Dynamo Dresden
: Vor großer Kulisse bei Hertha BSC geht es um mehr als den Sieg

Den Ostkracher Hertha BSC gegen Dynamo Dresden gab es zuletzt vor sechs Jahren im DFB-Pokal. Auch diesmal wird es wieder brisant – auf und neben dem Rasen.
Von
Frank Noack
Berlin/Dresden
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Torjäger Christoph Daferner (links) von Dynamo Dresden und Hertha-Kapitän Fabian Reese sind Schlüsselspieler ihrer Teams im Ostkracher

Torjäger Christoph Daferner (links) von Dynamo Dresden und Hertha-Kapitän Fabian Reese sind Schlüsselspieler ihrer Teams im Ostkracher

dpa/Robert Michael, Imago/Contrast
  • Hertha BSC trifft am Samstag auf Dynamo Dresden – erstes Duell seit sechs Jahren, 70.000 Zuschauer erwartet.
  • 25.000–30.000 Dynamo-Fans reisen nach Berlin, Pufferblöcke und Sicherheitsvorkehrungen geplant.
  • Für Dynamo geht es um den Klassenerhalt – aktuell Platz 16 in der 2. Bundesliga, erst ein Sieg bisher.
  • Hertha BSC mit Aufwärtstrend: Fünf Siege aus sieben Spielen, zuletzt 3:0 gegen SV Elversberg im Pokal.
  • Dynamo-Trainer Stamm sieht in Berlin die Chance, endlich ein Erfolgserlebnis in der Liga zu erzielen.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Die Vorfreude ist riesengroß – bei Blau-Weiß und bei Schwarz-Gelb: Zum ersten Mal seit sechs Jahren stehen sich Hertha BSC und Dynamo Dresden am Samstag (13 Uhr) wieder gegenüber. Das Berliner Olympiastadion ist mit rund 70.000 Zuschauern ausverkauft.

25.000 bis 30.000 Fans aus Dresden werden die Mannschaft in die Hauptstadt begleiten. Aus Sicherheitsgründen gibt es Pufferblöcke. Im Heimbereich dürfen die Dynamo-Anhänger keine Fan-Utensilien tragen.

Dynamo-Coach Stamm spricht von einem „Privileg“

„Es ist ein Privileg, solche Auswärtsspiele bestreiten zu dürfen. Wir haben darauf nicht nur ein ganzes Jahr lang hingearbeitet, sondern viele Spieler eine ganze Karriere lang“, erklärte Dynamo-Trainer Thomas Stamm. Gastgeber Hertha BSC warb mit Blick auf die Brisanz des Ostkrachers für Besonnenheit zwischen den rivalisierenden Fangruppen. „Von mir aus kann sich das Stadiondach lupfen, aber ich hätte gerne, dass wir einfach auf den Rängen ein friedliches Miteinander haben“, sagte Hertha-Geschäftsführer Peter Görlich.

Die sportliche Ausgangsposition ist klar: Vor allem für Dynamo Dresden geht es in diesem Spiel um mehr als nur den Sieg und damit drei wichtige Punkte im Kampf um den Klassenerhalt in der 2. Fußball-Bundesliga. Der Aufsteiger hat erst einen Dreier auf dem Konto und ist mittlerweile auf den Relegationsrang 16 abgerutscht. Die Partie in Berlin hat deshalb wegweisenden Charakter – mindestens für den November, womöglich sogar für den Rest der Hinrunde. Trotz der ausbleibenden Siege fiebern zwar die Fans schon seit Wochen auf das Duell gegen Hertha BSC hin. Sollte die Mannschaft von Thomas Stamm aber erneut ein Erfolgserlebnis verpassen, droht der Herbst-Blues in Elbflorenz. Sieben Punkte aus zehn Spielen werden – hochgerechnet auf die komplette Saison – auf keinen Fall für den Klassenerhalt reichen.

Hertha BSC tankte zuletzt frisches Selbstvertrauen

Erschwerend kommt hinzu, dass Stamm und sein Team schon seit Wochen dieselben Themen mit sich herumschleppen. Dynamo war zwar in den meisten Spielen auf Augenhöhe mit dem Gegner, leistete sich aber immer wieder Schwächen in der Defensive. Trotz der Vorfreude auf das Spiel in Berlin standen laut Stamm in der zurückliegenden Trainingswoche „andere Themen im Vordergrund, um stabile Leistungen hinzubekommen. Die Intensität war ein deutlicher Schritt nach vorn. Es geht jetzt darum, es auf den Platz zu bringen und noch konsequenter in die Zweikämpfe zu gehen“. Der Dynamo-Trainer sieht seine Mannschaft in diesem Bereich noch nicht durchgängig auf Zweitliga-Niveau. „Ich glaube aber, wir sind nicht weit davon entfernt, die nächsten Schritte zu gehen.“ Das Gastspiel in Berlin vor großer Kulisse ist aus Dresdner Sicht der ideale Zeitpunkt dafür.

Vor sechs Jahren reisten 30.000 Fans von Dynamo Dresden zum DFB-Pokalspiel bei Hertha BSC.

In der Saison 2019/20 reisten 30.000 Fans von Dynamo Dresden zum DFB-Pokalspiel bei Hertha BSC.

picture alliance/dpa

Zuletzt gab es das Duell zwischen Blau-Weiß und Schwarz-Gelb in der Saison 2019/20 im DFB-Pokal. Damals setzte sich Hertha BSC mit 5:4 im Elfmeterschießen gegen Dynamo durch. Trotz der Niederlage schwärmen sie in Dresden noch heute von diesem Spiel. „Wenn du hier in Dresden anfängst, wirst du natürlich mit diesem Spiel konfrontiert. In den Trainerbüros oder in den Kabinengängen gibt es das eine oder andere Bild von diesem Spiel“, erklärte Stamm.

Hertha BSC kann dagegen mit frischem Selbstvertrauen ins Spiel gehen. Am Dienstag zogen die Berliner mit dem überzeugenden 3:0-Sieg gegen die SV Elversberg ins Achtelfinale des DFB-Pokals ein. Insgesamt stimmt der Trend nach dem schwachen Saisonstart: fünf der letzten sieben Spiele gewann der Hauptstadtclub. „Es ist eine super Richtung, die wir eingeschlagen haben. Es wird von Woche zu Woche in unseren Abläufen besser, aber wir dürfen nicht zufrieden sein“, sagte Kapitän Fabian Reese.

Für Hertha BSC ist der Ostkracher am Samstag die große Chance, vor heimischer Kulisse den Aufwärtstrend in der Tabelle fortzusetzen. Für Dynamo Dresden steht sogar noch deutlich mehr auf dem Spiel. Der Aufsteiger will endlich in der 2. Liga ankommen und wartet sehnsüchtig auf das befreiende Erfolgserlebnis.