Wal Ostsee aktuell
: So ist die Lage heute, am 9. April

Für den vor Wismar festsitzenden Buckelwal gibt es kaum noch Hoffnung. Experten sehen keine Chance mehr auf Rettung.
Von
David Hahn
Wismar
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Buckelwal liegt weiter in Wismarer Bucht: 09.04.2026, Mecklenburg-Vorpommern, Weitendorf-Hof: Der Buckelwal liegt am frühen Vormittag noch immer auf einer Sandbank vor der Insel Poel. Die Lage des in der Ostsee festsitzenden Buckelwals hat sich nicht verändert. Der Wal lebt und liegt weiterhin an derselben Stelle vor der Insel Poel, an der er seit mehr als einer Woche festsitzt, sagte ein Sprecher des Umweltministeriums. Foto: Marcus Golejewski/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Der Buckelwal liegt am 9. April 2026 früh morgens noch immer auf einer Sandbank vor der Insel Poel. Die Lage des in der Ostsee festsitzenden Buckelwals hat sich nicht verändert. Der Wal lebt und liegt weiterhin an derselben Stelle vor der Insel Poel, an der er seit mehr als einer Woche festsitzt, sagte ein Sprecher des Umweltministeriums.

Marcus Golejewski/dpa

Nach Einschätzung von Experten wird der Buckelwal, auch „Timmy“ genannt, im flachen Wasser vor Wismar voraussichtlich sterben. Weitere Rettungsmaßnahmen sind nicht geplant, eine Befreiung aus eigener Kraft gilt als ausgeschlossen. Die aktuellen Entwicklungen und Hintergründe gibt es hier zusammengefasst.

Wal in der Ostsee aktuell

Nachdem sich der Wal nach Tagen auf einer Sandbank vor Timmendorfer Strand und mehreren Rettungsaktionen befreien konnte, liegt er seit dem 31. März erneut in flachem Wasser vor Wismar. Der vor der Insel Poel in der Ostsee festsitzende Buckelwal verharrt laut der Deutschen Presse-Agentur (dpa) am 9. April weiterhin an derselben Stelle. Nach Angaben des Umweltministeriums lebt das Tier zwar noch und zeigt gelegentlich leichte Bewegungen, doch an seiner Lage hat sich seit mehr als einer Woche nichts geändert. Fachleute gehen davon aus, dass sich der Wal im Sterbeprozess befindet. Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD) bezeichnete den Wal zuletzt als „schwerstkrank“. Ein deutliches Anzeichen dafür sei, dass er kaum noch auf Annäherungen von Booten reagiere, erklärte Bianca König von der Tierschutzorganisation Whale and Dolphin Conservation (WDC). Wie lange dieser Prozess noch andauern wird, ist jedoch unklar.

Das Hauptproblem für den Buckelwal ist nach Einschätzung von Fachleuten sein enormes Gewicht in Kombination mit dem flachen Wasser. Ohne ausreichenden Auftrieb drückt die eigene Masse zunehmend auf die Organe, was zu Organversagen und einem Kreislaufkollaps führen kann. Zusätzlich verschlechtert sich der Zustand durch Hautschäden: Der geringe Salzgehalt des Ostseewassers greift die Haut an, es entstehen Blasen und offene Stellen, die von Möwen angepickt werden. In der Folge können sich Bakterien und Pilze ausbreiten und den geschwächten Organismus weiter belasten.

Rettungsversuche eingestellt

Die Hoffnungen auf eine Rettung des vor Wismar gestrandeten Buckelwals haben sich diese Woche zerschlagen. Nach zahlreichen wissenschaftlichen Untersuchungen erklärten Experten auf der Insel Poel, dass weder eine Lebendbergung möglich sei noch das Tier sich aus eigener Kraft befreien könne.

Fachleute des Instituts für terrestrische und aquatische Wildtierforschung (ITAW) raten dringend von einem Rettungsversuch ab. Der Zustand der Haut habe sich zuletzt deutlich verschlechtert, erklärte Expertin Stephanie Groß. Die Oberfläche reiße bereits ein. Beim Anheben mit Gurten bestehe die Gefahr, die Haut großflächig abzuziehen.

Zudem gehen die Wissenschaftler davon aus, dass der Wal bereits innere Schäden erlitten hat. Ein Transport würde enormen Stress verursachen und das Tier vermutlich töten. Auch ein zuletzt diskutierter Einsatz eines Spezial-Katamarans aus Dänemark wurde daher verworfen.

Ostsee: Zu niedriger Wasserstand

Auch eine Selbstrettung gilt als ausgeschlossen. Der Wal liegt in einer Mulde im weichen Meeresboden, große Teile seines Körpers ragen aus dem Wasser. Laut Experten müsste der Wasserstand etwa 60 Zentimeter höher sein, damit sich das Tier freischwimmen könnte.

Eine solche Entwicklung ist jedoch nicht in Sicht. Prognosen gehen in den kommenden Tagen sogar von sinkenden Wasserständen aus. Zudem fehle dem Wal aufgrund seines schlechten Zustands die notwendige Kraft.

Einschläfern oder Tötung keine Option

Auch ein gezieltes Töten, um dem Wal weiteres Leid zu ersparen, wurde geprüft. Die zuständigen Behörden verwarfen diese Option jedoch. Methoden wie Erschießen oder Giftstoffe würden Experten zufolge teils erhebliche Risiken bergen, dass sie nicht sofort wirken und das Tier zusätzlich leiden würde. Die wohl effektivste Methode mit einem Sprengsatz wurde unter anderem aus ethischen Gründen verworfen.

Spätere Bergung vorbereitet

Für die Zeit nach dem Tod des Wals gibt es bereits konkrete Pläne. Ein Bergungskonzept befindet sich laut Umweltministerium in der finalen Abstimmung. Die Vorbereitung würde etwa zwei Tage dauern, die eigentliche Bergung einen weiteren Tag. Spezialisierte Unternehmen aus Deutschland und Dänemark stehen bereit, um das Tier mit Schiffen und Hebetechnik zu bergen.

Mit Material der dpa