Rentenerhöhung 2027: So viel mehr Geld könnte es geben

So viel mehr Rente könnte es geben.
Federico Gambarini/dpaDie nächste Rentenrunde könnte für Ruheständler spürbar ausfallen. Nach der Frühjahrsfinanzschätzung 2026 der Deutschen Rentenversicherung Bund wird für 2027 derzeit mit einer Rentenanpassung von 4,4 Prozent gerechnet. Damit läge das Plus sogar etwas über der für 2026 angenommenen Erhöhung von 4,2 Prozent. Verbindlich ist dieser Wert allerdings noch nicht.
Prognose: Renten könnten 2027 um 4,4 Prozent steigen
Die Finanzschätzung gibt einen Ausblick auf die Entwicklung der gesetzlichen Rentenversicherung in den kommenden Jahren. Für 2027 weist sie eine erwartete Rentenanpassung von 4,4 Prozent aus. Anschließend fällt die prognostizierte Dynamik deutlich schwächer aus: Für 2028 stehen 2,3 Prozent, für 2029 2,8 Prozent und für 2030 2,9 Prozent in der Berechnung.
Für Rentnerinnen und Rentner wäre ein Plus von 4,4 Prozent deutlich auf dem Konto beziehungsweise im Rentenbescheid zu erkennen. Bei einer bisherigen monatlichen Bruttorente von 1.000 Euro entspräche die Erhöhung 44 Euro. Aus 1.500 Euro würden rechnerisch 1.566 Euro, bei 2.000 Euro wären es 2.088 Euro.
Die folgenden Werte zeigen beispielhaft, welche Auswirkungen eine Rentenanpassung von 4,4 Prozent hätte:
Dabei handelt es sich um reine Beispielrechnungen auf Basis des prognostizierten Anpassungssatzes. Die tatsächliche Rentenerhöhung für 2027 steht noch nicht fest.
Lohnentwicklung ist eine wichtige Grundlage
Die Finanzschätzung basiert unter anderem auf den wirtschaftlichen Annahmen der Bundesregierung. Für 2027 wird mit einem Anstieg der Bruttolöhne und -gehälter je Beschäftigten um 3,2 Prozent gerechnet. Die Zahl der beitragspflichtig Beschäftigten wird gegenüber dem Vorjahr unverändert angesetzt.
Die Frühjahrsfinanzschätzung selbst wurde Ende April 2026 erstellt. Anfang Mai wurden die Vorausberechnungen noch einmal mit den Ergebnissen der Steuerschätzung aktualisiert. Als Grundlage für die wirtschaftlichen Annahmen dient unter anderem die Frühjahrsprojektion der Bundesregierung vom 22. April 2026.
Damit ist klar: Die aktuell genannten 4,4 Prozent sind eine fundierte Vorausberechnung, aber noch keine beschlossene Rentenanpassung.
Rücklagen der Rentenversicherung schrumpfen deutlich
Neben der möglichen Rentenerhöhung zeigt die Prognose auch, dass die finanzielle Reserve der gesetzlichen Rentenversicherung stark zurückgehen könnte. Für Ende 2026 werden noch 31,2 Milliarden Euro Nachhaltigkeitsrücklage veranschlagt. Ende 2027 sollen es nach der Schätzung nur noch 11,9 Milliarden Euro beziehungsweise 0,36 Monatsausgaben sein.
Trotz dieser Entwicklung wird für 2027 weiterhin ein Beitragssatz zur Rentenversicherung von 18,6 Prozent angesetzt. Erst für 2028 rechnet die Finanzschätzung mit einem Anstieg auf 19,9 Prozent.
Gleichzeitig nehmen die Rentenausgaben zu. Sie werden für 2026 mit 382,1 Milliarden Euro und für 2027 mit 402,4 Milliarden Euro angegeben. Die gesamten Ausgaben der allgemeinen Rentenversicherung sollen im selben Zeitraum von 443,2 auf 466,9 Milliarden Euro steigen.
Wie sicher sind die 4,4 Prozent?
Die Prognose liefert einen wichtigen Hinweis auf die mögliche Größenordnung der Rentenerhöhung 2027. Eine Garantie für ein Plus von exakt 4,4 Prozent ist sie jedoch nicht. Bis zur endgültigen Festlegung können sich die wirtschaftlichen Ausgangsdaten noch verändern.
Nach dem derzeitigen Stand könnten Rentnerinnen und Rentner aber mit einer vergleichsweise kräftigen Anpassung rechnen. Bei 1.500 Euro Bruttorente wären 4,4 Prozent ein monatliches Plus von 66 Euro, bei 2.500 Euro wären es 110 Euro mehr.
