Eishockey in Weißwasser: Lausitzer Füchse sorgen für Schock – so angeschlagen ist Kassel
Dieses Playoff-Viertelfinale der Lausitzer Füchse gegen die Kassel Huskies begeistert die Fans – zumindest die Fans aus Weißwasser! Nach dem denkwürdigen 6:3-Auswärtssieg geht es am Sonntag mit Spiel sechs im Fuchsbau weiter (17 Uhr).
Dass es überhaupt zu einem sechsten Spiel kommt, ist eine sportliche Überraschung. Wegen der Kurzfristigkeit konnte der Kartenvorverkauf logischerweise erst am Samstagvormittag beginnen. Die Halle war innerhalb weniger Stunde fast ausverkauft. Am Sonntagmittag gab es nur noch Restkarten für den Umlauf.
Vor dem Start dieser Playoff-Serie hatte sich Füchse-Trainer Petteri Väkiparta einen „Schockmoment“ für den Gegner gewünscht. „Kassel ist der Favorit. Sie haben etwas zu verlieren. Wir können gegen diesen Gegner nur gewinnen. Wichtig wird sein, dass wir einen Schockmoment für Kassel finden“, betonte Väkiparta. Nun hat sein Team sogar schon zweimal gewonnen.
Das 6:3 vom Freitagabend könnte genau dieser Schockmoment werden, der das Momentum in der Serie verändert. Weißwasser stand in Spiel fünf mit dem Rücken zur Wand und lag schnell 0:2 hinten. Eine Niederlage hätte das Saisonende bedeutet. Zudem fehlte neben Kapitän Clarke Breitkreuz mit Kristian Blumenschein auch der aktuelle Topverteidiger des Teams wegen einer Verletzung. Mit toller Moral steckte die Mannschaft jedoch diese Handicaps weg und schoss im zweiten und dritten Drittel jeweils drei Tore gegen den Aufstiegs-Favoriten Nummer eins. Wow!
Deshalb stellt sich die Frage: Wie angeschlagen sind die Kassel Huskies nach dieser Heimniederlage? Für die Nordhessen steht ganz viel auf dem Spiel. Kassel will in dieser Saison endlich in die DEL aufsteigen – und muss jetzt plötzlich Weißwasser ernsthaft als Stolperstein fürchten.
Denn: Während die individuelle Klasse in diesem Playoff-Duell ganz klar für Kassel spricht, überzeugte Weißwasser am Freitag einmal mehr mit unbändigem Teamgeist. „Ich bin sehr stolz auf unsere Mannschaft, wir haben zusammen gekämpft“, lobte Füchse-Trainer Petteri Väkiparta. Die Erfolgsrechnung des Finnen: „Bei uns muss eins plus eins mehr als zwei ergeben. Eishockey ist ein Teamsport.“
Bill Stewart kritisiert Kassel Huskies
Kassel-Coach Bill Stewart übte dagegen deutlich Kritik an der Einstellung seiner Spieler, die offenbar an einen Spaziergang in Richtung Halbfinale in Spiel Nummer fünf geglaubt hatten. „Ich habe bei unserer Mannschaft viel Können gesehen – aber keinen Willen. Ohne Willen ist es schwierig zu gewinnen“, erklärte Stewart.
Auch dem Ex-Weißwasseraner Rayan Bettahar von den Kassel Huskies stand die Enttäuschung ins Gesicht geschrieben. „Leider hat es heute nicht gereicht. Wir haben uns nach dem ersten Drittel zu sehr ausgeruht“, sagte Bettahar unmittelbar nach dem Spiel. Seine trotzige Ankündigung: „Wir nehmen die Herausforderung an, fahren morgen nach Weißwasser und geben unser Bestes. Wir holen den Sieg nach Hause.“ Aber das hat man in Kassel auch schon am Freitagabend geglaubt.
Kassel Huskies liegen in Führung
Fakt ist: Die Kassel Huskies liegen nach fünf Spielen mit 3:2 immer noch in Führung. Und sie sind auch weiterhin der haushohe Favorit in dieser Serie. Fakt ist aber auch: Zwei Siege gegen Kassel haben den Lausitzer Füchsen nur die wenigsten Experten zugetraut.
Am Sonntag muss sich zeigen, welche Wirkung der Schockmoment bei den favorisierten Huskies hat. Ein erneuter Sieg für Weißwasser und damit der 3:3-Ausgleich würde das Zittern in Kassel weiter verstärken.
Lausitzer Füchsen ist alles zuzutrauen
Aber spätestens seit Freitagabend ist diesen Lausitzer Füchsen alles zuzutrauen. „Wir werden uns wieder gut vorbereiten und dann alles reinhauen, um auszugleichen“, kündigte Abwehrspieler Toni Ritter im Interview bei SpradeTV an. Zumal im heimischen Fuchsbau auch die Fans am Sonntag wieder ein wichtiger Faktor werden können.



