Abgeordnetenhaus: Wer hat die Wahl in Berlin gewonnen?

Abgeordnetenhaus-Wahl Berlin - Wahlparty Die Linke: Elif Eralp (Die Linke), Spitzenkandidatin und stellvertretende Vorsitzende der Linksfraktion, spricht auf einer Wahlparty der Berliner Linken im Festsaal Kreuzberg zu Anhängern und Parteimitgliedern. Am Sonntag (20.09.2026) fand in Berlin die Wahl zum Abgeordnetenhaus statt. (zu dpa: «dpa-Morgenlage - 21. September 2026»)
Sebastian Gollnow/dpaVorläufig stärkste Kraft ist Die Linke. Bei der Wahl am 20. September 2026 erreicht die Partei 25,7 Prozent der Zweitstimmen und liegt damit deutlich vor der CDU. Die Christdemokraten kommen auf 18,8 Prozent. Auf dem dritten Platz folgt die AfD mit 16,3 Prozent.
Die Grünen erreichen 14,3 Prozent, die SPD kommt auf 12,1 Prozent. Damit sind nach dem vorläufigen Ergebnis fünf Parteien im neuen Abgeordnetenhaus vertreten.
Linke legt deutlich zu
Für die Linke bedeutet das Ergebnis einen starken Zuwachs gegenüber der Wiederholungswahl 2023. Nach Angaben der Landeswahlleitung gewinnt sie 13,4 Prozentpunkte hinzu. Insgesamt entfallen 468.060 Zweitstimmen auf die Partei. Auch bei den Erststimmen liegt die Linke mit 24,0 Prozent vorn.
Die CDU verliert dagegen deutlich. Sie erreicht 18,8 Prozent der Zweitstimmen und damit 9,5 Prozentpunkte weniger als bei der vorherigen Wahl. 2023 war die CDU mit 28,2 Prozent noch stärkste Kraft geworden.
Auch die SPD und die Grünen müssen Verluste hinnehmen. Die SPD verliert 6,3 Prozentpunkte und kommt auf 12,1 Prozent. Die Grünen erreichen 14,3 Prozent, ein Minus von 4,1 Prozentpunkten. Die AfD legt dagegen um 7,2 Prozentpunkte auf 16,3 Prozent zu.
BSW und FDP nicht im Abgeordnetenhaus
Knapp unter der Fünf-Prozent-Marke bleibt das BSW. Das Bündnis Sahra Wagenknecht erhält 4,7 Prozent der Zweitstimmen und verpasst damit den Einzug ins Abgeordnetenhaus. Die FDP erreicht 2,5 Prozent.
Die Tierschutzpartei und Volt kommen jeweils auf 2,1 Prozent. Die PARTEI erreicht 0,7 Prozent. Die übrigen angetretenen Parteien bleiben ebenfalls unter fünf Prozent.
Damit besteht das neue Berliner Abgeordnetenhaus nach dem vorläufigen Ergebnis aus Abgeordneten von Linken, CDU, AfD, Grünen und SPD.
CDU und SPD verlieren ihre bisherige Mehrheit
Das Wahlergebnis verändert auch die Ausgangslage für die Regierungsbildung. Die bisherige Koalition aus CDU und SPD kommt zusammen nur noch auf 30,9 Prozent der Zweitstimmen und verliert ihre parlamentarische Mehrheit.
Eine Sitzberechnung der Forschungsgruppe Wahlen, die der Tagesspiegel nach der Wahl veröffentlicht hat, geht von insgesamt 162 Mandaten aus. Danach verfügen Linke, Grüne und SPD zusammen über 97 Sitze. CDU, Grüne und SPD kämen gemeinsam auf 84 Sitze. Für eine Mehrheit wären 82 Mandate erforderlich. Dabei handelt es sich um eine Sitzberechnung auf Grundlage des vorläufigen Ergebnisses; die endgültige Zusammensetzung wird erst mit dem amtlichen Endergebnis feststehen.
Das Wahlergebnis allein entscheidet damit noch nicht darüber, welche Parteien künftig den Senat bilden und wer das Amt des Regierenden Bürgermeisters oder der Regierenden Bürgermeisterin übernimmt.
Wahlbeteiligung steigt deutlich
Deutlich gestiegen ist die Wahlbeteiligung. Von 2.487.318 Wahlberechtigten gaben 1.846.170 ihre Stimme ab. Das entspricht einer Wahlbeteiligung von 74,2 Prozent. Gegenüber der vorherigen Wahl ist das ein Anstieg um 11,3 Prozentpunkte.
Insgesamt wurden 1.824.514 gültige Zweitstimmen gezählt. 21.656 Zweitstimmen waren ungültig.
Das von der Berliner Landeswahlleitung veröffentlichte Ergebnis ist weiterhin vorläufig. Die Ergebnis-Seite weist den Stand vom 21. September 2026 um 03:33 Uhr aus.
