Polarlichter in Sachsen: Die Chance auf Nordlichter steigt wieder

Die Chancen auf Polarlichter in Sachsen steigt gerade. Wann es so weit ist und alles Wichtige zur Vorhersage von Nordlichtern.
Hasan Akbas/ZUMA Press Wire/dpaPolarlichter in Sachsen – 2025 wird ein bemerkenswertes Jahr für Liebhaber der Nordlichter. Wann und wo dieses atemberaubende Naturphänomen in der Region am besten zu sehen sein wird:
Übersicht
- Polarlichter in Sachsen
- Vorhersage von Nordlichtern: Ort, Zeit, Intensität
- Was ist der KP-Index?
- Was sagt der BZ-Wert aus?
- Voraussetzungen für die Sichtbarkeit von Polarlichtern
Polarlichter, die auch als Nordlichter oder Aurora Borealis bekannt sind, werden immer häufiger in Deutschland gesichtet – sogar auch in Sachsen. Ursprünglich waren diese Lichter vor allem in den nördlichen Polarregionen zu sehen. Doch in den letzten Jahren haben sich die Chancen dank zunehmender Sonnenaktivität erhöht, Nordlichter auch in unseren Breitengraden zu sehen.
Das Jahr 2024 war bereits ein hervorragendes Jahr dafür – sogar bis nach Mallorca leuchteten die Polarlichter im Mai. Der Sonnenzyklus, der etwa elf Jahre dauert, beeinflusst die Häufigkeit von Sonnenstürmen. Im aktuellen Zyklus wird erwartet, dass die Sonnenaktivität bis 2026 ihren Höhepunkt erreicht.
So funktioniert die Vorhersage von Polarlichtern
Die beste Zeit, um Nordlichter zu beobachten, liegt zwischen Herbst und Frühling, wobei die Chancen im Herbst am höchsten sind. Neben der Sonnenaktivität spielt auch die Neigung des Erdmagnetfeldes eine große Rolle beim Übergang vom Sommer zum Herbst.
Aber wie kann man wissen, wann und wo Nordlichter auftauchen? Das Space Weather Prediction Center (SWPC) bietet Informationen über geomagnetische Stürme auf der Sonne, was eine grobe Vorhersage der Polarlichter ermöglicht. Diese Vorhersagen spiegeln sich im sogenannten KP-Index wider. Dieser Wert gibt auf einer Skala von 0 bis 9 an, wie wahrscheinlich Sonnenstürme auftreten, wobei 0 eine sehr geringe und 9 eine sehr hohe Wahrscheinlichkeit darstellt.
Der KP-Index zeigt Intensität von Sonnenstürmen an
Basierend auf den Daten des SWPC und weiteren Wetter-Instituten nutzen Smartphone Apps, wie zum Beispiel Aurora – Polarlicht-Vorhersage, die Vorhersagen für Ort, Zeit, Dauer und Intensität der Nordlichter. Hier lässt sich der aktuelle oder ein beliebiger Standort einstellen und man kann sich benachrichtigen lassen, sofern eine Chance für die Sichtung von Polarlichtern besteht. Die Vorhersagen und Intensität dafür werden sowohl durch den sogenannten KP-Index bestimmt, als auch durch den Bz-Wert.
Erster gibt von 0 bis 9 an, wie wahrscheinlich Sonnenstürme auftreten könnten. 9 ist dabei der höchste Wert. Laut spaceweatherlive.com benötigt man wohl einen KP-Index von mindestens 6, um im Norden des Landes eine hohe Chance auf Polarlichter zu haben. Je südlicher, desto höher sollte der Wert sein. Aber auch bei niedriger Vorhersage, kann sich der KP-Index spontan erhöhen. Es lohnt sich somit, auch bei niedrigeren Werten den Blick in den Himmel zu wagen.
Der Bz-Wert misst die Stärke des Magnetfeldes im Weltraum
Der Bz-Wert repräsentiert die Stärke des interplanetaren Magnetfeldes (IMF) in der Z-Komponente. Heißt so viel wie: Dieser Wert misst die Stärke des Magnetfeldes im Weltraum – er wird in Nanotesla [nT] gemessen. Der Bz-Wert muss im Negativbereich liegen, um sichtbares Polarlicht hervorzurufen.
Es ist letztendlich also DER ausschlaggebende Parameter für das Auftreten von Polarlichtern in unseren mittleren und niedrigen (magnetischen) Breiten.
Hier ein paar Richtwerte, bei welchen die Sichtbarkeit von Polarlichtern in Deutschland möglich ist:
- -5 nT Schwaches Polarlicht in Norddeutschland möglich
- -10 nT Visuelles Polarlicht in Deutschland sichtbar
- -15 nT Polarlichter können sogar im Süden Deutschlands gesehen werden
Erhöhte Polarlichtaktivität im April
Die aktuelle Vorhersage für eine erhöhte Polarlichtaktivität wird für Dienstag, den 22. April, mit einem KP-Index von 6 angegeben, sowie für die darauffolgenden Tage vom 23. bis 25. April mit einem Wert von 5. Der nächste Peak für Polarlichter steht dann nach aktuellen Daten ab dem 1. Mai in den Startlöchern.
Hier finden Sie alle Tipps für das perfekte Foto von Nordlichtern
Voraussetzungen für die Sichtbarkeit von Polarlichtern
Viele Orte in Sachsen bieten die besten Voraussetzungen zur Beobachtung der Nordlichter. Generell gilt: je weiter nördlich, desto besser, vorausgesetzt, die Intensität ist ausreichend und der Himmel klar und dunkel.
Lichtverschmutzung durch umliegende Städte oder sogar einzelne Laternen und der Vollmond können die Sicht beeinträchtigen. Oftmals ist die Aurora nicht direkt mit dem bloßen Auge sichtbar. Manchmal erkennt nur ein geübtes Auge, dass sich etwas am Himmel abspielt – und oft liefert erst die Kamera die endgültige Bestätigung. Denn häufig ist die Intensität für das menschliche Auge nicht stark genug. Mit einer (Smartphone-) Kamera am Himmel kann man jedoch eher feststellen, ob es sich um Nordlichter handelt.
