Handball 3. Liga
: LHC Cottbus werfen schmerzhafte Niederlagen zurück

InterviewDer Aufsteiger kämpft in der 3. Liga um den Klassenerhalt. Präsident Kai-Uwe Weilmünster spricht im Interview über die Neuzugänge, Fans und Gegner in Schlagdistanz.
Von
Michel Havasi, Josephine Japke
Cottbus
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Handball 3. Liga LHC Cottbus - HC Empor Rostock 27-37: LHC-Präsident Kai-Uwe Weilmünster

LHC-Präsident Kai-Uwe Weilmünster zieht im Interview Bilanz nach dem ersten Saison-Drittel. Trotz des vorletzten Tabellenplatzes in der 3. Handball-Liga gibt er die Hoffnung auf den Klassenerhalt noch nicht auf.

Steffen Beyer

Das erste Saisondrittel in der 3. Handballliga Nord-Ost ist gespielt. Der LHC Cottbus liegt mit 5:15 Punkten bei einem Spiel weniger auf dem vorletzten Tabellenplatz. Zuletzt musste der Aufsteiger eine bittere Niederlage beim TSV Altenholz einstecken, als man in der Schlussminute den Gegentreffer zum 25:26 kassierte und selbst Sekunden vor dem Abpfiff die Chance auf den Ausgleich verpasste.

„Dieses Spiel dürfen wir nicht verlieren“, sagte LHC-Trainer Andy Nötzel anschließend und erklärte: „Die Abwehrarbeit war sehr gut. Im Angriff aber haben wir nie zu unserem schnellen Kombinationsspiel gefunden. Am Ende fehlte uns wieder ein Stück weit die Abgeklärtheit. Da machen wir zu viele Fehler. Das wird in der 3. Liga sofort bestraft. In dem Punkt müssen wir schnell besser werden.“

LHC glücklich über Neuzugänge und großen Zuschauerzuspruch

In eine ähnliche Kerbe schlägt auch LHC-Präsident Kai-Uwe Weilmünster. Er zieht nach dem ersten Saisondrittel ein erstes Zwischenfazit und erklärt im Interview, welche schmerzhafte Lehre das Team aus den engen Spielen in der 3. Liga gezogen hat und was ihm Mut für die weitere Saison macht.

Kai-Uwe Weilmünster, die letzten beiden Absteiger aus der 3. Liga hatten am Ende 5 (24 Spieltage) und 10 Pluspunkte (30 Spieltage). Insofern liegt der LHC nach neun Spielen auf Kurs, oder?

Dafür, dass wir erst drei Heimspiele hatten und diese gegen Top-Mannschaften wie Vinnhorst und Rostock spielen mussten, haben das die Jungs gut gemacht. Die letzten Jahre in der Oberliga haben wir immer um die Tabellenspitze gespielt. Jetzt stehen wir weiter unten. Das macht etwas in den Köpfen der Spieler. Der Druck ist höher. Sie müssen erst lernen, damit umzugehen. Klar hätten wir zwei, drei Punkte mehr haben können, aber so ist es nun einmal. Ich bin nicht unzufrieden. Wir sind nicht weit weg von den Mannschaften, die wir schlagen können.

Was macht Ihnen Mut für die weitere Saison?

Die Mannschaft findet immer besser zusammen. Unsere Neuzugänge wie Vašek Klimt und Charalampos Mallios zünden immer besser und zeigen, weshalb wir sie geholt haben. Zudem haben sich die Spieler an das höhere Tempo und die höhere Intensität in der 3. Liga gewöhnt. Fehler werden schneller bestraft. Das haben wir in den engen Spielen schmerzhaft gelernt.

3. Liga ist für LHC hinter den Kulissen großer Kraftakt

Was hat Ihnen bisher besonders gefallen?

Die Unterstützung unserer Zuschauer ist sensationell. Rund 1.600 sind jedes Mal in der Lausitz-Arena. Sie feuern uns an, von der ersten bis zur letzten Minute. Egal wie der Spielstand ist. Das ist keineswegs selbstverständlich. Und es ist für die Mannschaft enorm wichtig. Da kann ich mich im Namen des gesamten Vereins nur bedanken.

Wo ist noch Luft nach oben?

Die Spielphilosophie des Trainers ist ganz klar. Seine Ansagen sind es auch. Die Mannschaft muss es noch besser auf der Platte umsetzen. Da ist noch Luft nach oben.

Auch für den Verein ist die 3. Liga neu. Wie hat das gesamte Team die Herausforderung bisher gemeistert?

Auch hier kann mich nur bedanken. Alle hauen sich voll rein. Ehrenamtlich. Es ist zum Beispiel immer ein großer Aufwand, die Lausitz-Arena für die Heimspiele vorzubereiten. Das ist jedes Mal ein Kraftakt. Bei der letzten Mitgliederversammlung haben wir unser Präsidium auf sieben Mitglieder erweitert. Das hilft uns bei der Suche und Ansprache von neuen Sponsoren. Die Strukturen, die wir vor zwei Jahren aufgebaut haben, stimmen. Jetzt wollen wir uns weiterentwickeln.

LHC bestreitet bis Jahresende noch fünf Spiele

Eine sportliche Weiterentwicklung soll schon am Sonnabend, 23. November, zu sehen sein. Um 19 Uhr empfängt der LHC Cottbus den Stralsunder HV in der heimischen Lausitz-Arena. Zwei Wochen später, am 7. Dezember, heißt der Gegner dann SC DHFK Leipzig II. Anpfiff ist ebenfalls 19 Uhr. Für beide Spiele ist der Online-Kartenverkauf bereits gestartet.

Bis zum Jahreswechsel – und der kurzen Spielpause bis zum 18. Januar – muss der LHC insgesamt noch fünf Spiele bestreiten. Darunter das letzte Heimspiel des Jahres: Am 21. Dezember, 19 Uhr, geht es zu Hause gegen die HSG Eider Harde. Zur Erinnerung: Gegen diesen Gegner konnte der LHC als Aufsteiger gleich am 1. Spieltag den ersten Sieg der neuen Drittliga-Saison einfahren (33:30). Wenn das kein gutes Omen für den Jahresabschluss ist.