Tag der Corona-Entscheidung: Bundeskanzlerin und Länderchefs beraten ab 10 Uhr

Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) und Kathrin Schneider (SPD), die Chefin der Potsdamer Staatskanzlei bei einer Schaltkonferenz der Länderchefs mit Bundeskanzlerin Angela Merkel.
Soeren Stache/dpaDie Ministerpräsidenten der deutschen Bundesländer wollen am Sonntag ab 10 Uhr mit Bundeskanzlerinn Angela Merkel (CDU) über schärfere Corona-Regeln beraten. Einige Länder haben bereits weitreichende Beschränkungen erlassen. In Sachsen zum Beispiel soll am Montag ein Lockdown beginnen.
Harte Linie in Sachsen
In Baden-Württemberg gilt bereits ab Samstag eine Ausgangsbeschränkung. Es gilt als relativ sicher, dass die Ministerpräsidenten einen Lockdown beschließen. Unklar ist jedoch noch, wann dieser starten soll und was er genau umfasst. Nach Medienberichten plädiert das Kanzleramt für Laden-, Schul- und Kitaschließungen ab dem kommenden Mittwoch. Sachsens Regierungschef Michael Kretschmer sprach sich zudem für eine gemeinsame Entscheidung gegen die Öffnung der deutschen Skigebiete aus. „Alles andere wäre angesichts der Zahlen inkonsequent, sagte Kretschmer dem Nachrichtenmagazin „Spiegel“.
Der Intensivmediziner Christian Karagiannidis forderte einen harten Lockdown bereits ab Montag: Ein vollständiger Lockdown ab dem 14. Dezember könnte zu einer baldigen Trendumkehr bei den Intensivkapazitäten führen, sagte der wissenschaftliche Leiter des Intensivregisters der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) den Zeitungen der Funke Mediengruppe . Neue Modellrechnungen der DIVI zeigten, „dass ein strenger Lockdown am Montag dazu führt, dass die Intensivbelegung bis kurz vor Weihnachten noch ansteigt, und dann kurz vor Heiligabend bereits erheblich abfällt“, so Karagiannidis.
Das verspricht Bundesfinanzminister Olaf Scholz
Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) forderte schnelle Einschränkungen für den Einzelhandel. „Das wird schwer für die Einzelhändlerinnen und Einzelhändler, die Männer und Frauen, die da arbeiten, für diejenigen, die sich Unternehmen aufgebaut haben, das wird schwer für Kinder, für Eltern, für Junge und Alte,“ sagte Scholz am Sonnabend in Berlin. Er versprach, die Regierung werde die damit verbundenen wirtschaftlichen und sozialen Konsequenzen weiter im Blick haben. Der Finanzminister mahnte zur Solidarität: „Für mich ist klar: Wir werden das miteinander schaffen.“ Dafür müssten sich aber alle an die Regeln halten. „Nichtstun ist etwas, was wir uns wirklich nicht erlauben können.“