Pilze suchen in MV: Welche Sorten findet man wo? Experten geben Tipps

Maronenröhrlinge sind bei Pilzsammlern in Mecklenburg-Vorpommern beliebt. Auch Steinpilze und Pfifferlinge kommen in den Wäldern MVs vor. Wo man welche Pilze finden und worauf man achten muss.
IMAGO/Wolfilser„Pilzsaison ist immer“, sagt die Pilzberaterin Ria Bütow. Bereits seit über zehn Jahren ist die Expertin leitende Pilzberaterin für die Hansestadt Rostock. Zu jeder Jahreszeit habe man die Möglichkeit, in den Wäldern essbare Pilze zu finden. Wo es in Mecklenburg-Vorpommern welche Pilzsorten zu finden gibt und was man beim Pilzesuchen generell beachten muss, verrät die Expertin auch.
Pilze suchen in MV: Hochsaison im September und Oktober
Die klassische Pilzsaison, in der auch die meistens Hobbysammlerinnen und -sammler in die Wälder Mecklenburg-Vorpommerns pilgern, beginnt ab Ende August. Hochsaison für Röhrenpilze, z.B. die begehrten Steinpilze oder Steinpilz oder der Maronenröhrlinge, ist ab Herbst.
Laut dem Landespilzsachverständigen Oliver Duty gibt es in MV etwa 5.000 verschiedene Pilzarten. Momentan wandern dem Experten zufolge auch Arten ein, die Wärme lieben. So habe es Funde von Röhrlingen gegeben, die in den vergangenen 100 Jahren nicht im Nordosten vorkamen.
Wo findet man welche Pilze in MV?
Auf den Sandböden in MV wachsen nach Angaben von Duty typischerweise Butterpilze und Körnchen-Röhrlinge. Die Nadelwälder um Krakow und Linstow seien eine beliebte Gegend, um Pilze zu suchen. Dort wachsen demnach viele Maronen und Pfifferlinge. In den alten Buchenwäldern auf Rügen finde man nicht unbedingt viele essbare Pilze, dafür aber seltene Exemplare, sagt er.
Beste Voraussetzungen für eine erfolgreiche Suche hat man laut Pilzberaterin Bütow, wenn der Boden feucht ist und die Temperaturen nicht unter dem Gefrierpunkt liegen. „Wenn man in einem Waldstück sucht, in dem es seit mehr als drei Wochen nicht mehr geregnet hat, findet man gar nichts“, sagt auch Duty.
Welche Pilze können Anfänger sammeln, welche sollte man meiden?
Röhrlinge seien am leichtesten zu erkennen, so der Pilzexperte Duty. Die Pilze haben ihren Namen aufgrund der Röhren, die sich unter ihrem Schirm befinden. Die Hutunterseite ähnelt einem Schwamm. Zudem gebe es nur wenig bittere Röhrlinge und noch weniger, die giftig seien, sagt der Experte.
Ein giftiger Röhrling, der in Mecklenburg wachse, sei der Satans-Röhrling. Dieser komme aber nur an wenigen Standorten in MV vor, sagt Duty. „Bei Röhrlingen ist man schon mal relativ sicher, dass man sich nicht tödlich vergiftet.“
Pilze mit weißen Lamellen sollten Anfänger meiden, denn unter ihnen befinden sich tödliche und giftige Arten. Im Zweifel Pilze lieber stehenlassen! Denn die allerwichtigste Pilz-Regel lautet: Nur ernten, was man hundertprozentig kennt oder bestimmen kann.
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Pilzberatung in MV hilft bei Unsicherheit
Wenn man sich unsicher ist, ob ein Pilz essbar oder vielleicht doch giftig ist, kann man sich Hilfe bei einem der mehr als 40 ehrenamtlich tätigen Pilzberater in Mecklenburg-Vorpommern holen. Die Experten erhalten nach Angaben des Landesamtes für Gesundheit und Soziales einen Befähigungsnachweis zur Pilzberatung nach einer bestandenen umfangreichen Prüfung. Die Pilzberater untersuchen die Fundstücke aus dem Wald und können weiterhelfen.
Waldpilze zubereiten: Nie roh essen!
Alle Waldpilze sollten nicht roh verspeist, sondern 15 bis 20 Minuten erhitzt werden, rät der Nabu. Denn wilde Pilze seien roh giftig - selbst die nussig schmeckende Marone verursacht ungekocht Magen-Darm-Beschwerden. Außerdem entfalten die meisten Pilze erst bei richtiger Zubereitung ihr charakteristisches Aroma - also immer schön braten, schmoren, grillen oder dünsten.
Pilzausstellung in Rostock
Wer seine frischen Pilze nicht essen will, kann sie am kommenden Wochenende auch zur Landes-Pilzausstellung in Rostock bringen. Neben Speisepilzen sind hier auch giftige Pilze ausdrücklich erwünscht. Bis zu 250 Arten heimischer Großpilze sollen im Botanischen Garten präsentiert werden. Die Freilandschau am 26. und 27. September ist laut Veranstalter die größte ihrer Art in Deutschland.
