Dynamo Dresden: So kurios hat Julian Pauli die Braunschweig-Niederlage verarbeitet

Ein Spiel zum Vergessen: Bei der Heimniederlage von Dynamo Dresden gegen Eintracht Braunschweig kämpft Julian Pauli (rechts) in diesem Luftduell mit Christian Conteh um den Ball.
Robert Michael/dpaJulian Pauli macht keinen Hehl aus seinem großen Frust wegen der 2:3-Niederlage von Dynamo Dresden gegen Eintracht Braunschweig. „Es war eines der schlechtesten Spiele von mir“, sagt der Innenverteidiger. Mit 20 Jahren gehört Pauli zu den jüngsten Spielern im Team.
Wie geht man mit so einer bitteren Niederlage um? In einer Medienrunde hat Julian Pauli jetzt tiefe Einblicke in seine Gefühlswelt gegeben. Pauli erklärt dabei auch, auf welche kuriose Art und Weise er das Braunschweig-Spiel verarbeitet hat. Jetzt gilt sein Fokus dem letzten Spiel des Jahres in der 2. Fußball-Bundesliga am Samstag bei Holstein Kiel (20.30 Uhr). Für Pauli und die SGD geht es im Kellerduell um wichtige Punkte für den Klassenerhalt.
Julian Pauli, wie blicken Sie mit etwas Abstand auf die Niederlage gegen Eintracht Braunschweig zurück, speziell die erste Halbzeit?
Ich denke, jeder weiß, dass das Mist war. Das weiß jeder, der das Spiel gesehen hat. Das wissen vor allem wir, die das Spiel gespielt haben. Da macht man sich natürlich nach dem Spiel noch viele Gedanken. Das gilt wahrscheinlich vor allem für junge Spieler wie Friedrich Müller und mich. Man denkt darüber nach, was nicht gut gelaufen ist. Aber jetzt ist es aufgearbeitet und abgehakt, der Fokus liegt auf dem Spiel in Kiel.
Trotzdem nochmal die Nachfrage: Wie gehen Sie persönlich mit so einem Spiel um? Guckt man sich das zu Hause nochmal an oder man will erstmal nichts mit Fußball zu tun haben?
Ich bin da immer ziemlich streng mit mir selber. Ehrlich gesagt: Ich habe keinen Weg gefunden, um mich irgendwie abzulenken. Deshalb habe ich mir gesagt: Komm, dann gehe ich noch eine Runde laufen und mache mir dabei meine Gedanken über das Spiel.
Sie sind also am Freitagabend noch laufen gegangen?
Ja, ich wurde ja in der 66. Minute ausgewechselt. Deshalb wollte ich auch die Belastung hereinkriegen, weil ich die letzten 30 Minuten verpasst habe. Es war insgesamt nicht leicht für mich. Auch am Samstag habe ich noch gehadert. Deshalb ist es gut, dass am Montag die neue Trainingswoche mit der Vorbereitung auf Kiel begonnen hat.
Julien Pauli freut sich auf Holstein Kiel
Welche Schlüsse haben Sie beim Laufen aus der Niederlage gegen Braunschweig gezogen?
Es war eines der schlechtesten Spiele von mir, das weiß ich selbst. Ich habe so eine Erfahrung auch in der vergangenen Saison gemacht, wo wir mit dem 1. FC Köln gegen Darmstadt 1:5 verloren haben. Dieses Spiel habe ich damals auch für mich aufgearbeitet. Es ist in so einer Situation wichtig, dass man weiter das Vertrauen von der Mannschaft und vom Trainer bekommt. Damit man den Hebel umlegt und es danach wieder aufwärts geht.
Warum bekommt Dynamo Dresden derzeit so viele Gegentore und kriegt hinten den Laden einfach nicht dich?
Wir wissen alle, dass wir speziell bei den Standardsituationen im Moment nicht so gut sind. Daran müssen wir definitiv arbeiten, das hat auch das Spiel in Kaiserslautern gezeigt. In Bochum und gegen Düsseldorf hatten wir mehr Stabilität. Wichtig wäre, dass wir endlich mal zu null spielen. So eine Erfahrung könnte vielleicht die Kehrtwende hin zu mehr Stabilität bringen. Dabei will ich mithelfen, wir sitzen da alle in einem Boot.
Nach dem Spiel in Kiel folgen Weihnachten und die Winterpause. Haben Sie eine spezielle Weihnachtstradition?
Die Familie ist das Wichtigste im Leben. Ich werde zu meiner Familie in Düsseldorf fahren. Es ist die Zeit, ein bisschen herunterzuschalten und den Kopf freizukriegen. Vorher wollen wir aber am Wochenende das Spiel in Kiel gewinnen.


