LNG aus Russland: EU-Importe von russischem Gas auf Rekordhoch

Ein LNG-Tanker vor der Küste von Mecklenburg-Vorpommern. Russland liefert trotz der Sanktionen noch immer Gas nach Europa. (Symbolbild)
Stefan Sauer/dpa- EU importiert dieses Jahr rekordverdächtig viel russisches Flüssiggas trotz Ukraine-Krieg.
- Laut Urgewald kamen im dritten Quartal 2,21 Mio. Tonnen LNG in EU-Häfen an.
- Seit Januar liefen 167 Ladungen ein – insgesamt 12,18 Mio. Tonnen, ein neuer Rekord.
- Geschätzte Zahlungen: 7,88 Mrd. Euro bis Oktober, im September 792.440 Tonnen für 818 Mio. Euro.
- Frankreich nimmt im September fast drei Viertel der Mengen ab – LNG stammt aus der Yamal-Anlage.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Vier Jahre ist es her, dass Russland einen großangelegten Angriff auf die Ukraine gestartet hat. Vier Jahre, in denen Bomben auf Zivilisten fallen und die russische Armee versucht, ihr Nachbarland zu annektieren. Vier Jahre, in denen die EU sich bemühte, mit immer neuen Sanktionen einen Hebel gegen den Kreml zu finden. Und noch immer kauft Europa Flüssiggas (LNG) aus Russland. In diesem Jahr sogar rekordverdächtig viel.
Die Umwelt- und Menschenrechtsorganisation „Urgewald“ hat die Importe von Flüssigerdgas in die EU analysiert. Grundlage der Berechnung sind Schiffsdaten des Analysehauses „Kpler“. Das Ergebnis: Im dritten Quartal 2026 kamen knapp 2,21 Millionen Tonnen LNG aus Russland an europäischen Häfen an. Laut den Berechnungen der Umweltorganisation zahlte die EU so 1,92 Milliarden Euro an Russland allein zwischen Juni und Oktober.
Damit sank das Volumen im dritten Quartal zwar um 13,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, im gesamten Jahr 2026 zeigt sich aber ein anderes Bild. Der Analyse zufolge liefen seit Januar 2026 insgesamt 167 LNG-Ladungen aus Russland europäische Häfen an. Ein Gesamtvolumen von 12,18 Millionen Tonnen sei so entladen worden, erklärt die Umweltorganisation in ihrer Stellungnahme. Das seien 9,5 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum und ein neuer Rekord. Die geschätzten Gesamtausgaben der EU summierten sich in den ersten neun Monaten auf 7,88 Milliarden Euro.
Drei Viertel der Gas-Importe aus Russland gehen nach Frankreich
Allein im September wurden laut Urgewald 792.440 Tonnen im Wert von etwa 818 Millionen Euro geliefert. Ein Großteil davon ging nach Frankreich, das fast drei Viertel der gelieferten Mengen im September abnahm. Das LNG stammt aus Russlands Yamal-Anlage in Sibirien und die EU ist den Berechnungen zufolge der größte Abnehmer für das Flüssiggas. 85 Prozent des Gesamtvolumens der Anlage werden nach Europa geliefert.
Die Lieferungen erfolgen kurz vor einer wichtigen Sanktionsprüfung in den USA. Die Regierung in Washington muss bis zum 18. Oktober erstmals über Maßnahmen nach dem im September verabschiedeten Graham-Gesetz entscheiden. Das Gesetz eröffnet die Möglichkeit, Schiffe, Betreiber und weitere Beteiligte am Transport von russischem LNG zu sanktionieren. Urgewald wertet die Zahlen als Hinweis darauf, dass die bisherigen EU-Beschränkungen für kurzfristige Verträge den Handel kaum gebremst haben. Ein vollständiges Importverbot für russisches LNG aus laufenden Langfristverträgen greift erst zum 1. Januar 2027.

