In der Schweiz schon Millionenschäden
: Gibt es den Japankäfer auch in Sachsen?

Der Japankäfer gilt als invasiver Schädling, der endgültig in Deutschland angekommen ist. Auch in Sachsen?
Von
Nicole Züge
Dresden
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Japankäfer

Der nur einen Zentimeter große Japankäfer gilt als invasive Tierart. Gibt es das Insekt auch schon in Sachsen?

Uli Deck/dpa

Die Behörden in Sachsen haben Erfahrung mit invasiven Tierarten. In Leipzig sorgte in diesem Jahr ein eingeschleppter Krebs für Schlagzeilen, der sich dort dauerhaft angesiedelt hat. Auch der Japankäfer (Popillia japonica) wurde nach Deutschland gebracht. In Baden-Württemberg breitet er sich derzeit aus. In Freiburg gilt deshalb eine Sperrzone, um die weitere Ausbreitung zu stoppen. Für die Menschen in diesem Gebiet bringt das erhebliche Einschränkungen mit sich.

Warum der Japankäfer so gefährlich ist, wie man ihn erkennt und ob das Insekt auch schon in Sachsen gesichtet wurde.

Der Japankäfer in Deutschland: Darum ist er so gefährlich

Der Japankäfer (Popillia japonica) ist eine invasive Art aus Asien. Nach Angaben des sächsischen Landwirtschaftsministeriums wurde der zur Familie der Blatthornkäfer gehörende Schädling vermutlich bereits in den 1970er-Jahren nach Südeuropa eingeschleppt.

Von Italien aus gelangte der Japankäfer 2017 in die Schweiz, von dort wahrscheinlich nach Süddeutschland. Allein in der Schweiz werden die potenziellen Schäden auf mehrere Hundert Millionen Franken (mehrere Hundert Millionen Euro) pro Jahr geschätzt. In der Schweizer Grenzstadt Basel war Mitte vergangenen Jahres eine Japankäfer-Population entdeckt worden. In der Schweizer Flughafengemeinde Kloten bei Zürich wurden im vergangenen Jahr Fußballplätze mit Plastikfolie abgedeckt, um die Käfer zu bekämpfen, auch Insektizide wurden eingesetzt.

Der Käfer verursacht vor allem in der Landwirtschaft erhebliche Schäden. Laut dem Landwirtschaftlichen Technologiezentrum Augustenberg (LTZ) in Karlsruhe frisst er bei über 400 Pflanzenarten die Blätter kahl, darunter Obstplantagen, Weinberge, Wälder, Grünanlagen und Gärten, wie die Deutsche Presseagentur (dpa) meldet. Natürliche Feinde hat das Insekt hierzulande nicht, auch darum ist die Sorge vor einer Ausbreitung in Deutschland groß. In der EU gehört der Japankäfer darum zu den Schädlingen, die systematisch bekämpft werden müssen.

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So erkennt man den Japankäfer

Der Japankäfer ist etwa einen Zentimeter groß, hat einen metallisch glänzenden grünen Kopf und braune Flügel. An jeder Hinterleibseite hat das Insekt fünf weiße Haarbüschel, zwei weitere am Ende des Hinterleibs, die relativ stark auffallen. Die Engerlinge (Larven) unterscheiden sich von anderen Engerlingen durch v-förmig angeordnete Borsten am hintersten Körpersegment. Die Puppe gleicht der Form nach einem erwachsenen Käfer.

Präparierter Japankäfer (Popillia japonica)

Der Japankäfer (Popillia japonica) ist gut an den „Haarbüscheln“ am Hinterlaib zu erkennen.

Uli Deck/dpa

Japankäfer in Freiburg: Sperrzone errichtet

Um eine weitere Ausbreitung des gefräßigen Japankäfers zu verhindern, müssen sich Bürger in Teilen Freiburgs derzeit an Einschränkungen gewöhnen. In einer sogenannten Befallzone nördlich der Innenstadt gelten seit Anfang August strenge Regeln für die Ausfuhr von Pflanzen und Erde aus diesem Schutzbereich. Außerdem dürfen die Bewohner der Sperrzone bis Ende September keine Rasen- und Grünflächen mehr bewässern. Damit soll verhindert werden, dass die Weibchen ihre Eier in den Flächen ablegen. Die Weibchen des Japankäfers legen ihre Eier nämlich bevorzugt in feuchten oder bewässerten Grasflächen ab. Die Larven fressen die Graswurzeln und verursachen Schäden an Wiesen und Rasenflächen.

Freiburg ist als erste deutsche Großstadt von Beschränkungen dieser Art betroffen. Im Bereich des Güterbahnhofs der Schwarzwaldmetropole wurden im laufenden Jahr zahlreiche Käfer gefunden. Es gibt die Vermutung, dass sie eingeschleppt wurden. Weil in der Schweiz nahe der deutschen Grenze Japankäfer entdeckt wurden, gibt es auch hier bereits Schutzbereiche.

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Gibt es den Japankäfer auch in Sachsen?

In Sachsen sind bisher keine Funde bekannt geworden. Anders sieht es aber beispielsweise bei den Nachbarn in Brandenburg aus: Hier wurde bereits ein Japankäfer gefunden, glücklicherweise aber ein totes Exemplar. Dennoch zeigt der Fund, wie schnell sich invasive Arten verbreiten können. Ins Land gekommen war der Japankäfer als „blinder Passagier“ in einer Verpackung. Verstecken können sich die Insekten beispielsweise in Substraten oder sogar in Rollrasen.

So kontrollieren die Bundesländer einen Befall

Um eine potenzielle Invasion des Japankäfers möglichst früh zu entdecken, werden in einigen Bundesländern an ausgewählten Risikostandorten Lockstofffallen aufgestellt. Brandenburg kontrolliert beispielsweise den Flughafen mit Verbindungen nach Mailand und Zürich. Hier könnte das Insekt über Warenlieferungen oder das Gepäck der Passagiere ins Land kommen. Aber auch in Gewerbegebieten oder an Transitstrecken sollen Lockstofffallen auf einen Befall aufmerksam machen.

Japankäfer in Sachsen entdeckt? Das muss gemeldet werden

Wer in Sachsen einen Käfer findet, bei dem es sich um den Japankäfer handeln könnte, ist dazu verpflichtet, den Fund zu melden. Sachsens Behörden bitten darum, den Käfer einzufangen, aber nicht zu töten. Stattdessen sollte das Insekt in einem Schraubglas gefangen und fotografiert werden. Mit dem Fund meldet man sich dann beim Sächsischen Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie in Nossen. Die Mailadresse sowie ein Online-Formular sind hier zu finden.