Seit Samstag, 16. Mai 2020, hat Deutschland den Grenzverkehr in die EU-Nachbarstaaten Frankreich, Österreich und Schweiz erleichtert. Zuvor war der Verkehr wegen der Corona-Pandemie seit Mitte März extrem beschränkt worden.
Demnach durfte nur noch einreisen, wer einen wichtigen Grund vorweisen kann, beispielsweise Lastwagenfahrer, Angehörige medizinischer Berufe oder Berufspendler aus der Grenzregion.
Zwischen den vier Ländern ist nach Angaben des Bundesinnenministeriums eine wechselseitige Einreise nun wieder möglich. Zum Beispiel für Personen, die Lebenspartner oder Verwandte besuchen oder an wichtigen Familienanlässen teilnehmen wollen.
Auch Besitzer selbst genutzter Liegenschaften und Schrebergärten sowie von Landwirtschafts-, Jagd- oder Forstflächen sowie Menschen, die Tiere versorgen müssen, dürften einreisen.
Wer diese Möglichkeit nutzt, muss bei möglichen Kontrollen eine Selbsterklärung vorweisen (Formular der Bundespolizei hier herunterladen).

Touristen aus Deutschland haben es ab Mitte Juni leichter

Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) hatte am 17. März eine Reisewarnung für alle touristischen Reisen ins Ausland ausgesprochen. Sie ist zunächst bis zum 14. Juni 2020 befristet. Dass sie dann teilweise aufgehoben wird, gilt als wahrscheinlich.
Bisher gilt in deutschen Bundesländern die Regelung, dass jeder, der aus einem europäischen Nachbarland nach Deutschland einreist, für 14 Tage in Quarantäne gehen muss. Auch diese Regel könnte aufgehoben werden.

Das sind die Corona-Regeln für Reisen in Europa

Deutschland: Reisende ohne deutsche Staatsangehörigkeit dürfen laut Bundespolizei neben Ehe- und eingetragenen Partnern auch Lebensgefährten und Verwandte in Deutschland besuchen. Familiäre Anlässe wie Hochzeiten, Begräbnisse oder religiöse Feiern gelten nun als triftige Gründe, um nach Deutschland einreisen zu können.
Erlaubt wird auch die Einreise für ein Studium oder eine Berufsausbildung, ebenso wenn jemand nach seiner Eigentums- oder Mietwohnung schauen will. Die Lockerungen beziehen sich laut Bundespolizei nur auf die Landbinnengrenzen. Für die Luftgrenzen zu Italien und Spanien blieben die Regeln unverändert.
Auch Einreisen nach Deutschland aus touristischen Gründen oder zum Einkaufen sind demnach weiter nicht gestattet. Die Bundespolizei kündigte an, an den Grenzen zu Frankreich, zur Schweiz, Österreich, Italien sowie zu Spanien weiterhin temporäre Grenzkontrollen durchzuführen.

