DEL2 Lausitzer Füchse
: Sperre für brutales Foul – Bettahar und Streu fallen lange aus

Zwei schwere Verletzungen überschatten das Eishockey-Spiel der Lausitzer Füchse aus Weißwasser bei den Starbulls Rosenheim in der DEL2. Für Diskussionen sorgte auch ein ausgerenkter Finger.
Von
Frank Noack
Weißwasser
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Rayan Bettahar von den Lausitzer Füchsen (hier in einem früheren Spiel) trug in der Partie in Rosenheim eine schwere Gesichtsverletzung davon.

Thomas Heide

Ausgerechnet im letzten Spiel vor der Länderspielpause in der DEL2 kochten die Emotionen hoch. Die 3:4-Niederlage der Lausitzer Füchse bei den Starbulls Rosenheim wurde durch zwei schwere Verletzungen überschattet. Rayan Bettahar (Weißwasser) und Sebastian Streu (Rosenheim) werden ihren Teams in den nächsten Monaten fehlen.

So passierte die Verletzung von Rayan Bettahar: Der junge Verteidiger der Lausitzer Füchse kassierte in der 46. Minute einen üblen Stockcheck von Rosenheims Reid Duke mitten ins Gesicht. Vorausgegangen war eine harte Aktion von Bettahar gegen Manuel Strodel. Für Duke war die Partie mit einer Spieldauerdisziplinarstrafe beendet. Für Bettahar aber auch. Der Förderlizenzspieler von den Eisbären Berlin habe nach der ersten Diagnose einen „Jochbein- beziehungsweise Kieferbruch“ zugezogen, teilten die Lausitzer Füchse am Montag (6. November) mit. „Das genaue Ergebnis steht erst nach einer eingehenden Untersuchung fest. Rayan wird den Füchsen auf vorerst unbestimmte Zeit fehlen“, hieß es weiter.

„Ein Cross-Check gegen den Kopf und Nackenbereich unseres Spielers – das gehört nicht dazu. Ich hoffe, die Liga schaut sich das an und bestraft das. Es kann nicht sein, dass dieser Spieler in den nächsten Partien dabei ist. Das gehört einfach nicht zum Sport“, kritisierte Füchse-Trainer Petteri Väkiparta. Duke wurde inzwischen durch den Disziplinarausschuss für vier Spiele gesperrt und muss außerdem eine Geldstrafe zahlen. Er habe „mit seiner Aktion eine schwere Verletzung des Gegners in Kauf genommen“, heißt es in der Urteilsbegründung.

Rosenheims Trainer Jari Pasanen hatte sich bereits in der Pressekonferenz für das Brutalo-Foul entschuldigt: „So eine Aktion gehört nicht dazu. Respekt muss sein. Mein Spieler hat in der Situation keinen Respekt gezeigt. Das ist bitter zu sehen, wenn sich dein eigener Spieler so auf dem Eis benimmt. Er ist ein guter Spieler, gibt alles, aber da hat er die Grenze überschritten.“ Starke Worte von Jari Pasanen!

Für Rayan Bettahar ist es bereits die zweite Kopfverletzung innerhalb kurzer Zeit. Vor zwei Wochen im Heimspiel gegen die Wölfe Selb flog er gleich beim ersten Wechsel nach einem Check von Peter Trska in die Bande und erlitt dabei eine Gehirnerschütterung. Erst am Freitag bei der 2:5-Heimniederlage gegen den EHC Freiburg war Bettahar ins Team zurückgekehrt.

So passierte die Verletzung von Sebastian Streu: Der ehemalige Förderlizenzspieler von den Eisbären Berlin (2019 bis 2022), der in dieser Zeit auch in Weißwasser gespielt hat, bekam in der Schlussphase – auf der Bank sitzend – einen Puck ins Gesicht. Streu sackte zusammen und wurde danach minutenlang von Ärzten und Sanitätern behandelt, ehe er liegend aus der Halle transportiert werden konnte.

So erlebte Rosenheim-Coach Jari Pasanen die unglückliche Aktion: „Die Scheibe war in der Luft. Jemand hat sie dann geschlagen. Ich glaube, es war sogar unser eigener Spieler. ,Seppi‘ hat in diesem Moment nicht aufgepasst und gar nicht gesehen, dass die Scheibe kam. Er wurde blöd getroffen.“ Laut Pasanen wird Streu wahrscheinlich rund drei Monate ausfallen. Genau wie bei Bettahar besteht der Verdacht auf Kieferbruch.

Dove-McFalls im Krankenhaus

Dass die Lausitzer Füchse in der von beiden Seiten hart geführten Partie nach einem 0:4-Rückstand noch drei Tore erzielten und kurz vor dem Ausgleich standen, war nach dem Spiel nur eine Randnotiz. Denn noch eine weitere Verletzung sorgte für Diskussionen. Samuel Dove-McFalls renkte sich im ersten Drittel den Finger aus und wurde von den anwesenden Sanitätern mit Verdacht auf Fingerbruch ins Krankenhaus verwiesen. Dort wurde der Finger dann gerichtet.

Zur Schlussphase der Partie war der Füchse-Stürmer wieder zurück auf dem Eis. „Wir mussten 45 Minuten ohne ihn auskommen“, sagte Trainer Petteri Väkiparta. Bei den Lausitzer Füchsen war man der Meinung, dass die Versorgung des Fingers auch von den Sanitätern in der Halle hätte übernommen werden können.

In jedem Fall gehen die Lausitzer Füchse mit ordentlich Frust in die Länderspielpause. Am zurückliegenden Wochenende gab es insgesamt neun Gegentreffer, aber keine Punkte. Nach dem guten Saisonstart ist Weißwasser in der Tabelle auf Platz zehn abgerutscht. Zudem sind die Füchse mit fast 13 Strafminuten pro Partie Letzter im Fairplay-Ranking.

Übrigens: Auch Förderlizenzspieler Ilja Fleischmann hat sich beim Oberliga-Kooperationspartner Rostock Piranhas schwer im Gesicht verletzt. Die Diagnose: Kieferbruch.