Polarlichter über Deutschland
: Wann und wo Polarlicht über Sachsen zu sehen ist

Wohl jeder wünscht sich, wenigstens einmal Polarlichter zu sehen. Für das Naturschauspiel muss man aber nicht immer in den hohen Norden reisen. Wo aktuell in Deutschland Polarlicht beobachtet werden kann.
Von
dpa, tw
Frankfurt (Oder)
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Polarlichter gab es auch in Sachsen in der Region Zwickau zu sehen.

EHL Media;Tim Meyer/dpa

In Teilen Deutschlands besteht in der nächsten Zeit weiter die Chance, Polarlichter zu sehen. Vor allem im Südwesten ist es wahrscheinlich, dass die Menschen das Naturschauspiel beobachten können. Aber auch in Sachsen waren zu Wochenbeginn Polarlichter am Himmel zu sehen.

„Wir sind jetzt dieses Jahr und die nächsten zwei Jahre in einer aktiven Sonnenphase. Es werden immer wieder Polarlichter auftreten“, sagte Sven Melchert von der Vereinigung Sternfreunde. Mancherorts in Süddeutschland, Österreich und bis hinein in den Mittelmeerraum konnten die Menschen nach seinen Angaben am Sonntagabend (5. November) das Naturspektakel beobachten. Es habe sehr viele rote Himmelsaufhellungen gegeben, sagte Melchert. In Baden–Württemberg verdeckten Wolken das Naturphänomen.

Polarlichter über Sachsen zu sehen

Polarlichter haben aber auch in der Nacht zum Montag (6. November) den Himmel über Sachsen zum Leuchten gebracht. Größere Wolkenlücken hatten die Sicht begünstigt, sagte ein Sprecher des Deutschen Wetterdienstes (DWD) am Montag. Auch in den nächsten beiden Nächten bestehe die Chance, die spektakulären Nordlichter am Nachthimmel zu sehen.

Vor allem in Nord– und Mittelsachsen werde es in der kommenden Nacht häufig klar. „Man braucht aber Ausdauer und Geduld“, sagte der DWD–Sprecher. In Südsachsen seien die Chancen hingegen wegen stärkerer Bewölkung geringer. Erst im Februar 2023 konnten Polarlichter im Raum Hoyerswerda beobachtet werden.

Wer das Ereignis sehen oder sogar fotografisch festhalten will, braucht laut Melchert keine besondere Ausrüstung. Auch mit bloßem Auge könne man das Leuchten sehen. Und: „Die modernen Foto–Handys, die können das alle fotografieren.“ Um Polarlichter zu sehen, hat Melchert eine klare Empfehlung: „Der beste Tipp ist immer, man geht dahin, wo es dunkel ist.“ Stehe man mitten in der Stadt neben einer Straßenlaterne, werde man auf jeden Fall nichts erkennen können. Sei man etwas außerhalb, müsse man den Blick nach Norden wenden, um das Naturspektakel zu sehen.

Polarlichter treten nach Angaben des Deutschen Geo–Forschungs–Zentrums (GFZ) meistens im hohen Norden zwischen dem 60. und dem 70. Breitengrad auf. Zur Orientierung: Norwegens Hauptstadt Oslo liegt dicht unter dem 60. Breitengrad, die norwegische Stadt Tromsø knapp unter dem 70. Breitengrad.

Sonnenstürme verantwortlich für Polarlichter

Verantwortlich für das oft grünliche oder rötliche Leuchten sind sogenannte Sonnenstürme. Dabei werden elektrisch geladene Teilchen von der Sonne weggeschleudert. Geschieht dies in Richtung Erde, können die Teilchen bei uns ankommen. Treten sie in die Erdatmosphäre ein, kommt es zum Leuchten. Bei normaler Sonnenaktivität sieht man die Polarlichter nur in den höheren Breiten. Bei starken Sonnenstürmen sind die Polarlichter auch weiter südlich zu sehen.

Wahrscheinlichkeit für Brandenburg aktuell bei null Prozent

So gibt es eben auch über Brandenburg es mitunter Polarlichter zu entdecken. Das liegt an der aktuell vergleichsweise hohen Aktivität der Sonne. Zuletzt gab es im April 2023 Nordlicht am Brandenburger Himmel. Die Sichtungen wurden von etlichen Menschen fotografiert.

Zurzeit liegt die Wahrscheinlichkeit für Brandenburg allerdings bei null Prozent. Es gibt spezielle Polarlichter–Apps, die die Wahrscheinlichkeit in Echtzeit anzeigen.