Frankreich will deutsche Touristen ab 15. Juni hineinlassen

Frankreich: Geplant ist die Aufhebung sämtlicher Reisebeschränkungen an der Grenze zu Deutschland ab 15. Juni 2020. Zwar gelten seit 16. Mai 2020 für einreisende Deutsche Erleichterungen; sie müssen allerdings nach wie vor einen französischen Passierschein bei der Einreise nach Frankreich ausfüllen.
Unverheiratete Paare, die sich treffen wollen, müssten an der Grenze einen Nachweis zum Beispiel über das Zusammenleben vorgelegen. Dass seit 16. Mai nicht mehr jeder Fahrzeuginsasse kontrolliert wird, hilft vor allem Berufspendlern. Seit Einführung der Kontrollen hatten sich Staus an den Grenzübergängen gebildet.
An den Grenzübergängen zwischen Deutschland und Frankreich sind wie hier in Kehl (Baden-Württemberg) am Rhein die Kontrollen gelockert worden. Allerdings ist die freie Ein- und Ausreise nach Frankreich noch nicht möglich, Deutsche brauchen einen Passierschein.
An den Grenzübergängen zwischen Deutschland und Frankreich sind wie hier in Kehl (Baden-Württemberg) am Rhein die Kontrollen gelockert worden. Allerdings ist die freie Ein- und Ausreise nach Frankreich noch nicht möglich, Deutsche brauchen einen Passierschein.
© Foto: Philipp von Ditfurth/dpa
Welche französischen Strände im Sommer am Mittelmeer, an Atlantik und Nordsee wieder öffnen, entscheiden regionale Behörden. An der Atlantikküste öffneten bereits einige Strände zum Baden und Angeln; weitere im Norden und Süden des Landes sollen folgen. Für die Mittelmeerinsel Korsika besteht noch ein Reiseverbot – dort sind vorerst keine Touristen willkommen.
Cafés und Restaurants könnten ab dem 2. Juni in den Regionen wieder öffnen, in denen das Virus weniger verbreitet ist. Sommerurlaub soll zunächst für die Franzosen ab Juli möglich sein. Sehenswürdigkeiten, zum Beispiel der Eiffelturm in Paris, sind derzeit nicht zugänglich.

Bundespolizei: Stichproben an Grenze zu Österreich

Österreich: Geplant ist die wechselseitige Aufhebung sämtlicher Reisebeschränkungen an der Grenze zu Deutschland ab 15. Juni 2020, sofern beide Nachbarstaaten die Coronakrise dann immer noch im Griff haben. Seit 16. Mai ist die Einreise in beide Richtungen wieder möglich, wenn man Lebensgefährten oder Verwandte besuchen oder an wichtigen Familienanlässen teilnehmen will.
Gleiches gilt für Besitzer selbst genutzter Liegenschaften und Schrebergärten sowie von Landwirtschafts-, Jagd- oder Forstflächen, wie das Bundesinnenministerium am Freitagabend mitteilte. Ebenso dürfen Menschen einreisen, die Tiere versorgen müssen. Die Corona-Einreisebestimmungen gelten weiter und wurden lediglich gelockert.
Es gibt nach Angaben der Behörden stichprobenartige Grenzkontrollen. So teilte die Bundespolizei in Bayern mit, dass am ersten Tag der Lockerungen auch Fahrer erwischt worden seien, die nur zum Wandern oder Shoppen aus Österreich eingereist waren.

Österreich: Grenze zu Italien vorerst weiter geschlossen

Das an Deutschland, die Schweiz und Liechtenstein grenzende österreichische Bundesland Vorarlberg öffnet seine Grenzen zu den drei Staaten in der Nacht zum 17. Mai 2020, wie die lokalen Gesundheits- und Polizeibehörden mitteilten. Ähnliche Vereinbarungen strebt Österreich mit Tschechien, der Slowkei, Ungarn und Slowenien an.
Wichtige touristische Einrichtungen wie Museen, Bergbahnen und Freizeitparks in Österreich sollen im Lauf der nächsten Wochen wieder öffnen. Zum Teil gelten Beschränkungen wie das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes in Museen.
Die Grenze zu Italien will Österreich nach Angaben der Bundesregierung in Wien (Stand: 13. Mai 2020) vorerst weiter geschlossen halten. Als Grund gelten die weiterhin vergleichsweise hohen Ansteckungszahlen mit dem Coronavirus.

