Regionalliga Nordost: Nach irren Schlussminuten doch Aufstiegs-Hoffnung für VFC Plauen?

Können die Spieler des VFC Plauen wie hier im Landespokal gegen Dynamo Dresden im März 2024 am Ende doch noch jubeln? Die Mannschaft musste zwar am letzten Spieltag der Saison 2023/24 in der NOFV-Oberliga Süd nach dramatischen Schlussminuten die Tabellenführung an den Bischofswerdaer FV abgeben, doch für den Aufstieg in die Regionalliga Nordost gibt es noch eine Resthoffnung.
IMAGO/Picture PointViel mehr Spannung geht nicht: In der Fußball-Oberliga Süd hat der Bischofswerdaer FV 08 am letzten Spieltag der Saison 2023/24 den bisherigen Tabellenführer VFC Plauen mit einem Herzschlag-Finale noch abgefangen und kann die Meisterschaft feiern. Ob Bischofswerda in die Regionalliga Nordost aufsteigt, ist allerdings noch offen.
Der VFC Plauen hatte die Tabelle der NOFV-Oberliga Süd seit dem 10. Spieltag angeführt und lag auch vor dem letzten Spieltag noch an der Spitze – punktgleich, aber mit einer um vier Treffer besseren Tordifferenz. Beim starken Aufsteiger 1. FC Magdeburg II führten die Plauener bis in die Nachspielzeit mit 2:0, ehe die Zweitliga-Reserve durch einen Abwehrfehler den 1:2-Endstand erzielte.
Im Parallelspiel tat der Bischofswerdaer FV beim Tabellenletzten SV Arnstadt alles dafür, um die schlechtere Tordifferenz noch aufzuholen. Bis in die 88. Minute führte der Verein aus der 11.000-Einwohner-Stadt aus dem Kreis Bautzen zwar auch mit 4:0 – zu diesem Zeitpunkt fehlten aber immer noch zwei Tore, um an die Spitze zu springen.
Ereignisse überschlagen sich in wilden Schlussminuten
Doch in den wilden Schlussminuten überschlugen sich die Ereignisse: Erst unterlief einem Arnstädter Spieler ein Eigentor, fast parallel kam die Kunde vom Magdeburger Anschlusstreffer gegen Plauen. Dadurch sprang Bischofswerda tatsächlich in letzter Sekunde der Saison auf Platz 1. In der 90.+4 Spielminute setzte das Team durch ein Elfmetertor noch den umjubelten Schlusspunkt auf ein völlig verrücktes Saison-Finale.
„Es ist so typisch für die ganze Saison. Wir waren schon ein paar Mal tot und sind immer wieder zurückgekommen. Das zeigt unseren Charakter. Ich bin riesig stolz, Trainer dieser Mannschaft zu sein“, sagte Bischofswerdas Coach Frank Rietschel im MDR. Schon in der Vorwoche hatte sein Team mit einem 6:1 gegen Union Sandersdorf Boden auf die Plauener gut gemacht, zumal diese eine völlig überraschende 1:2-Heimniederlage gegen Abstiegskandidat Einheit Rudolstadt kassiert hatten. „Wir werden uns sammeln und neu angreifen. Das Schöne im Sport ist, du siehst dich immer wieder. Das wirft uns nicht um, aber es ist schade für die Region“, sagte Plauens Cheftrainer Karsten Oswald im MDR.
Trainer-Team in Bischofswerda fehlt die Lizenz
Trotz des Meistertitels gibt es allerdings noch Fragezeichen in Bischofswerda, ob nach dem Abstieg vor drei Jahren auch wirklich der Gang zurück in die Regionalliga vollzogen werden kann. Zwei Knackpunkte gibt es: Zum einen verlangt der Nordostdeutsche Fußballverband (NOFV) für die 4. Liga die A-Lizenz, über die weder Cheftrainer Frank Rietschel noch seine beiden Assistenten Robert Koch und Ralf Marrack verfügen.
Eine weitere Baustelle des einstigen DDR-Oberligisten ist das Fehlen einer viertliga-tauglichen Spielstätte: Weder die zuletzt genutzte Volksbank-Arena am Schmöllner Weg noch der altehrwürdige Wesenitzsportpark genügen den Anforderungen für die Regionalliga.
Dennoch ist man in Bischofswerda optimistisch, diese Hürden zeitnah zu meistern, zumal es aus Richtung des Sächsischen Fußballverbandes (SFV) positive Signale gibt. „Nach einigen kurzen Gesprächen mit den BFV-Verantwortlichen gehe ich davon aus, dass Bischofswerda in der Saison 2024/25 in der Regionalliga antreten wird“, sagte SFV-Vizepräsident Volkmar Beier der Sächsischen Zeitung.
Bis Mittwoch (12. Juni) wollen die Verantwortlichen in Bischofswerda Klarheit schaffen. Sollte der Aufstieg nicht vollzogen werden, würde davon der VFC Plauen profitieren. Der Traditionsclub aus dem Vogtland spielte zuletzt 2015 in der Regionalliga, das Umfeld sehnt sich schon lange nach einer Rückkehr in die 4. Liga. Während Plauen in der Tabelle Platz 1 hauchdünn verpasste, liegt der Club in der Zuschauergunst mit über 700 Fans pro Heimspiel weit vorne. Zum Vergleich: In Bischofswerda kamen im Schnitt 239 Besucher zu den Heimspielen.


