AfD erreicht laut Umfrage 40 %
: Wann ist die nächste Wahl in Brandenburg?

Die AfD erreicht in einer neuen Umfrage in Brandenburg erstmals 40 Prozent. Die SPD verliert deutlich, die CDU fällt sogar auf einen einstelligen Wert.
Von
Lukas Böhl
Potsdam
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Brandenburgs Innenminister Redmann und Ministerpräsident Woidke: Jan Redmann (l, CDU), Brandenburgs Minister des Inneren und für Kommunales, und Dietmar Woidke (r, SPD), Ministerpräsident von Brandenburg, unterhalten sich während der Plenarsitzung des Brandenburger Landtags vor der Aussprache zum Thema „Sicherheit in Brandenburg“. (zu dpa: «Umfrage: AfD in Brandenburg bei 40 Prozent - CDU einstellig»)

Brandenburgs Innenminister Redmann und Ministerpräsident Woidke: Jan Redmann (l, CDU), Brandenburgs Minister des Inneren und für Kommunales, und Dietmar Woidke (r, SPD), Ministerpräsident von Brandenburg, unterhalten sich während der Plenarsitzung des Brandenburger Landtags vor der Aussprache zum Thema „Sicherheit in Brandenburg“.

Soeren Stache/dpa

Die AfD baut ihren Vorsprung in Brandenburg weiter aus. In einer aktuellen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts INSA erreicht die Partei 40 Prozent. Das sind sechs Prozentpunkte mehr als bei der vorherigen Erhebung im März 2026.

Die Umfrage wurde im Auftrag der Lausitzer Rundschau (LR), der Märkischen Oderzeitung (MOZ) und der Märkischen Allgemeinen Zeitung (MAZ) durchgeführt. Zwischen dem 29. September und dem 6. Oktober 2026 befragte INSA insgesamt 1000 Wahlberechtigte in Brandenburg.

Die SPD von Ministerpräsident Dietmar Woidke kommt in der Sonntagsfrage nur noch auf 20 Prozent. Sie verliert vier Prozentpunkte und erreicht damit nur halb so viel Zustimmung wie die AfD. Besonders deutlich fällt der Rückgang bei der CDU aus. Sie verliert fünf Prozentpunkte und liegt bei neun Prozent.

Auch die übrigen Parteien bleiben deutlich hinter der AfD zurück. Die Linke kommt auf neun Prozent, Bündnis 90/Die Grünen und das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) erreichen jeweils sieben Prozent. Auf sonstige Parteien entfallen acht Prozent.

Wann findet die nächste Landtagswahl in Brandenburg statt?

Die nächste reguläre Landtagswahl in Brandenburg steht 2029 an. Ein genauer Wahltermin wurde bislang nicht festgelegt.

Die letzte Landtagswahl fand am 22. September 2024 statt. Die Abgeordneten des Brandenburger Landtags werden für fünf Jahre gewählt. Nach der Landesverfassung muss die Neuwahl frühestens 57 und spätestens 60 Monate nach Beginn der Wahlperiode stattfinden.

Was bedeuten 40 Prozent für die AfD in Brandenburg?

Sollten sich die Umfragewerte bei einer Landtagswahl bestätigen, wäre die Regierungsbildung schwierig. Die AfD käme zwar auf 40 Prozent der Stimmen, hätte damit aber keine eigene absolute Mehrheit.

SPD und CDU erreichen zusammen nur noch 29 Prozent. Damit wäre auch die bisherige Koalition rechnerisch weit von einer Mehrheit entfernt.

Da die anderen Parteien eine Zusammenarbeit mit der AfD ablehnen, müssten sie nach alternativen Mehrheiten suchen. SPD, CDU, Linke, Grüne und BSW kommen in der Umfrage zusammen auf 52 Prozent. Ob eine Koalition aus diesen fünf Parteien politisch möglich wäre, ist allerdings offen.

Zudem lassen sich die Umfragewerte nicht unmittelbar in Landtagssitze umrechnen. Die tatsächliche Sitzverteilung hängt unter anderem davon ab, welche Parteien bei der Wahl ins Parlament einziehen.

Umfrage zeigt hohe Unzufriedenheit mit der Landesregierung

Neben der Sonntagsfrage hat INSA auch die Zufriedenheit mit der Politik untersucht. Demnach sind 67 Prozent der Befragten mit der Arbeit der Brandenburger Landesregierung unzufrieden. Noch schlechter fällt die Bewertung der Bundesregierung aus: 81 Prozent äußern Unzufriedenheit.

Bei der Frage, welche Partei die Interessen der Ostdeutschen am besten vertritt, erreicht die AfD 36 Prozent. Dahinter folgen die SPD mit 14 Prozent und die Linke mit zwölf Prozent.

Die Ergebnisse verdeutlichen, wie stark sich die politischen Kräfteverhältnisse in Brandenburg gegenüber der Landtagswahl 2024 verschoben haben.

Allerdings sind Umfragen keine Wahlprognosen. Die angegebene Fehlertoleranz der INSA-Erhebung liegt bei 3,1 Prozentpunkten. Bis zur nächsten regulären Landtagswahl 2029 können sich die politischen Mehrheitsverhältnisse noch erheblich verändern.