Schweiz entfernt Sperren an Grenze zu Deutschland

Schweiz: Geplant ist die Aufhebung sämtlicher Reisebeschränkungen an der Grenze zu Deutschland ab 15. Juni 2020. Am 16. Mai entfernten die Schweizer die Absperrungen an ihren Grenzübergängen nach Österreich und Deutschland wieder. Kontrolliert wird laut Schweizer Zollverwaltung aber weiterhin. Die Corona-Einreisebestimmungen gelten weiter und wurden lediglich gelockert.
Beamte der Bundespolizei kontrollieren am Grenzübergang Weil am Rhein an der A5 einen aus der Schweiz einreisenden Autofahrer. Die Einreise nach Deutschland ist seit 16. Mai leichter möglich.
Beamte der Bundespolizei kontrollieren am Grenzübergang Weil am Rhein an der A5 einen aus der Schweiz einreisenden Autofahrer. Die Einreise nach Deutschland ist seit 16. Mai leichter möglich.
© Foto: Philipp von Ditfurth/dpa
So sind Familienbesuche zu wichtigen Feiern oder Beerdigungen oder Besuche bei Lebensgefährten im Nachbarland oder zur Versorgung von Tieren oder Gärten jenseits der Grenze erlaubt.

Luxemburg lässt unbeschränkten Grenzverkehr zu

Luxemburg: An der Grenze von Deutschland zu Luxemburg endeten die Grenzkontrollen, die Mitte März zur Eindämmung der Corona-Pandemie eingeführt worden waren, wechselseitig um Mitternacht am 15. Mai 2020. Zuvor waren die Absperrungen an den Grenzübergängen weggeräumt worden – wie zum Beispiel auf der Brücke zwischen dem deutschen Echternacherbrück und dem luxemburgischen Echternach.
Zwischen Luxemburg und Deutschland sind seit 16. Mai die Reisebeschränkungen wegen der Corona-Pandemie aufgehoben. Auf der Brücke bei Schengen an der Mosel treffen sich der luxemburgische Außenminister Jean Asselborn (l.) und Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD).
Zwischen Luxemburg und Deutschland sind seit 16. Mai die Reisebeschränkungen wegen der Corona-Pandemie aufgehoben. Auf der Brücke bei Schengen an der Mosel treffen sich der luxemburgische Außenminister Jean Asselborn (l.) und Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD).
© Foto: Oliver Dietze/dpa
Nach Angaben der Bundespolizei in Trier waren in Rheinland-Pfalz insgesamt gut ein Dutzend Übergänge an der deutsch-luxemburgischen Grenze gesperrt gewesen.

Einreise nach Tschechien für Deutsche nur in Ausnahmefällen

Tschechien: In Tschechien läuft der wegen der Coronavirus-Pandemie verhängte Ausnahmezustand in der Nacht auf Montag, 18. Mai 2020, aus. Der Einreisestopp für Touristen aus Deutschland und anderen Ländern bleibe aber auf anderer Grundlage bestehen, stellte ein Sprecher des Innenministeriums in Prag klar.

Lübbenau/Calau

Ausnahmen gibt es wie bisher für Ausländer, die über einen dauerhaften Wohnsitz in Tschechien verfügen. Sie müssen bei der Wiedereinreise indes einen negativen Coronavirus-Test vorweisen oder sich einer 14-tägigen Heimquarantäne unterziehen.
Tschechiens Ministerpräsident Andrej Babis will die geschlossene Grenze zuerst für Reisende aus Österreich und der Slowakei öffnen – voraussichtlich Mitte Juni.

Polen kontrolliert Grenzen strikt bis Mitte Juni

Polen: Das Land hält bis zum 12. Juni an Kontrollen an den Grenzen zu anderen EU-Ländern fest. Ausländer dürfen nicht einreisen. Bisher gelten Ausnahmen für Menschen mit Daueraufenthaltsgenehmigung, für Lastwagenfahrer und Diplomaten. Seit dem 4. Mai sind in Polen Hotels und Einkaufszentren wieder geöffnet.
In einem weiteren Schritt zur Beendigung des Lockdowns dürfen Restaurants und Cafés ab 18. Mai 2020 wieder öffnen. Es muss aber ein Mindestabstand von zwei Metern zwischen den Tischen eingehalten werden. Auch sind Köche und Keller verpflichtet, einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen.
Ebenfalls ab 18. Mai öffnen dürfen Friseursalons und Kosmetikstudios in Polen.
Lediglich für Grenzgänger hat Polen die in der Corona-Pandemie geltenden Reisebeschränkungen gelockert. Das Bild entstand Anfang Mai in Frankfurt (Oder)/Slubice.
Lediglich für Grenzgänger hat Polen die in der Corona-Pandemie geltenden Reisebeschränkungen gelockert. Das Bild entstand Anfang Mai in Frankfurt (Oder)/Slubice.
© Foto: Patrick Pleul/dpa

