Regionalliga Nordost: Bischofswerda verzichtet auf Aufstieg - was der NOFV sagt

Der Bischofswerdaer FV sicherte sich in der Saison 2023/24 der Fußball-Oberliga Süd in einem Herzschlagfinale die Meisterschaft vor dem VFC Plauen. Jetzt verkündete er den Verzicht auf den Aufstieg in die Regionalliga Nordost. Somit wird der Verein weiter in der Oberliga antreten – und dort auf den VfB Krieschow treffen.
Steffen BeyerDas dramatische Finale in der NOFV-Oberliga Süd geht in die Verlängerung. Nachdem sich der Bischofswerdaer FV am letzten Spieltag der Saison 2023/24 die Meisterschaft nach einem wahren Herzschlagfinale gesichert hatte und den VFC Plauen durch Tore in der Nachspielzeit noch abgefangen hatte, gibt es jetzt eine überraschende Wende im Rennen um den Aufstieg in die Fußball-Regionalliga Nordost.
Bischofswerda hatte zwar im Frühjahr fristgerecht die Lizenzunterlagen beim Nordostdeutschen Fußballverband (NOFV) eingereicht, verzichtet aber auf den Aufstieg in die Regionalliga. Das erklärte der Verein am Mittwoch (12. Juni). Somit kann beim VFC Plauen nach dem sportlich auf der Ziellinie verlorenen Meistertitel doch noch gejubelt werden, der Verein aus dem Vogtland steigt in die 4. Liga auf.
Der Vorstand des Bischofswerdaer FV erklärt in einem offenen Brief die Gründe für die vor allem in den sozialen Medien viel diskutierte und teils auch scharf kritisierte Entscheidung: „Neben der sehr erfolgreichen sportlichen Entwicklung ist es uns nicht gelungen, trotz intensiver Bemühungen in den vergangenen Monaten die wirtschaftlichen und zusammen mit der Stadt Bischofswerda die infrastrukturellen Voraussetzungen für eine nachhaltige Rückkehr in die Regionalliga Nordost realisieren zu können“, heißt es in dem Statement des Vorstands.
Bischofswerdaer FV: „Entscheidung nicht leicht gefallen“
„Unsere Erfahrungen aus den drei Regionalligajahren zwischen 2018 und 2021 haben uns sensibilisiert, aus der Euphorie heraus keine nicht wohl überlegten Schnellschüsse zu vollziehen. Das Wohl unseres gesamten Vereines steht über dem jeder einzelnen Mannschaft. Auch wenn die Corona-Zeit nun schon einige Jahre zurückliegt, sind die Auswirkungen in der Wirtschaft und damit eng verbunden in unserem von Sponsorengeldern abhängigen Verein weiterhin zu spüren.“
Der Bischofswerdaer FV betont zudem ausdrücklich, dass man dem für die kommende Saison zusammengestellten Kader durchaus eine konkurrenzfähige Rolle in der vierten Liga zutrauen würde. „Die Entscheidung, auf das Regionalliga-Startrecht zu verzichten, hat daher keinerlei sportlichen Beweggründe. Auch die sportliche Zusammensetzung der Regionalliga Nordost und die damit verbundene Attraktivität der Liga steht außer Frage, verzerrt aber dennoch nicht unseren realistischen Blick auf unsere Gesamtsituation“, erklärt der Verein in dem offenen Brief.
Die Entscheidung sei den Verantwortlichen keinesfalls leicht gefallen. „Sie wurde lange Zeit heiß diskutiert, hat den Beteiligten viele schlaflose Nächte bereitet und sich deswegen auch länger hingezogen als es uns und auch allen anderen mittel- und unmittelbar Betroffenen lieb war. Uns ist bewusst, dass diese Entscheidung auf unterschiedlichste Art und Weise aufgenommen und bewertet werden wird.“
VFC Plauen äußert sich zum Thema Aufstieg
Auf Facebook wird über den Schritt kontrovers diskutiert – aus beiden Fan-Lagern gibt es einerseits Verständnis, andererseits auch Kritik am Zeitpunkt der Entscheidung. Der NOFV bestätigte unterdessen den Aufstieg des VFC Plauen – „vorbehaltlich der endgültigen Entscheidung durch das Präsidium am 27. Juni“, wie der Verband auf seiner Internetseite erklärt.
Gleichzeitig ergänzt der NOFV: „Verzichtet ein Verein auf sein Aufstiegsrecht in die Regionalliga bzw. erhält er keine Zulassung, so geht das Aufstiegsrecht auf die nächstplatzierte, aufstiegsberechtigte Mannschaft der jeweiligen Staffel über.“ Der VFC Plauen habe dem Verband bereits bestätigt, das Aufstiegsrecht wahrzunehmen.


