Aufstieg 3. Liga
: Lok Leipzig scheitert in Havelse – faire Geste nach Abpfiff

Lok Leipzig hat den Aufstieg in die 3. Liga verpasst. Im Rückspiel der Relegation beim TSV Havelse verloren die Sachsen mit 0:3. Die Niederlage hat Auswirkungen auf den gesamten Fußball-Osten.
Von
Hubertus Rößler
Havelse
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TSV Havelse - 1. FC Lokomotive Leipzig

Während Spieler und Fans des TSV Havelse den Aufstieg in die 3. Liga feiern, sind die Spieler des 1. FC Lok Leipzig untröstlich.

David Inderlied/dpa
  • Lok Leipzig verpasst den Aufstieg in die 3. Liga nach 0:3-Niederlage gegen TSV Havelse.
  • Bitterer Rückschlag für Leipzig nach über 25 Jahren ohne Profi-Fußball.
  • Florian Riedel fordert Applaus für Leipziger nach dem Spiel.
  • Debatte über Aufstieg in die 3. Liga im November beim DFB-Bundestag.
  • Relegationsspiel endet mit Platzverweisen und emotionalen Momenten.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Bitterer Nachmittag für den Fußball-Osten: Der 1. FC Lok Leipzig hat die Rückkehr in den Profi-Fußball nach über 25 Jahren verpasst. Der Meister der Regionalliga Nordost verlor das Relegationsrückspiel beim TSV Havelse am Sonntagnachmittag mit 0:3 (0:0, 0:0) nach Verlängerung und muss somit den Niedersachsen den letzten Platz in der 3. Liga überlassen, die dort unter anderem auf Energie Cottbus, Hansa Rostock und Erzgebirge Aue treffen.

Vor 2.300 Fans schossen Julius Düker (95.), Marko Ilic (110.) und Lorenzo Paldino (113.) die Tore. Leipzigs Tobias Dombrowa (80.) und Luc Elsner (118.) sahen die Gelb-Rote Karte, Pasqual Verkamp (116.) sogar Rot. Havelses Paldino (115.) musste mit Gelb-Rot vom Platz, da er sich beim Torjubel das Trikot auszog.

Viktoria Berlin steht als Absteiger aus Regionalliga fest

Lok verlor bereits zum zweiten Mal in der Relegation. 2020 waren die Sachsen auf den SC Verl getroffen und hatten damals nach zwei Unentschieden aufgrund der noch geltenden Auswärtstorregel den Aufstieg verpasst.

Die Niederlage hat Auswirkungen auf das gesamte Gebiet des Nordostdeutschen Fußballverbandes (NOFV): So steigt Viktoria Berlin als Vorletzter der Regionalliga Nordost in die Oberliga ab. Außerdem müssen die drittletzten der beiden Oberliga-Staffeln – der SC Staaken im Norden und Wismut Gera im Süden – ebenfalls absteigen.

Nach dem spektakulären 1:1 im Hinspiel am vergangenen Mittwoch zeigte sich Havelse deutlich aktiver und hatte beste Möglichkeiten. Besfort Kolgeci (30.) traf per Freistoß aus 20 Metern den Pfosten. Die Führung durch Kapitän Düker (49.) zählte wegen einer Abseitsstellung nicht. Lok wurde ab Mitte der zweiten Halbzeit besser, Djamal Ziane (65.) vergab die beste Möglichkeit. In der Schlussphase rettete der Stürmer für Lok auf der Linie.

Bei Lok schwanden in Unterzahl mehr und mehr die Kräfte. Havelse münzte seine Überlegenheit schließlich doch noch in ein Tor um. Beim Schuss von Düker aus über 20 Metern machte der ansonsten tadellose Lok-Keeper Andreas Naumann keine gute Figur.

Lok Leipzig in Havelse – Spieler fordert Applaus für Gäste

Danach warfen die Leipziger noch einmal alles nach vorn, doch zu guten Chancen kam man nicht mehr. Stattdessen erhöhten Ilic und Paldino und machten damit für Havelse alles klar. Der Nord-Meister war zuletzt in der Saison 2021/22 in der 3. Liga und als Vorletzter abgestiegen.

Nach dem Abpfiff sorgte eine ungewöhnliche Aktion der Havelser für Aufsehen: Noch bevor das Team mit den Fans feierte, schnappte sich Mittelfeldspieler Florian Riedel das Stadionmikrofon und sprach aufmunternde Worte in Richtung Gegner: „Leipzig hat eine grandiose Saison gespielt. Dafür bitte ich das ganze Stadion um Applaus“ sagte der gebürtige Sachse, der beim TSV Havelse auch als Sportdirektor fungiert.

Leipzigs Trainer Jochen Seitz erklärte nach der Niederlage gegenüber der Leipziger Volkszeitung: „Es ist extrem schwierig, nach so einem Spiel zu akzeptieren, dass wir den Aufstieg nicht geschafft haben. Ich bin ein bisschen sprachlos, weil es unnötig war. Am Schluss hat die Kraft gefehlt, auch weil wir in den letzten vier, fünf Wochen ganz viele Krankheitsfälle hatten. Jeder ärgert sich jetzt. Aber wir haben auch unglaublich viel geleistet: Meister, Pokalsieger, dreifacher Derbysieger. Ich glaube, wir haben Lok Leipzig wieder zum Leben erweckt. Riesen-Respekt an die Fans, es hat tierisch viel Spaß gemacht. Ich hoffe, wir konnten sie so weit überzeugen, dass sie nächstes Jahr wieder ins Stadion kommen.“

Um den Aufstieg in die 3. Liga ist aktuell erneut eine Debatte entbrannt. Da es bei fünf Regionalligen nur vier Meister gibt, strebt eine Vereinigung von über 20 Vereinen eine Reform an. Diese soll im November auf dem Bundestag des DFB verabschiedet werden. Aktuell steigen die Meister der Staffeln West und Südwest direkt auf, die Ligen Nord, Nordost und Bayern alternieren zwischen festem Aufsteiger und Relegation.   (mit dpa)

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