Tipps gegen den Kater
: Fünf Hausmittel aus Brandenburg

Der Alkohol verlässt den Körper, der Kopfschmerz kommt. Wir haben Tipps gegen den Kater gesucht und sind dabei ausgerechnet bei der Hausmannskost aus Brandenburg und dem harten Leitungswasser fündig geworden.
Von
Nicole Züge
Cottbus
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„No Kater Zone“ steht auf einem Schild in einem Null-Prozent-Späti im Berliner Bergmannkiez. Tatsächlich ist die beste Medizin gegen einen Kater, auf Alkohol, zu verzichten. Wer es dennoch etwas übertrieben hat, findet hier fünf Tipps.

Annette Riedl / dpa

Kopfschmerzen, Übelkeit, Schwindel — nach einer durchzechten Nacht kommt oft der „Kater“.

Wir haben uns auf die Suche nach Hausmitteln aus Brandenburg gemacht. Fündig geworden sind wir zum Beispiel in der ostdeutschen Hausmannskost und beim harten Brandenburger Leitungswasser.

Fünf Tipps gegen den Kater in der Brandenburg–Edition.

Warum haben wir eigentlich einen „Kater“?

Der umgangssprachliche „Kater“ entsteht, weil Alkohol den Körper dehydriert und damit das Gleichgewicht zwischen Mineralstoffen wie Kalium, Magnesium, Kalzium und Natrium durcheinanderbringt.

In der Folge kommt es zu einer Weitung der Blutgefäße im Kopf. Das hat Kopfschmerzen zur Folge. Hinzu kommen oft Übelkeit, Schwindel, ein allgemeines Gefühl der Schlappheit und großer Durst aufgrund des Flüssigkeitsverlustes.

Wer diese Effekte auf den Körper verhindern (oder zumindest abschwächen) möchte, sollte nicht erst am nächsten Morgen, sondern schon vor dem Genuss von Alkohol damit beginnen. Eine gute Vorbereitung ist das A und O.

Tipp Nummer 1 gegen den Kater: Eine Grundlage schaffen mit Hausmannskost

Direkt vor dem Genuss von Alkohol bietet sich ein fett– und mineralstoffreiches Essen an. Das Fett sorgt dafür, dass der Alkohol weitaus langsamer vom Körper aufgenommen wird und die enthaltenen Mineralstoffe füllen schon einmal die Speicher auf, die durch die Dehydration bei übermäßigem Alkoholgenuss geleert werden.

Die typische Brandenburger Hausmannskost bietet sich hier besonders an: Bulette mit Kartoffelsalat (mit Mayonnaise und saurer Gurke), „Hoppelpoppel“ bzw. Bauernfrühstück, deftige Kartoffelsuppe mit Würstchen oder Kassler mit Sauerkraut und Kartoffeln bilden eine gute Grundlage. Diese Gerichte enthalten relativ viel Fett und Kassler sowie Würstchen sind beispielsweise sehr natriumreich. Wer lieber vegetarisch oder vegan isst, kann, kann auf vegetarische Kartoffelsuppe oder vegetarischen Linseneintopf ausweichen.

Tipp Nr. 2: Bei Kohlensäure ist weniger mehr

Wir alle kennen es von Sekt: Dank der Kohlensäure steigt die Blubberbrause viel schneller in den Kopf. Es ist nicht nur ein Gefühl, sondern eine Tatsache, dass Kohlensäure dem Alkohol schneller in die Blutbahn verhilft.

Getränke wie Bier, Sekt aber auch Berliner Weiße bieten sich für ein Gelage also eher nicht in rauen Mengen an. Zumindest dann nicht, wenn man einen Kater um jeden Preis verhindern möchte.

Tipp Nr. 3: Kräuterelixier — aber bitte ohne Prozente

Nach reichlich Alkoholgenuss hat die Leber einiges zu tun: Die Giftstoffe müssen abgebaut werden. Unterstützen kann da ein alkoholfreier Kräuterauszug mit pflanzlichen Bitterstoffen. Kräuterauszüge mit Bitterstoffen gibt es in der Apotheke und auch aus Berlin.

Dr. Jaglas aus Berlin Prenzlauer Berg bietet zum Beispiel diverse alkoholfreie Auszüge an und die Berliner Brennerei Grote & Co. stellt einen alkoholfreien Gin her, der dem Kater zumindest vorbeugen kann, wenn er statt der alkoholhaltigen Variante getrunken wird.

Tipp Nr. 4: Kaffee mit Zitrone und ein deftiges Frühstück

Wer es verträgt, bekämpft den Kater am nächsten Tag mit einem herzhaften Frühstück und einem Wachmacher. Ein guter Starter ist Kaffee mit Zitrone.

Die Kombination aus Koffein und Säure soll gegen Kopfschmerzen helfen. Dazu unbedingt viel stilles Wasser oder Tee trinken, um den Flüssigkeitshaushalt wieder aufzufüllen. Wenn die Kopfschmerzen bleiben, kann eine Kopfschmerztablette zusätzlich eingenommen werden.

Dann sollte ein deftiges Frühstück folgen, um die verloren gegangenen Mineralstoffe auszugleichen. Leicht gesalzene Brühe oder eine Schrippe bzw. ein Brot mit deftigem Belag sind ein guter Start. Abgeraten wird übrigens von Rollmops, auch wenn der einen guten Ruf als „Katerfrühstück“ hat und in Brandenburg gern gegessen wird: Der Fisch ist zu schwer verdaulich.

Tipp Nr. 5: Leitungswasser trinken

Das Schlimmste kann man schon vorab verhindern, indem jedem alkoholischen Getränk ein großes Glas Leitungswasser folgt. Das verhindert zu starke Dehydration und gleichzeitig trinkt man weniger Alkohol. Auch am Morgen danach sollte viel Wasser getrunken werden, am besten ungefiltertes Leitungswasser.

Das ist bekanntlich in Brandenburg eher „hart“, also kalkhaltig und somit reich an Kalzium. Auch weitere Mineralstoffe wie Magnesium sind in hartem Wasser in einer höheren Konzentration enthalten als in weichem. Was also schlecht für die Kaffeemaschine ist, tut dem Körper sehr gut.

Guten Appetit, Brandenburg!
Jeden zweiten Donnerstag um 16.00 Uhr
Von der Lausitz bis ins Oderbruch, vom Havelland bis in die Uckermark – Brandenburg ist keineswegs die kulinarische Wüste, als die das Land oft geschmäht wird.