Dänemark macht Ferienhaus-Urlaubern Hoffung

Dänemark: Seit dem 14. März 2020 kommen Touristen und andere Ausländer wegen der Corona-Pandemie nicht mehr ins Land. Wer aber eine Sommerreise nach Kopenhagen oder an die dänische Küste plant, für den besteht Hoffnung.
Die dänische Regierungschefin Mette Frederiksen zeigte sich am 14. Mai offen für die Möglichkeit, Touristen bald ins Land zu lassen, die etwa mit einem Mietvertrag für ein Ferienhaus oder mit einer Hotelreservierung den Grund ihrer Einreise nachweisen könnten.
Wann das soweit ist, steht noch nicht fest. Deutschland will keine Grenzkontrollen an der Grenze zu Dänemark mehr, aber das Ja aus Kopenhagen steht noch aus (Stand: 16. Mai 2020).

Nach Schweden mit der Fähre über die Ostsee

Schweden: In Schweden besteht vorläufig und bis zum 15. Juni 2020 ein Einreiseverbot - jedoch nicht für Länder der EU und der Europäischen Freihandelszone. Die Anreise aus Deutschland per Fähre über die Ostsee etwa ab Kiel, Rostock oder Travemünde nach Schweden ist weiterhin möglich. Flüge aus Deutschland in Richtung Stockholm oder Göteborg gibt es momentan kaum.
Eine Durchreise durch Dänemark mit dem Ziel Schweden aus Deutschland ist derzeit noch nicht möglich (Stand: 16. Mai 2020).

Niederlande und Belgien: Grenzen sind offen

Niederlande: Für Deutsche gab es nie ein Einreiseverbot in der Corona-Pandemie, also können auch deutsche Urlauber demächst wieder Unterkünfte in den Niederlanden mieten. Bungalowparks öffnen derzeit stufenweise, auch Ferienwohnungen werden bereits vermietet.
Ab dem 1. Juli sollen dann alle Campingplätze und Ferienparks wieder voll geöffnet werden. Bisher galt das nur eingeschränkt. So mussten etwa auf Campingplätzen Duschen und WCs geschlossen bleiben. Die sanitären Einrichtungen werden ab 1. Juli auch an Stränden und in Naturparks wieder geöffnet.Museen dürfen ab 1. Juni wieder Besucher empfangen - vorausgesetzt, sie melden sich vorher online an.
Auch Restaurants, Cafés, Strandpavillons und Kneipen dürfen jeweils maximal 30 Gäste bewirten. Ab Juli sind dann bis zu 100 Gäste erlaubt.
Belgien: Die Grenzen zu Deutschland sind auch in der Corona-Pandemie offen geblieben. Nordrhein-Westfalen hat die Quarantäne-Vorschrift für Rückkehrer aus den europäischen Nachbarstaaten wie Belgien am 14. Mai 2020 aufgehoben.

