC Nürnberg nennt Gründe für den Verzicht

Doch genau hier kommt Bewegung in das ohnehin umstrittene System. Die U23 des 1. FC Nürnberg, aktueller Tabellenführer der Regionalliga Bayern, hat offiziell erklärt, auf einen möglichen Aufstieg zu verzichten. Die Entscheidung wurde bereits der Mannschaft und dem DFB mitgeteilt. Als Gründe nennt der Klub infrastrukturelle und wirtschaftliche Aspekte sowie das bestehende Ausbildungskonzept.

„Ein Aufstieg in die dritte Liga hätte auf mehrere Bereiche weitreichende Implikationen gehabt“, erklärte Sportvorstand Joti Chatzialexiou. Die Heimspiele hätten nicht mehr auf dem Max-Morlock-Platz ausgetragen werden können, stattdessen wäre eine zusätzliche Spielstätte nötig gewesen. Eine wirtschaftliche Machbarkeitsanalyse habe ergeben, dass Investitionen im Umland notwendig gewesen wären, um die Anforderungen der 3. Liga zu erfüllen. Auch steigende Kaderkosten seien ein Faktor gewesen. „Unser Ausbildungskonzept funktioniert in der Regionalliga sehr gut – dieses werden wir weiterführen“, so Chatzialexiou.

Unterhaching oder Würzburg profitieren vom Aufstiegsverzicht

Der Verzicht hat direkte sportliche Folgen. In der Relegation würde nun nicht der Meister aus Bayern antreten, sondern der Zweitplatzierte. Aktuell belegt die SpVgg Unterhaching diesen Rang, punktgleich mit den Würzburger Kickers auf Platz drei.

Eines dieser beiden Teams würde also auf den Meister aus dem Nordosten treffen, welcher nach aktuellem Stand der 1. FC Lokomotive Leipzig ist. Im Vorjahr verloren die Sachsen die Relegation bereits gegen den TSV Havelse aus der Nord-Staffel. Aber Lok Leipzig hat einige Verfolger. Carl Zeiss Jena hat nur fünf Punkte Rückstand bei einem Spiel weniger. Rot-Weiß Erfurt hat neun Punkte Rückstand auf die Leipziger. Der Nordosten darf sich erst in der kommenden Saison wieder über einen Direktaufstieg freuen.

Der derzeitige Vierte in der Regionalliga Bayern, der FV Illertissen, hat ebenfalls signalisiert, kein Interesse am Aufstieg zu haben. Der Nürnberger Verzicht dürfte die Grundsatzdebatte um die Aufstiegsregelung weiter anheizen. Kritiker sehen sich bestätigt: Wenn selbst sportlich qualifizierte Meister aus wirtschaftlichen oder strukturellen Gründen passen müssen, stellt sich die Frage nach der Sinnhaftigkeit des aktuellen Systems umso dringlicher. Die Diskussion um eine faire und einheitliche Lösung dürfte damit neue Dynamik bekommen.

Die Tabelle der Regionalliga Nordost

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