Behörden warnen in Brandenburg
: Erstmals Asiatische Hornissen entdeckt

In Brandenburg ist erstmals ein Nest der Asiatischen Hornisse entdeckt und entfernt worden. Die Behörden rufen dazu auf, weitere Sichtungen zu melden, um eine Ausbreitung der invasiven Art zu verhindern.
Von
David Hahn
Eisenhüttenstadt
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Die Asiatische Hornisse ist in Ulm angekommen. Das erste Nest ist ausgerechnet an einer Schule am Kuhberg entdeckt worden.

(Symbolbild) Ein Nest der Asiatischen Hornisse in Ulm (links) und eine Asiatische Hornisse (rechts).

Volkmar Könneke; Axel Heimken dpa

Die Asiatische Hornisse ist erstmals in Brandenburg nachgewiesen worden. In Eisenhüttenstadt entfernten Spezialisten ein Nest der eingeschleppten Art. Wie gefährlich sind Asiatische Hornissen und was sollen Bürgerinnen und Bürger jetzt beachten?

Asiatische Hornisse: Nest in Eisenhüttenstadt entfernt

Das Nest befand sich unter dem Dachvorsprung eines Bürogebäudes. Für die Entfernung rückten Fachkräfte mit Schutzanzügen, Hauben und Handschuhen an. Auch die Königin wurde gefunden und entfernt. Das ist wichtig, weil sie den Hornissenstaat gründet und die Eier legt.

Wie das Landesumweltamt mitteilte, wurden das Nest und die Königin in einer Plastikbox gesichert. Die Arbeiterinnen sammelten die Fachleute mit einem Spezialsauger ein und verstauten sie in einem zweiten Behälter. Anschließend werden die Tiere eingefroren. Ein zugelassenes Insektizid zur Bekämpfung der Asiatischen Hornisse steht derzeit nicht zur Verfügung.

Brandenburg: Warum die Asiatische Hornisse problematisch ist

Die Asiatische Hornisse stammt nicht aus Deutschland. Während sie sich im Süden und Westen des Landes bereits ausgebreitet hat, gab es in Brandenburg bislang keinen bestätigten Nachweis. Vor allem Honigbienen gehören zu ihrer Beute. Deshalb sehen Fachleute in der Art eine Gefahr für die Artenvielfalt. Auch der Obst- und Weinbau kann durch Fraßschäden betroffen sein.

Ob sich die Asiatische Hornisse in Brandenburg weiter ausbreitet, ist noch offen. Nach Einschätzung von Imker Ackermann könnte der Fund ein Einzelfall bleiben. Sollte es in der Region kein weiteres Nest geben, wäre die Asiatische Hornisse „für diese Saison Geschichte“.

Wie die Asiatische Hornisse nach Brandenburg gelangte, ist bislang unklar. Das Agrar- und Umweltministerium vermutet, dass eine Königin versehentlich durch den Menschen eingeschleppt wurde. Der Fund in Eisenhüttenstadt überraschte die Fachleute. Sie hatten zunächst mit ersten Nachweisen im Westen Brandenburgs gerechnet, da Vorkommen an der Elbe in Sachsen-Anhalt und Niedersachsen bereits nachgewiesen wurden.

Für Menschen meist keine Gefahr

Für Menschen stellt eine einzelne Asiatische Hornisse nach Angaben des Agrar- und Umweltministeriums in der Regel keine Gefahr dar. „Sie verhält sich fernab des Nestes nicht aggressiv gegenüber Menschen.“ Auch Ackermann betonte: „Es ist keine Killer-Hornisse“. Vorsicht ist dennoch geboten. Werden Nester gestört, können die Tiere sie aggressiv verteidigen. Sie bauen ihre Nester beispielsweise an Carports, Garagen, Schuppen oder Scheunen.

Mithilfe der Bevölkerung gefragt

Während sich die Asiatische Hornisse in Teilen Westdeutschlands bereits dauerhaft etabliert hat und dort vor allem Schäden begrenzt werden sollen, sehen Fachleute in Brandenburg noch Chancen, eine Ansiedlung zu verhindern oder zumindest deutlich zu verzögern. Die Behörden bitten die Bevölkerung um Mithilfe, um eine weitere Ausbreitung der Asiatischen Hornisse einzudämmen. Wer eine Asiatische Hornisse oder ein Nest entdeckt, sollte den Fund mit Fotos dokumentieren und Angaben zu Fundort, Datum und Uhrzeit an vvmeldung@imker-brandenburgs.de weitergeben.

Die Behörden raten ausdrücklich davon ab, Asiatische Hornissen oder ihre Nester selbst zu beseitigen. Wegen der Verwechslungsgefahr mit geschützten heimischen Arten und der Stichgefahr sollen ausschließlich geschulte Fachkräfte tätig werden.

Mit Material der dpa