Erdbeben in Sachsen
: Südlich von Dresden bebt die Erde – in Pirna wackeln Häuser

Südlich von Dresden bei Pirna in Sachsen wurde ein Erdbeben gemessen. Es ist nicht das erste Mal, dass in dort die Erde bebt. Anwohner berichten von wackelnden Häusern.
Von
Thomas Seifert, dpa
Pirna
Jetzt in der App anhören
Pirna: PRODUKTION - 12.12.2023, Sachsen, Pirna: Blick auf die Altstadt von Pirna mit dem Rathaus (vorn) und Marienkirche (Luftaufnahme mit einer Drohne). Bei der zweiten Runde der Oberbürgermeisterwahl in Pirna am 17. Dezember 2023 treten drei Kandidaten an. (zu dpa: «Ausstellung über Geflüchtete nun in Pirnas Klosterkirche») Foto: Sebastian Kahnert/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Blick auf die Altstadt von Pirna mit dem Rathaus (vorn) und Marienkirche (Luftaufnahme mit einer Drohne). In Pirna hat es ein Erdbeben gegeben.

Sebastian Kahnert/dpa
  • Erdbeben am 1. Februar 2025 nahe Pirna mit Stärke 2,6; keine Schäden gemeldet.
  • Erdbeben um 9.12 Uhr in acht Kilometer Tiefe zwischen Dresden und Pirna spürbar.
  • Über 300.000 Menschen fühlten das Beben, viele meldeten lauten Knall und wackelnde Häuser.
  • Seismologie-Verbund Sachsen überwacht seismische Aktivitäten in Mitteldeutschland.
  • Beben in der Elbezone, einer großen tektonischen Struktur in Sachsen.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

In der Region zwischen Dresden und Pirna in Sachsen hat am Samstag (1. Februar 2025) die Erde gebebt. Anrufer hätten von einem lauten Knall und wackelnden Häusern berichtet. Das teilte das Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie mit. Den Experten zufolge kam es um 9.12 Uhr in einer Tiefe von acht Kilometern nahe der Elbe zu dem Beben.

Die Stärke wurde mit 2,6 auf der Richterskala angegeben. „Beben dieser Stärke verursachen in der Regel keine Schäden und sind in einem Umkreis von 40 bis 60 Kilometern spürbar.“ Auch der Polizei waren auf Nachfrage keine Schäden bekannt.

Zum Vergleich: Das letzte größere Beben am 18. Oktober 2024 in der Lausitz hatte eine Stärke von 3,1. Betroffene berichteten damals, dass „Teller und Tassen im Schrank klapperten“, oder Häuser spürbar gewackelt hätten.

Erdbeben in der Region keine Seltenheit

In der Gegend in Sächsischen Schweiz kommt es den Angaben zufolge in regelmäßigen Abständen zu solchen Beben. Als Beispiel wurde ein ähnliches Ereignis am 23. September 2013 kurz nach 18 Uhr fünf Kilometer von Pirna entfernt genannt. Damals wurde eine Stärke von 2,0 gemessen. Die Elbezone sei eine der größten tektonischen Strukturen in Sachsen, hieß es.

Das Beben am Samstag sei mit einer Magnitude von 2,6 allerdings eines der größeren der vergangenen Jahrzehnte. Durch die Lage im Ballungsgebiet zwischen Pirna und Dresden und der für Beobachtungen günstigen Uhrzeit wurde das Beben durch sehr viele Menschen deutlich wahrgenommen. „Unsere Seismologen erhielten mehrere Anrufe von besorgten Bürgern, die von einem lauten Knall und wackelnden Häusern berichteten“, so eine Sprecherin vom Landesumweltamt Sachsen in Dresden.

Mehr als 300.000 Menschen sollen das Erdbeben am Samstagvormittag gespürt haben. Das berichtet die Sächsische Zeitung. Demnach habe es unter anderem Meldungen aus mehreren Dresdner Stadtteilen gegeben. Auch im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge, vor allem im Großraum Pirna, sei das Beben weithin wahrnehmbar gewesen.

Zahlreiche Messstationen in Mitteldeutschland

Auch andernorts in Sachsen bebt immer wieder die Erde: im Vogtland an der Grenze zu Bayern, Thüringen und Tschechien. Dort erschüttern sogenannte Schwarmbeben regelmäßig in rascher Folge die Erde.

Die Wahrscheinlichkeit für starke Erdbeben in Deutschland wird als gering bis mittel eingestuft, sollte aber in gefährdeten Gebieten nicht unterschätzt werden. Darauf weist das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe hin.

Die Karte der Erdbebenzonen gibt Auskunft, wo in Deutschland Beben zu erwarten sind. Dargestellt sind die Flächenbereiche der Erdbebenzonen 0 bis 3, die auch den Gefährdungsgraden entsprechen. Die Zone 3 steht dabei für die Regionen mit der größten Erdbebengefährdung.

Die Karte der Erdbebenzonen gibt Auskunft, wo in Deutschland Beben zu erwarten sind. Dargestellt sind die Flächenbereiche der Erdbebenzonen 0 bis 3, die auch den Gefährdungsgraden entsprechen. Die Zone 3 steht dabei für die Regionen mit der größten Erdbebengefährdung.

BBK

Die Erdbebenüberwachung in Sachsen erfolgt durch den Seismologie-Verbund Sachsen, der vom LfULG koordiniert wird. Der Verbund betreibt zahlreiche Messstationen in Mitteldeutschland, um die seismische Aktivität in dieser Region zu überwachen. Die Stationen befinden sich im Vogtland, im Westerzgebirge, in Thüringen und in Sachsen-Anhalt.

Welche Erdbebenstärke hat welche Folgen?

● Stärke 1 bis 2: schwaches Beben, das nur Messinstrumente wahrnehmen

● Stärke 3: Beben können ganz leicht gespürt werden, bleiben meist ohne Folge

● Stärke 4 bis 5: leichtes bis mittelstarkes Beben, das erste Schäden an Häusern und Straßen verursacht, das Beben ist zu spüren.

● Stärke 6: starkes Beben mit Todesopfern, schwere Schäden an Gebäuden und Straßen

● Stärke 7: sehr starkes Beben, in weiten Gebieten stürzen Häuser ein, viele Tote

● Stärke 8: Beben mit Verwüstung im Umkreis Hunderter Kilometer, sehr viele Tote

● Stärke 9,0 bis 9,9: extrem groß, Zerstörung in Bereichen von tausend Kilometern, in bewohnten Gebieten mehrere tausend Tote.

● Stärker als 10: globale Katastrophe, wurde noch nie registriert