Staatstheater Cottbus: Volles Haus beim Solidaritätskonzert für Israel

Standen beim Solidaritätskonzert für Israel im Staatstheater Cottbus auf der Bühne: Pianist Jascha Nemtsov (links) und Sopranistin Tehila Nini Goldstein (rechts) mit Mitgliedern des Philharmonischen Orchesters des Staatstheaters
Bernd Schönberger„Der barbarische, unvorstellbare Terror gegen Israel, der sich gegen alle Juden richten soll, hat Wurzeln auch mitten in Deutschland“, heißt es im Statement von Stephan Märki, Intendant und Operndirektor des Staatstheaters Cottbus. „Mitten in deutschen Städten wird der Blutrausch, wird der Hass gegen Menschen, wird die Verachtung der Zivilisation gefeiert. Und viele schweigen dazu.“
Nicht so das Staatstheater, das am Dienstag (31. Oktober) zu einem Konzert unter dem Motto „Zusammen. Hier“ im vollbesetzten Großen Haus geladen hatte – „in uneingeschränkter Solidarität für die Menschen in Israel und weltweit, wo immer ihnen Hass und Antisemitismus entgegenschlägt“. Dabei musizierten jüdische und nichtjüdische Musiker gemeinsam, „um die Stille zu durchbrechen, die Angesicht des Terrors der Hamas und seiner Folgen um sich greift“.
Musikalisches Programm rund um Trauer und Trost
Auf dem Programm steht Musik der Trauer und des Trostes. Zwei gesungene jüdische Trauergebete – „El male Rachamim“ (Gott des Erbarmens) und die „Kaddisch“-Vertonung von Maurice Ravel – erklingen zu Beginn und am Ende des Konzertes. Vorgetragen werden sie von der Sopranistin Tehila Nini Goldstein. Klagend, eindringlich, psalmodierend und voller verzweiflungsvoller Intensität weiß sie die Emotionen der beiden Stücke auszudrücken. Mit dem Pianisten und Spezialisten für jüdische Musik Jascha Nemtsov hat sie einen stilkundigen und einfühlsamen Partner an ihrer Seite.
In der dreisätzigen Cello-Suite „From Jewish Life“ (Aus dem jüdischen Leben) von Ernst Bloch brilliert Teodor Bratina als Solist mit zunächst klagender, dann verinnerlichter, tröstlicher und schließlich hoffnungsfroher Intensität. Begleitet wird der Solocellist des Philharmonischen Orchesters von hauseigenen Harfenklängen und dem einfühlsamen Sound des Streicherensembles. Unter der musikalischen Leitung von Christian Möbius entsteht ein facettenreiches Abbild jüdischen Lebens.
Auch der Kammerchor der Singakademie Cottbus begeisterte
Unter seiner anfeuernden Zeichengebung erfährt auch Mozarts „Requiem“ KV 626 eine packende, klangstraff artikulierte, tempozügige, affektbetonte und transparente Wiedergabe. Mit Biss und Drive meistert der Kammerchor der Singakademie Cottbus vom trauervollen Introitus bis zum jubilierenden Sanctus seine stimmlich überaus anspruchsvollen Aufgaben. Nicht weniger überzeugend das stimmlich ausgewogene Solistenquartett mit kraftvollem Sopran (Tehila Nini Goldstein), den lyrischen Stimmen der Altistin Mirjam Widmann und des Tenors Dirk Kleinke sowie der gestaltungskernigen Bassintensität von Andreas Jäpel. Dem gefühlsbewegenden Abend wird mit anhaltendem, stehend dargebrachtem Beifall gedankt.