Italien will Ausländer ab 3. Juni 2020 einreisen lassen

Italien: Das von der Corona-Pandemie besonders betroffene Italien will die Einreise für Ausländer ab 3. Juni 2020 wieder erlauben. Zudem sollen dann Reisen zwischen den Regionen in Italien wieder erlaubt sein, beschloss die Regierung in Rom.In eine zwei Wochen lange Quarantäne müssen nach der Einreise nur diejenigen, die Kontakt mit Infizierten hatten oder selbst positiv getestet wurden.
Derzeit ist eine Einreise nur in Ausnahmefällen möglich, zum Beispiel für Italiener, die in ihre Heimat zurück wollen, oder Ausländer, die ihren Wohnsitz in Italien haben.
Italien ist auf Touristen angewiesen, doch ist Mitte Mai 2020 noch unklar, ob wegen der Corona-Pandemie eine Einreise ins Land im Sommer möglich wird. Hier das Kolosseum in Rom.
Italien ist auf Touristen angewiesen, doch ist Mitte Mai 2020 noch unklar, ob wegen der Corona-Pandemie eine Einreise ins Land im Sommer möglich wird. Hier das Kolosseum in Rom.
© Foto: Alberto Lingria/dpa
Bisher halten allerdings Österreich und die Schweiz Einreisebeschränkungen für Reisende aus Italien in Kraft (Stand 15.05.2020). Die Grenze zu Italien will Österreich nach Angaben der Bundesregierung in Wien vorerst weiter geschlossen halten.
In Südtirol bereiten sich die Hotels auf deutsche Touristen vor. Das sagte der Landeshauptmann von Südtirol, Arno Kompatscher. Er rechnet damit, dass deutsche Touristen wieder in die italienische Provinz reisen können – laut Bayerischem Rundfunk von Juni an und spätestens im Juli 2020.

Deutsche Airlines fliegen ab Juni wieder Mallorca an

Spanien: In Spanien will die linke Regierung den im Land auf immer mehr Kritik stoßenden Notstand um einen Monat bis Ende Juni 2020 verlängern; bis jetzt gilt der Notstand bis 23. Mai. Einen Termin für eine Grenzöffnung für Touristen zum Beispiel aus Deutschland gibt es noch nicht. Es gibt bereits schrittweise Lockerungen, auch wenn noch nicht klar ist, was das für den Tourismus heißt.
So durften zumindest in Teilen des Landes die Hotels unter strengen Auflagen wieder öffnen. Auf die Mittelmeer-Insel Mallorca wollen die Lufthansa und ihre Tochter Eurowings ab Juni aber wieder Flieger schicken.
Zwar wollen deutsche Airlines die spanische Mittelmeer-Insel Mallorca im Juni 2020 wieder anfliegen. Doch zunächst gelten ab 15. Mai für Einreisende aus dem Ausland nach Spanien zwei Wochen Quarantäne. Derzeit landen kaum Flüge auf dem Flughafen Palma de Mallorca (hier die Abflughalle).
Zwar wollen deutsche Airlines die spanische Mittelmeer-Insel Mallorca im Juni 2020 wieder anfliegen. Doch zunächst gelten ab 15. Mai für Einreisende aus dem Ausland nach Spanien zwei Wochen Quarantäne. Derzeit landen kaum Flüge auf dem Flughafen Palma de Mallorca (hier die Abflughalle).
© Foto: Clara Margais/dpa
Portugal: Portugal will schrittweise für ausländischen Tourismus öffnen. Der Hotelverband AHP teilte mit, dass Mitte Juli die meisten Hotels wieder offen sein könnten. Die Tourismusbehörde will zudem mit einem neuen Hygiene-Siegel Vertrauen aufbauen. Die Einhaltung der Bestimmungen solle regelmäßig überprüft werden.
Dank einer frühen Reaktion und strikter Maßnahmen Portugal weniger von Covid-19 betroffen als der Nachbarstaat Spanien.

