Wahlen in den USA
: Kein guter Tag für die Demokratie!

Amerikanischen Medien zufolge hat Donald Trump die diesjährige US-Wahl für sich entschieden. Damit zieht ein notorischer Lügner ins Weiße Haus ein. Das wird den Riss in der Gesellschaft weiter vertiefen.
Kommentar von
Ulrich Becker
Washington
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Supporters react to election results during an election night event for US Vice President and Democratic presidential candidate Kamala Harris at Howard University in Washington, DC, on November 5, 2024. (Photo by ANGELA WEISS / AFP)

Eine Unterstützerin der Präsidentschaftskandidatin Kamala Harris bricht angesichts der Niederlage der Demokraten in Tränen aus.

ANGELA WEISS/AFP

Der 6. November 2024 wird als rabenschwarzer Tag für die Demokratie in die Geschichte eingehen: Donald Trump wird der 47. Präsident der USA. Damit zieht im Januar 2025 zum zweiten Mal ein Mann ins Weiße Haus ein, der notorisch lügt, seine demokratischen Gegner verächtlich macht und das politische System als Steigbügelhalter für seine Allmachtsträume missbraucht.

Trump spaltet das Land weiter

Wie weit er in der Umsetzung dieser Träume gehen wird, werden die Tage nach einer möglichen Amtseinführung zeigen. Im Wahlkampf sprach er von „Diktatur“ und der „letzten Wahl“, die am 5. November stattgefunden habe. Klar ist, dass sich der Riss in der Gesellschaft der USA weiter vertiefen wird – ein Mann, der nach seinem Sieg die gegnerischen Lager versöhnt, ist Trump gewiss nicht. In der nächtlichen Siegesrede an seine Anhänger fehlte von einem Angebot zur Zusammenarbeit mit dem unterlegenen politischen Gegner jede Spur: Trump faselte zusammenhanglos von der größten politischen Bewegung aller Zeiten, einem wieder erstarkenden Amerika, Elon Musks Wunderraketen und seiner verstorbenen Schwiegermutter. Programmatik sieht anders aus.

Für die Traumwandler in Deutschland und Europa, die sich allzu naiv der Hoffnung hingegeben hatten, der Albtraum Trump zöge an ihnen vorbei, brechen harte Zeiten an. In der EU erstarken Klein-Despoten wie Viktor Orbán, Exporte in die USA wird Trump mit drastischen Zöllen belegen und die lahmende deutsche Wirtschaft damit weiter schwächen. Währenddessen reibt sich der Kriegstreiber Wladimir Putin die Hände, weil er auf eine schwache Nato und eine Ukraine ohne amerikanische Waffenhilfe spekulieren darf. Über den Kampf gegen den Klimawandel mag man nicht einmal nachdenken - für den neuen Mann in Washington ist er schlicht überflüssig, weil es keine Erderwärmung gibt. Es ist wahrlich kein guter Tag heute.

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