Russland und die US-Wahl
: Bombendrohungen und Fake News - Wie Moskau sich in die Präsidentschaftswahl einmischt

Laut FBI gibt es ausländische Versuche, sich in die US-Präsidentschaftswahl einzumischen. Die Spur führt demnach nach Moskau.
Von
Daniel Steiger
Washington/Moskau
Jetzt in der App anhören
Donald Trump und Wladimir Putin beim G20-Gipfel in Hamburg

Ein Bild aus dem Jahr 2019: Donald Trump und Wladimir Putin beim G20-Gipfel in Hamburg

Evan Vucci/AP/dpa
  • FBI berichtet von russischen Bombendrohungen auf US-Wahllokale, keine als glaubwürdig eingestuft.
  • Odni warnt vor russischer Desinformation zur Wahl, z.B. gefälschtes Video über Wahlbetrug in Arizona.
  • Russland bevorzugt Trumps Sieg wegen möglicher außenpolitischer Vorteile, z.B. Stopp der US-Militärhilfe an Ukraine.
  • Trump behauptet, den russischen Angriffskrieg in 24 Stunden beenden zu können.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Wie amerikanische Behörden mitteilen, gibt es bei der US-Präsidentschaftswahl Einmischungen aus Russland. Das FBI teilte zum Beispiel mit, dass Bombendrohungen auf Moskau zurückzuverfolgen sind. Wie ist die Lage zur US-Wahl aktuell?

Alle aktuellen Infos zur US-Wahl gibt es in unserem Liveticker.

Wie Russland sich in die US-Wahl einmischt

Russland versuchte offenbar nach 2020 abermals, Chaos während des großen Wahltags zu säen. Die US-Bundespolizei FBI verfolgte Bombendrohungen gegen Wahllokale nach Russland zurück. Keine der Drohungen sei als glaubwürdig eingestuft worden. Die Bombendrohungen hatte es in zwei Wahllokalen im besonders umkämpften „Swing State“ Georgia gegeben, weswegen die Abstimmung dort kurzzeitig unterbrochen wurde. „Dem FBI sind Bombendrohungen gegen Wahllokale in mehreren Bundesstaaten bekannt, von denen viele von russischen E-Mail-Domänen zu stammen scheinen. Bisher konnte keine der Drohungen als glaubwürdig eingestuft werden“, hieß es in einer Mitteilung der Bundesbehörde. Man werde die Lage weiterhin genau beobachten und bei Bedarf reagieren, um die Wahl zu schützen, hieß es.

Spur von Fake-Video führt nach Russland

Die Nationale Geheimdienstdirektion Odni hatte in den vergangenen Wochen bereits mehrfach vor Desinformation zur Wahl durch ausländische Akteure gewarnt - insbesondere durch Russland und den Iran. Die Regierungen beider Staaten hatten die Vorwürfe zurückgewiesen. Zuletzt hatte Odni auf ein Video verwiesen, das ein verfremdetes Interview mit einem Menschen zeigt, der von angeblichem Wahlbetrug im Bundesstaat Arizona zugunsten der Demokratin Harris spricht.

Ende Oktober hatten FBI, Odni und Cisa auf ein millionenfach auf Online-Plattformen angesehenes Video verwiesen, das einen Mann zeigen sollte, der in Bucks County im Swing State Pennsylvania Briefwahlzettel sortiert und die für Trump abgegeben Stimmzettel zerreißt. Der Wahlvorstand von Bucks County erklärte, dass das Video eine Fälschung sei. Laut den US-Behörden wurde das Video von russischen Akteuren produziert und verbreitet.

Im September hatte auch der Softwarekonzern Microsoft erklärt, dass russische Akteure ihre Desinformationskampagne gegen Harris verstärkt hätten.

Warum Russland einen Sieg von Donald Trump will

Während bei einem Wahlsieg von Kamala Harris eine Weiterführung des aktuellen US-Kurses zu erwarten ist, deutet sich bei einem Trump-Erfolg eine außenpolitische Trendwende an. Diese könnte Russland und Putin in die Hände spielen. Trump behauptete etwa im Wahlkampf mehrfach, den russischen Angriffskrieg in 24 Stunden beenden zu können. In Europa wird deswegen befürchtet, dass er die Ukraine über einen Stopp der Militärhilfe in Verhandlungen mit Russland zwingen könnte. In denen könnte Kremlchef Wladimir Putin dann auch ein Verzicht auf eine weitere Nato-Osterweiterung angeboten werden. Aus Sicht der meisten europäischen Staaten wäre ein solches Vorgehen ein ungeheuerlicher und zugleich brandgefährlicher Tabu-Bruch. Putin könnte seinen Krieg dann als Erfolg verbuchen und zu weiteren Aggressionen verleitet werden.

(mit Material von dpa und AFP)