Lausitz Science Park Cottbus
: Genoptic investiert Millionen in neues Nanotech-Zentrum

Cottbus soll durch eine Großinvestition des Hightech-Unternehmens Genoptic zum europäischen Zentrum für Nanotechnologie und KI werden. Die Stadt und die Lausitz profitieren in mehrfacher Hinsicht davon.
Von
Jan Siegel
Cottbus
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Lausitz Science Park

Im künftigen Lausitz Sience Park – dem ehemaligen Flugplatz in Cottbus ist noch jede Menge Platz. Mit dem Park soll auch ein neues Stadtquartier im Norden der Stadt entstehen. Das kanadische Unternehmen Genoptic hat dort in Sachen Nanotechnologie und künstliche Intelligenz einiges vor.

Tommy Matz
  • Genoptic investiert 80 Mio. Euro in ein Nanotech-Zentrum im Lausitz Science Park in Cottbus.
  • Ziel: Cottbus wird europäisches Zentrum für Nanotechnologie und künstliche Intelligenz.
  • Genoptic plant u. a. den NanoGEN-Chip und Hybridsysteme, die Solarenergie und KI kombinieren.
  • Kooperationen mit der BTU Cottbus-Senftenberg, Fraunhofer-Instituten und dem DLR angestrebt.
  • Lausitz Science Park inspiriert vom Technologiepark Adlershof – Fokus auf Hightech und Forschung.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Millionen-Investition an der Spree. Das kanadische Unternehmen Genoptic will seine europäische Zentrale im Lausitz Science Park (LSP) in Cottbus errichten und dürfte damit zugleich die Region als Innovationsstandort stärken. Das hat Tim Berndt, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Cottbus, am Montag (5. Januar) bestätigt.

Mit der jetzt angekündigten Investition von immerhin rund 80 Millionen Euro soll in den kommenden Jahren ein hochmodernes Exzellenz-Zentrum entstehen. Das könnte Cottbus zu einem europäischen Zentrum für Nanotechnologie und künstliche Intelligenz machen.

Genoptic bringt Nanoelektronik und KI nach Cottbus

Genoptic ist ein kanadisches Hightech-Unternehmen, das weltweit 151 Patente hält und sich auf die Entwicklung und Vermarktung zukunftsweisender Technologien im Bereich Nanoelektronik und KI fokussiert. Geleitet wird Genoptic von CEO Sam Scherwitz, einem Experten in der LED-Branche. Zum Team gehören 29 promovierte Wissenschaftler und zahlreiche internationale Partner, darunter auch Elite-Universitäten wie Harvard.

Kern der geplanten Aktivitäten in Cottbus ist die Bündelung und Weiterentwicklung patentierter Schlüsselinnovationen: Dazu zählt unter anderem der NanoGEN-Chip – ein besonders energieeffizienter Nano-Schaltkreis für Displays, der den Stromverbrauch drastisch senkt und weniger Komponenten benötigt. Ebenso entwickelt Genoptic integrierte Hybridsysteme, die Solarenergie, Batteriespeicher, Wechselrichter und KI-Steuerung in einem Gerät vereinen, sowie Leichtbau-Nanozellen für industrielle Anwendungen.

Cottbus profitiert – Hightech-Firma und Forschung am Standort

Cottbus und die Lausitz profitieren in mehrfacher Hinsicht von der Ansiedlung: Neben der Strahlkraft als Standort für internationale Hightech-Unternehmen werden vielfältige Partnerschaften mit den bereits ansässigen Forschungseinrichtungen wie der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg (BTU), Fraunhofer-Instituten und dem DLR angestrebt. „Die Ansiedlung von Genoptic ist ein weiterer, bedeutender Meilenstein für den Wirtschafts- und Wissenschaftsstandort Cottbus“, betont Tim Berndt, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Cottbus. Auch die BTU sieht in der Zusammenarbeit mit Genoptic Synergien, etwa bei der Realisierung von Forschungsergebnissen, speziell im Bereich KI-gesteuerter Energiesysteme und Materialwissenschaften.

Der Lausitz Science Park bietet Genoptic die unmittelbare Nachbarschaft zu innovativen Partnern aus Wissenschaft und Industrie. Zahlreiche Unternehmen wie Leag, BASF Schwarzheide, Deutsche Bahn oder Rolls-Royce sind bereits in der Region aktiv und könnten von den neuen Technologien profitieren.

Für Cottbus bedeutet die Ansiedlung nicht nur neue Arbeitsplätze im Hightech-Sektor, sondern auch eine Stärkung des Images als Leuchtturm für Zukunftstechnologien. „Cottbus wird zu unserem europäischen Herzstück für die Kommerzialisierung unserer Technologien“, sagt Genoptic-CEO Scherwitz. Damit könnten in der Lausitz künftig Innovationen „Made in Cottbus“ auf den Weltmarkt kommen.

Wissenschaftsstandort Adlershof als Vorbild für die Lausitz

Als Vorbild für ihren Plan vom Lausitz Science Park haben BTU-Präsidentin Prof. Gesine Grande und ihr Vize-Präsident Prof. Michael Hübner den Wissenschafts- und Technologiepark Adlershof (Wista) im Südosten von Berlin. In dem Technologiepark mit einem Uni-Campus haben sich neben zahlreichen außeruniversitären Forschungseinrichtungen sechs Institute der Humboldt-Universität und mittlerweile rund 1200 Unternehmen angesiedelt. Auf dem rund vier Quadratkilometer großen Areal arbeiten und studieren heute mehr als 25.000 Menschen.