Unwetterwarnung für Sachsen
: Die Neiße sieht aus wie immer – kommt da noch etwas?

Während sich die Hochwassermeldungen aus Polen und Tschechien überschlagen, fließt die Lausitzer Neiße in ihrem Bett. Was sagen die Prognosen.
Von
Regina Weiß
Bad Muskau
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Blick auf die Neiße, die Bad Muskau und Leknica trennt. Das Treibholz, das sich an der Grenzbrücke inmitten des Flusses verfangen hat und schon für eine kleine Insel sorgt, kann im Hochwasserfall zum Problem werden.

Blick auf die Neiße, die Bad Muskau und Leknica trennt. Das Treibholz, das sich an der Grenzbrücke inmitten des Flusses verfangen hat und schon für eine kleine Insel sorgt, kann im Hochwasserfall zum Problem werden.

Regina Weiß

So mancher Besucher des Polenmarktes hat auf seinem Weg nach Bad Muskau möglicherweise im Autoradio die neuesten Nachrichten gehört. Was dort über die Hochwassersituation in Polen und Tschechien berichtet wird, ist schon besorgniserregend. Kein Wunder also, dass die Neiße an diesem Samstag (14. September) einen Blick mehr abbekommt.

Das gute ist, der Grenzfluss fließt nach wie vor in seinem Bett. Zwar führt er etwas mehr Wasser mit, doch nichts deutet zu diesen Stunden auf ein Hochwasser hin. Etwas anders sieht das am Morgen in Zittau aus. Dort steht der Görlitzer Landrat Stephan Meyer (CDU) am Zusammenfluss von Mandau und Neiße. Dort ist der Pegel um rund einen Meter gestiegen. Doch die Sorgen des Landrates gelten dem, was noch kommen soll. Deshalb ist der Krisenstab des Landkreises vorbereitet und die technische Einsatzleitung mit den Feuerwehren der Gemeinden in Verbindung. Außerdem befindet sich ein Hintergrunddienst in Bereitschaft.

Der Neißepegel in Podrosche steigt

Auch der Neißepegel in Podrosche steigt. Allerdings ist er am Samstag noch nicht im Bereich der Warnstufe eins angekommen. Prognostiziert wird für Sonntagnachmittag die Stufe zwei. Zeitverzögert – zwischen dem Neißedorf und Bad Muskau liegen an die 20 Kilometer – kommt diese Steigerung auch in Bad Muskau an.

Die Landeshochwasserzentrale in Dresden schreibt, dass in den vergangenen 24 Stunden im Einzugsgebiet der Neiße und ihrer Nebenläufe verbreitet zwischen 50 und 70 mm Niederschlag gefallen sind. Vor allem im Stau des Isergebirges – es liegt sowohl in Polen als auch in Tschechien und ist Quellgebiet der Lausitzer Neiße – lagen die Mengen teilweise deutlich über 100 mm. Die Hauptstadt des Riesengebirges – Jelenia Gora (Hirschberg) – gibt auf ihrer Internetseite am Samstag an, dass fast 120 mm in 24 Stunden gefallen sind.

Auch wenn es Samstag viele Stunden nicht geregnet hat, wird sich das Bild am Sonntag (15. September) ändern. Allerdings sollen die Mengen nicht so hoch wie die seit Freitag bereits gefallenen Regenmengen ausfallen. Allerdings treffen diese Niederschläge auf nun erhöhte Bodenfeuchte und Fließgewässer mit bereits erhöhter Wasserführung, so die Landeshochwasserzentrale.

Regen am Sonntag steigert Hochwassergefahr an Neiße und Spree

Deshalb soll am Sonntag besonderes Augenmerk auf die Lausitzer Neiße, insbesondere ihren Oberlauf sowie nach der Einmündung der Smeda/Witka gelegt werden. Die Experten gehen davon aus, dass die ab Sonntag auftretenden Niederschläge für einen sehr schnellen Wiederanstieg der Wasserstände sorgen werden. Für Görlitz ist das Überschreiten der Richtwerte der Alarmstufe drei  nach aktuellem Stand nicht auszuschließen.

Bei der Spree zeigt sich, dass an ihren Zuflüssen die Pegel entweder gleich bleiben oder sogar wieder fallen. Für die Spreepegel Lieske und Spreewitz wird im heutigen Tagesverlauf mit dem Überschreiten der ersten Meldegrenze gerechnet. Dort ist im weiteren Verlauf das Erreichen des Richtwertes der Alarmstufe zwei nicht auszuschließen. Auch hier geht die Landeshochwasserzentrale davon aus, dass der Wiederanstieg durch den sonntäglichen Regen in den Oberläufen und kleineren Gewässern sehr rasch vonstattengehen wird.