Griechenland will Tourismus ab 1. Juli 2020 anlaufen lassen

Griechenland: Das Land, das bereits eine heftige Schuldenkrise verarbeiten muss, hängt zu einem Großteil wirtschaftlich vom Tourismus ab. Die Regierung in Athen will ab 18. Mai alle Bewegungen innerhalb des Landes erlauben. Der Tourismus soll ab 1. Juli wieder anlaufen. In den Urlaubsorten am Meer sollen die Liegen und die Sonnenschirme am Pool oder am Strand etwa drei bis fünf Meter voreinander entfernt stehen.
Große Diskussionen gibt es in Griechenland darüber, ob die Mahlzeiten im Buffet-Stil oder am Tisch serviert werden sollen. Damit sich das Virus nicht ausbreitet, sollen die Betten in den Zimmern nicht täglich gemacht werden.Bisher gibt es keine EU-weite Lösung für den Reiseverkehr (Stand: 15. Mai 2020).
Griechenland: Archäologische Stätte Olympia (im März 2020, geschlossen für Touristen).
Griechenland: Archäologische Stätte Olympia (im März 2020, geschlossen für Touristen).
© Foto: Yorgos Karahalis
Die griechische Regierung setzt daher nach eigenen Angaben auf Reisevereinbarungen mit Ländern, aus denen hauptsächlich Touristen kommen - darunter Israel, Zypern, Österreich, Australien und Bulgarien.Am 25. Mai sollen in Griechenland Reisen zu allen Inseln erlaubt werden.
Stufenweise beginnen Ende Mai und im Juni erneut Flüge aus Griechenland nach Deutschland und anderen EU-Staaten, teilten Fluglinien mit. Am 18. Mai sollen archäologische Stätten wie die Akropolis von Athen für die Besucher öffnen.
Zypern: Der Inselstaat führt zurzeit Verhandlungen mit Israel und Griechenland über eine baldige Wiederaufnahme der Flüge für Urlauber. Bei einer Einigung können Israelis und Griechen nach Zypern fliegen, ohne anschließend 14 Tage lang in Quarantäne bleiben zu müssen. Wie das mit Großbritannien und Deutschland geregelt wird, ist noch unklar (Stand: 14. Mai 2020).

Türkei: Als Erste dürfen Medizin-Touristen einreisen

Türkei: Die Türkei will ihre Grenzen vom 20. Mai 2020 an für Medizin-Touristen aus ausgewählten Ländern öffnen. Menschen aus insgesamt 31 Staaten – darunter Deutschland, Russland und Großbritannien – sollen dann laut einer Richtlinie des Gesundheitsministeriums für Behandlungen ins Land einreisen dürfen, wie die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu berichtete. Die Schweiz und Österreich stehen nicht auf der Liste.
Die Patienten müssen sich laut Bericht vor ihrer Einreise bei der Gesundheitsbehörde USHAS registrieren und zugelassen werden. An den Grenzübergängen solle darüber hinaus auf Corona getestet werden. Die Patienten und bis zu zwei Begleiter dürften sich ausschließlich in ausgewiesenen Kliniken und Rehazentren aufhalten, heißt es weiter. Dort seien separate Bereiche für sie vorgesehen.
Die Türkei will Urlaubern aus Europa Reisen ins Land ermöglichen und schafft Hygiene-Standards in Hotels. Seit Mitte Mai dürfen Jugendliche, für die vorher in der Türkei Ausgangssperren wegen der Corona-Pandemie galten, wieder auf die Straßen.
Die Türkei will Urlaubern aus Europa Reisen ins Land ermöglichen und schafft Hygiene-Standards in Hotels. Seit Mitte Mai dürfen Jugendliche, für die vorher in der Türkei Ausgangssperren wegen der Corona-Pandemie galten, wieder auf die Straßen.
© Foto: Burhan Ozbilici/dpa
Ende Mai will die Türkei den inländischen Reiseverkehr wieder aufnehmen, im Juni hofft die Türkei auf internationale Urlauber. Für Hotels und Restaurants in der Türkei sollen dann strenge Corona-Auflagen gelten. Es müssen etwa Abstands- und Hygieneregeln eingehalten werden, das Personal soll eine Pandemie-Ausbildung erhalten.
Nach der Öffnung für internationale Flüge sollen an den Grenzübergängen, etwa am Flughafen Antalya, Corona-Tests durchgeführt werden.

