1.000 Euro Entlastungsprämie: Wer bekommt den Krisenbonus nicht?

Nicht alle profitieren von dem Krisenbonus.
Hendrik Schmidt/dpaDie Koalition aus CDU, CSU und SPD hat sich am vergangenen Wochenende darauf geeinigt, die Grundlage für eine steuerfreie Entlastungsprämie über 1.000 Euro für die Wirtschaft zu schaffen. Arbeitnehmer sollen dadurch in Zeiten gestiegener Energiepreise finanziell entlastet werden. Ziel der Maßnahme ist es, die Belastungen für Beschäftigte zumindest teilweise abzufedern. Allerdings wird nicht jeder von dem Geld profitieren.
Wer den Krisenbonus nicht bekommt
Der Krisenbonus ist eine freiwillige Leistung der Arbeitgeber. Das heißt, die Betriebe entscheiden selbst, ob sie die Entlastungsprämie auszahlen oder nicht. Eine Garantie, die 1.000 Euro tatsächlich zu erhalten, gibt es also nicht. Ob und in welcher Höhe ein Bonus gezahlt wird, hängt damit stark von der wirtschaftlichen Lage des jeweiligen Unternehmens ab.
Theoretisch könnten alle Angestellten eines Unternehmens, also auch Azubis, Minijobber und Werkstudenten, einen Bonus erhalten. In der Praxis dürfte es jedoch Unterschiede geben.
Marcel Fratzscher, Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), kritisiert an der Maßnahme, dass die Entlastungsprämie vor allem Beschäftigten in größeren und finanzstarken Unternehmen zugutekommt. Diese hätten eher die Möglichkeit, einen solchen Bonus auszuzahlen. Beschäftigte in kleineren Betrieben könnten hingegen das Nachsehen haben, da dort oft weniger finanzielle Spielräume bestehen.
Auch Studierende, Arbeitslose und Rentner würden nach Angaben von Fratzscher leer ausgehen, da sie nicht in einem regulären Beschäftigungsverhältnis stehen und somit keinen Anspruch auf eine Zahlung durch einen Arbeitgeber haben.
Bekommt man die vollen 1.000 Euro?
Die 1.000 Euro sind als maximale Grenze zu verstehen, bis zu der der Bonus steuer- und abgabenfrei bleibt. Das bedeutet jedoch nicht, dass Arbeitgeber dazu verpflichtet sind, den vollen Betrag auszuzahlen. Vielmehr können sie selbst entscheiden, ob sie die Prämie in voller Höhe gewähren oder einen geringeren Betrag zahlen.
Auch eine gestaffelte Auszahlung ist denkbar. Unternehmen könnten den Bonus beispielsweise in mehreren Teilbeträgen auszahlen, statt ihn auf einmal zu überweisen. Entscheidend ist dabei lediglich, dass der Gesamtbetrag die steuerfreie Grenze nicht überschreitet.
