Airfryer im Test: Schneller garen, weniger Strom verbrauchen

Ein Mann kocht in seiner Küchen mit einer Heißluftfritteuse (Airfryer) ein Gericht aus Kartoffelstücken und gebratenem Hühnerfleisch. (Symbolbild)
picture alliance/dpa | Christian CharisiusHeißluftfritteusen haben sich vom Küchentrend zum vielseitigen Alltagsgerät entwickelt. Ein aktueller Test der Stiftung Warentest zeigt: Viele Modelle arbeiten inzwischen besser als frühere Gerätegenerationen, bieten zusätzliche Funktionen und können insbesondere bei kleineren Portionen eine echte Alternative zum klassischen Backofen sein.
Insgesamt wurden 22 Heißluftfritteusen untersucht. Die getesteten Geräte kosten etwa 80 bis 280 Euro und unterscheiden sich nicht nur beim Preis, sondern auch deutlich bei Größe, Aufbau und Ausstattung. Sieben Modelle verfügen über einen einzelnen Garraum, 15 Geräte arbeiten mit zwei separat steuerbaren Kammern.
Welche Tricks im Alltag helfen und welche Geräte im Test überzeugen, steht in der September-Ausgabe der Zeitschrift Stiftung Warentest sowie unter www.test.de/heissluftfritteusen.
Ein Garraum reicht nicht für jeden Haushalt
Für Singles, kleinere Haushalte oder Nutzer, die hauptsächlich einzelne Speisen zubereiten möchten, kann ein kompakter Airfryer mit nur einer Kammer ausreichen. Solche Modelle benötigen weniger Platz, sind leichter und häufig günstiger.
Zwei-Kammer-Geräte spielen ihre Stärke dagegen aus, wenn verschiedene Lebensmittel gleichzeitig auf den Tisch kommen sollen. So können beispielsweise Pommes frites und Hähnchen parallel zubereitet werden, obwohl beide unterschiedliche Temperaturen und Garzeiten benötigen.
Auch bei der Bauweise gibt es inzwischen verschiedene Konzepte. Bei vielen Geräten befinden sich die Garkammern nebeneinander. Andere Hersteller ordnen sie platzsparend übereinander an. Im Test fanden sich zudem ungewöhnlichere Lösungen, darunter ein Modell, das sich zu einer Art kleinem Backofen umbauen lässt, sowie ein Gerät mit herausnehmbarer Glasschale.
Hähnchen gelingt besonders zuverlässig
Entscheidend ist allerdings nicht die Anzahl der Funktionen, sondern das Ergebnis auf dem Teller. Im Labor wurden unter anderem Pommes, Hähnchenkeulen, Gemüse, Brötchen und Muffins zubereitet.
Besonders überzeugend schneiden viele Geräte bei Hähnchenkeulen ab: Diese werden häufig außen knusprig und bleiben innen saftig. Auch kleinere Portionen Pommes gelingen bei zahlreichen Airfryern gut.
Wer große Mengen zubereiten oder regelmäßig backen möchte, sollte genauer hinschauen. Gerade bei größeren Portionen sowie bei Muffins und anderem Gebäck fallen die Unterschiede zwischen den Geräten deutlicher aus.
Vom Dörrgerät bis zum Dampfgarer
Moderne Heißluftfritteusen beschränken sich längst nicht mehr auf hohe Temperaturen und knusprige Speisen. Einige Modelle können bereits ab etwa 30 Grad Celsius betrieben werden. Dadurch eignen sie sich beispielsweise zum Trocknen von Obst oder zur Herstellung von Joghurt.
Etwa die Hälfte der getesteten Geräte verfügt über ein eigenes Dörrprogramm. Einzelne Airfryer bieten weitere Spezialfunktionen. So ist bei einem Modell auch Dampfgaren möglich. Niedrige und präzise Temperaturen können außerdem für schonendes Garen genutzt werden.
Die zunehmende Funktionsvielfalt macht Airfryer damit für Nutzer interessant, die mit einem einzigen kompakten Gerät mehrere Küchengeräte ersetzen möchten.
Bei kleinen Portionen dem Backofen überlegen
Einer der größten Vorteile einer Heißluftfritteuse zeigt sich beim Energieverbrauch. Durch den vergleichsweise kleinen Garraum muss weniger Luft aufgeheizt werden als in einem herkömmlichen Backofen.
Nach Angaben der Stiftung Warentest benötigen Airfryer für viele Zubereitungen deutlich weniger Zeit und Strom. Teilweise sind die Speisen beinahe doppelt so schnell fertig. Besonders groß ist der Vorteil bei kleinen und mittleren Portionen.
Allerdings arbeiten nicht alle Geräte gleich effizient. Zwischen dem sparsamsten und dem verbrauchsintensivsten Modell im Test liegen deutliche Unterschiede. Wer seinen Airfryer häufig verwendet, sollte deshalb neben Kaufpreis und Garleistung auch den Stromverbrauch berücksichtigen.
Nicht zu viel in den Korb geben
Auch das beste Gerät liefert nur dann gute Ergebnisse, wenn die heiße Luft ausreichend zirkulieren kann. Einer der häufigsten Fehler ist deshalb ein zu voller Garkorb.
Wer etwa Pommes möglichst gleichmäßig bräunen möchte, sollte lieber kleinere Mengen zubereiten und das Gargut während der Zubereitung bewegen. Einige Geräte erinnern ihre Nutzer automatisch daran, den Korb zwischendurch zu schütteln.
Auch die Reinigung lässt sich mit wenig Aufwand erleichtern: Rückstände sollten möglichst direkt nach der Nutzung entfernt werden. Werden Fett und Speisereste erst einmal fest, steigt der Reinigungsaufwand deutlich.
Fazit: Airfryer werden vielseitiger
Der aktuelle Vergleich zeigt, wie stark sich Heißluftfritteusen weiterentwickelt haben. Die Geräte eignen sich längst nicht mehr nur für Pommes. Je nach Modell können sie braten, backen, dörren, schonend garen oder sogar dampfgaren.
Vor dem Kauf bleibt dennoch entscheidend, welche Anforderungen im eigenen Haushalt tatsächlich bestehen. Kleine Modelle sind für einfache Mahlzeiten und begrenzten Platz interessant. Zwei getrennte Garräume bieten dagegen mehr Flexibilität für Familien oder Nutzer, die regelmäßig mehrere Speisen gleichzeitig zubereiten.
Vor allem bei kleineren Portionen können gute Heißluftfritteusen Zeit und Energie gegenüber dem Backofen sparen. Wer regelmäßig große Mengen backt oder zubereitet, wird auf den klassischen Ofen jedoch weiterhin kaum vollständig verzichten können.



