Corona-Folge: Medien: CDU sagt Präsenz-Parteitag am 4. Dezember ab

Die drei Kandidaten für den Bundesvorsitz der CDU, Norbert Röttgen, Armin Laschet und Friedrich Merz (von links). Der zentrale CDU-Parteitag am 4. Dezember, auf dem ein Nachfolger für die Parteivorsitzende Angela Merkel gewählt werden soll, wird laut dpa und Der Spiegel abgesagt.
Michael KappelerNach übereinstimmenden Berichten der Deutschen Presse-Agentur (dpa) und des Magazins Der Spiegel ist der für den 4. Dezember 2020 geplante Präsenzparteitag der CDU mit 1001 Delegierten zur Wahl eines neuen Parteivorsitzenden in Stuttgart vom Tisch.
Man habe einen Rahmen für das weitere Vorgehen besprochen, den Parteichefin Annegret Kramp-Karrenbauer nun an diesem Montag, 26. Oktober, den CDU-Gremien vorstellen werde, zitierte dpa nicht genannte Quellen.
Offen war laut dpa demnach, ob es eine Verschiebung des Parteitags ins Jahr 2021 geben soll oder ob es noch 2020 einen sogenannten hybriden Parteitag geben kann, bei dem an mehreren Standorten in Deutschland verteilt in Präsenz und virtuell gewählt würde. Als dritte Option galt eine Briefwahl.
Friedrich Merz pocht auf Klärung der Führungsfrage noch 2020
Der für den CDU-Vorsitz kandidierende Ex-Unionsfraktionschef Friedrich Merz pocht auf eine Klärung der offenen Führungsfrage seiner Partei noch in diesem Jahr. „Auch wenn ein Präsenzparteitag unter den gegenwärtigen Bedingungen sicher schwierig sein wird, so bin und bleibe ich der Meinung, dass die CDU noch in diesem Jahr die offene Führungsfrage klären muss“, sagte Merz am Sonntagabend der dpa.
Zuvor hatte die CDU-Spitze gut fünf Stunden lang beraten. Ein digitaler Parteitag am 4. Dezember sei ebenso möglich wie eine Entscheidung über den Vorsitzenden der CDU per Briefwahl, sagte Merz weiter. An den Beratungen hatten auch die Gegenkandidaten von Merz, Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet und Norbert Röttgen teilgenommen.