So lockern Slowenien und Kroatien die Reise-Regeln

Kroatien: Seit dem 9. Mai 2020 gelten gelockerte Einreisebestimmungen nach Kroatien. Demnach dürfen Ausländer mit drei Begründungen die Grenze ohne Corona-Test und ohne Quarantäne-Auflagen passieren: wenn sie eine Immobilie oder ein Boot in Kroatien besitzen, wenn sie zu einem Begräbnis reisen oder wenn sie über die Einladung eines Unternehmens verfügen und an ihrer Einreise ein wirtschaftliches Interesse besteht.
Eine informelle Weisung des Innenministeriums hält fest, dass die letzte Bestimmung auch auf Urlauber anzuwenden ist, die eine Unterkunft in Kroatien gebucht haben. Die Behörden arbeiten zudem an neuen Regeln, die zu große Menschenansammlungen an den Stränden verhindern sollen.
Kroatien, Pila: Eine Fremdenführerin geht am römischen Amphitheater vorbei, das normalerweise von Touristen überfüllt wäre. Das Bild stammt vom 5. April 2020. Ab 9. Mai ermöglicht Kroatien wieder Einreisen von Urlaubern aus der EU.
Kroatien, Pila: Eine Fremdenführerin geht am römischen Amphitheater vorbei, das normalerweise von Touristen überfüllt wäre. Das Bild stammt vom 5. April 2020. Ab 9. Mai ermöglicht Kroatien wieder Einreisen von Urlaubern aus der EU.
© Foto: Darko Bandic/dpa
Slowenien: Das Nachbarland Österreichs erlaubt ab 31. Mai 2020 EU-Bürgern die Einreise ohne Corona-Tests und Quarantäne-Auflagen. Vor allem für Urlauber aus Deutschland, die mit dem eigenen Wagen nach Kroatien fahren wollen, ist das eine große Erleichterung, denn ihr Urlaubsziel ist praktisch nur über Slowenien erreichbar.
Das Land verfügt selbst über einen 46 Kilometer langen Abschnitt an der Adria mit gut ausgebauter touristischer Infrastruktur. Hotels mit weniger als 30 Zimmern dürfen ab dem 18. Mai wieder öffnen. Für den Strandbetrieb gelten noch Einschränkungen: Man darf zwar schwimmen und surfen, nicht aber am Strand in der Sonne liegen.
Restaurants und Cafés empfangen seit Anfang Mai wieder Gäste, allerdings nur draußen. Ab 18. Mai können sie auch wieder in Innenräumen bedienen.

Bulgarien: Noch keine Klarheit über Auslandsflüge

Bulgarien: Bulgariens Fremdenverkehr hängt zum großen Teil von Auslandsflügen ab, über die es noch keine Klarheit gibt. Die bulgarische Tourismusbranche beklagt fehlende EU-Regeln für die Ein- und Ausreise von Touristen. Griechenland führt mit dem Nachbarland derzeit Gespräche, um die Quarantäne-Bestimmungen bei wechselseitiger Ein- und Ausreise aufheben zu können (Stand 15. Mai 2020).
Die baltischen Staaten Estland, Lettland und Litauen haben am 15. Mai 2020 ihre gemeinsamen Grenzen wieder geöffnet. Die Bürger der drei Nachbarländer im Nordosten Europas dürfen nun wieder frei innerhalb des Baltikums reisen, ohne sich wegen der Corona-Krise für zwei Wochen in Selbstisolation begeben zu müssen. Wer aus Drittstaaten einreist, muss weiterhin 14 Tage in Quarantäne bleiben.
Die Regelung für die drei baltischen Staaten könnte bald nach Regierungsangaben in Estland auch auf Finnland und Polen ausgeweitet werden.

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