Fußball Regionalliga: Reform mit KI-Hilfe? Neuer Vorschlag für neue 4. Liga

Daniel Meyer, Sportdirektor des Halleschen FC, gehörte mit seinem Verein zu den ersten Unterstützern der Reformbewegung für die Regionalligen. Mittlerweile sind nicht nur Vereine aus dem Nordosten, sondern aus der ganzen Bundesrepublik dabei.
Hendrik Schmidt/dpa- Reformvorschlag: vier statt fünf Regionalligen, 80 statt 90 Teams, Übergangssaison.
- Ziel: direkte Aufstiege aller Staffelmeister in die 3. Liga, keine Relegation mehr.
- Übergang: in einer Saison Abstieg ab Platz 14 zur Feldverkleinerung.
- Nordost-Staffel bleibt im Kern erhalten; KI optimiert Staffelzuschnitte.
- Viele Klubs pro Reform, Verbände teils dagegen; Umsetzung noch offen.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Der Streit um die Struktur der Regionalliga begleitet den deutschen Fußball seit Jahren. Fünf Staffeln spielen aktuell um nur vier Aufstiegsplätze in die 3. Liga – eine Konstellation, die regelmäßig für Frust sorgt. Nun liegt ein Reformvorschlag auf dem Tisch, der das System grundlegend verändern könnte.
Kern der Überlegungen ist eine Reduzierung von fünf auf vier Staffeln. Dadurch sollen künftig alle Meister direkt in die 3. Liga aufsteigen. Gleichzeitig würde die Gesamtzahl der Viertligisten sinken.
Noch ist jedoch offen, ob sich der Vorschlag innerhalb der Verbände und beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) tatsächlich durchsetzen lässt. Eine eigens gegründete Reformbewegung aus verschiedenen Vereinen aus ganz Deutschland hat immer wieder neue Vorschläge unterbreitet.
Künftig vier Regionalliga-Staffeln statt fünf?
Das sogenannte „Kompassmodell“ sieht vor, die bisher fünf Regionalligen auf vier Staffeln zu reduzieren. Insgesamt sollen künftig 80 statt bislang 90 Mannschaften in der vierten Liga spielen.
Damit die Umstellung gelingt, wäre eine Übergangssaison geplant. In dieser Spielzeit müssten deutlich mehr Teams absteigen, alle Mannschaften ab Platz 14, um das Teilnehmerfeld zu verkleinern. Anschließend würden vier Ligen mit jeweils 20 Mannschaften gebildet.
Der entscheidende Vorteil aus Sicht vieler Klubs: Jeder Staffelmeister würde direkt in die 3. Liga aufsteigen. Die bislang häufig kritisierte Aufstiegsrelegation wäre damit Geschichte.
Nordost-Staffel würde weitgehend erhalten bleiben
Für den Nordosten dürfte sich sportlich zunächst weniger verändern als in anderen Regionen. Die derzeitige Regionalliga Nordost gilt als eine der stabilsten und zuschauerstärksten Staffeln im deutschen Amateurfußball.
Auch in möglichen neuen Modellen würde der Kern der Liga bestehen bleiben. Eine künstliche Intelligenz errechnet dabei die Distanzen, die Vereine für Auswärtsspiele zurücklegen müssten, und bildet dabei die optimalen Staffeln.
So würde die Regionalliga Ost nach aktuellem Stand aussehen
- 1. FC Lok Leipzig
- Hallescher FC
- Rot-Weiß Erfurt
- Carl Zeiss Jena
- FSV Zwickau
- Chemnitzer FC
- ZFC Meuselwitz
- VSG Altglienicke
- BFC Dynamo
- Hertha BSC II
- FSV Luckenwalde
- BFC Preussen
- 1. FC Magdeburg II
- SpVgg Bayreuth
- TSV Aubstadt
- KSV Hessen Kassel
- SG Barockstadt Fulda-Lehnerz
- SV Babelsberg 03
- HSC Hannover
- Hannover 96 II
Die genaue Zusammensetzung würde sich allerdings jedes Jahr leicht verändern, da Vereine aus benachbarten Regionen je nach geografischer Lage zugeordnet werden könnten. Beispielsweise würde der Greifswalder FC nach aktueller Zusammensetzung in die Nord-Staffel verschoben werden.
Zustimmung bei vielen Klubs – Widerstand bei Verbänden
In vielen Vereinen findet die Idee einer Reform grundsätzlich Unterstützung. Besonders der direkte Aufstieg aller Meister gilt als überfälliger Schritt, um mehr sportliche Fairness zu schaffen. Kritik kommt dagegen aus Teilen der Regionalverbände. Sie fürchten unter anderem längere Reisewege oder Nachteile für bestehende Strukturen und weniger Mitbestimmungsrecht.
Ralph Grillitsch, Präsident von Carl Zeiss Jena, sagte bei Sport im Osten deutlich: „Die Lösung liegt mit dem Kompassmodell auf dem Tisch. Wir wissen jetzt ja auch, dass es in den Regionalverbänden Blockierer aus Bayern, dem Norden und Westen gibt, die teils die Interessen ihrer eigenen Klubs missachten. Am 25. März sehen wir das wahre Gesicht ihrer Präsidenten Christoph Kern, Ralph-Uwe Schaffert und Peter Frymuth sowie, ob sie für Fairplay im deutschen Fußball stehen!“
Auch im Westen merkt Marcus Uhlig, Präsident von Rot-Weiß Oberhausen, an, was bei einer weiteren Blockadehaltung in den Stadien drohen könnte. Er sagt: „Die organisierten Fanszenen sind eingebunden. Scheitert der Prozess, würde der Protest nachhaltig verschärft werden. Ich weiß nicht, ob sich die Verbandsfunktionäre das schon ausmalen können. Es würde diesmal nur Verlierer geben!“
Unterstützung für die Reform auch von Energie-Trainer Wollitz
Auf der Pressekonferenz vor dem Drittliga-Spiel gegen Alemannia Aachen positionierte sich auch der Cheftrainer von Energie Cottbus, Claus-Dieter Wollitz, klar für eine Reform: „Eine Relegation zu spielen, das ist 50:50. Da ist egal, ob du in einer stärkeren Regionalliga spielst, weil die immer sagen, die Nordost ist die stärkste und die bayerische am schwächsten. Das ist in diesen beiden Spielen nicht das Entscheidende. Sondern: Wie kommst du mit dem Druck um?“
Ob und wann eine Reform tatsächlich umgesetzt wird, ist daher noch offen. Klar ist aber: Die Diskussion um die Zukunft der Regionalliga wird den deutschen Fußball auch in den kommenden Monaten weiter beschäftigen.
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