Spreewaldkrimi 2025 heute im ZDF
: Warum die Rechnung mit dem Tod nicht aufgeht

„Böses muss mit Bösem enden“, verheißt der neue Spreewaldkrimi im ZDF. Das bedeutet nicht nur für die beiden Kommissar-Kollegen Redl und Merten nichts Gutes.
Von
Christina Tilmann
Lübbenau
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Kriminalrat a.D. Krüger (Christian Redl, r.) und Prof. Levi A. Than (Fabian Hinrichs, l.) unterhalten sich über das Thema Zeit.

Kriminalrat a.D. Krüger (Christian Redl, r.) und Prof. Levi A. Than (Fabian Hinrichs, l.) unterhalten sich über das Thema Zeit.

ZDF und Arnim Thomaß
  • Der neue Spreewaldkrimi "Böses muss mit Bösem enden" läuft am 24.2. auf ZDF.
  • Kommissare Redl und Merten kämpfen mit Zeit und philosophischen Rätseln.
  • Schauspieler Fabian Hinrichs brilliert als Professor Levi A. Than.
  • Handlung dreht sich um Attentäter, der Ermittler und ihre Familien bedroht.
  • Experimenteller Krimi mit Fokus auf Psychologie, Alter und Verlust.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Der Schauspieler Fabian Hinrichs ist bekannt dafür, dass er einen um den Verstand reden kann. Hochintelligent, hyperschnell und vielseitig interessiert hat er nicht nur durch die langjährige Zusammenarbeit mit dem vor einem Jahr verstorbenen Regisseur René Pollesch an der Berliner Volksbühne Übung in philosophischen Diskursen. Als Professor Levi A. Than kommt ihm das zugute. Bei einem Vortrag im Kaminzimmer des Schlosshotels Lübbenau brennt er ein derartiges Feuerwerk zum Thema Zeit und Relativität ab, dass dem illustren Zuhörerkreis die Ohren schlackern.

Auch Kriminalrat a.D. Krüger (Christian Redl) sucht die Bekanntschaft des geheimnisvollen Gelehrten. Denn auch ihm fliegt die Zeit in seinem Unruhestand gehörig um die Ohren. Ereignisse wiederholen sich, Erinnerungen verwirren sich – ist das die beginnende Altersdemenz, fragt sich der besorgte Krüger, der sich eigentlich auf ruhige Tage mit philosophischer Lektüre im Wohnwagen eingestellt hatte. Doch ein Buch, das Prof. Than ihm in die Hand gedrückt hat, hat ungewöhnliche Eigenschaften – ganz abgesehen davon, dass es immer auf der gleichen Seite aufschlägt.

Der Spreewaldkrimi: Bekannt für experimentelle Erzählformen

Der Spreewaldkrimi, der seit Jahren bei gleichbleibend hoher Qualität und gleichbleibend brillantem Ermittlerteam seine feste Fangemeinde hat, ist bekannt für experimentelle, ungewöhnliche Erzählstrukturen. Doch in „Böses muss mit Bösem enden“, der neuen Folge, wird der Bogen fast überspannt. Nicht nur, dass entscheidende Hauptfiguren zwischenzeitlich das Zeitliche segnen. Am Ende ist nicht nur Krüger, sondern auch der Zuschauer unsicher, was er überhaupt erlebt und gesehen hat.

Dazu spielt das Drehbuch von Nils-Morten Osburg und Wolfgang Esser nicht nur mit Elementen der Einstein'schen Relativitätstheorie, sondern greift auch weit in die Philosophiegeschichte zurück. Man muss kein Anagrammist sein, um den Namen des mysteriösen Professors Levi A. Than auf eine biblische Gestalt zurückführen zu können. Und wenn sich ein schuppiges Seeungeheuer durch die Spreewaldfließe bewegt, muss man schon mythologisch bewandert sein. Wie gut, dass Krüger sich gerade mit Philosophie beschäftigt hat – insbesondere Thomas Hobbes kann hier helfen.

Gefahr für die Liebsten der Kommissare

Dabei ist die eigentliche Krimihandlung wenig originell: Der Attentäter, der Luise Bohn (Alina Stiegler, gerade erst in dem neuen Brandenburg-Krimi „Die Raaben und das tote Mädchen“ gefeiert), die Kollegin von Krüger und Fichte, angeschossen und schwer verletzt hat, ist schnell bekannt, sein Motiv auch. Und doch ist die Geschichte extrem beklemmend: Zielt er bewusst doch immer wieder auf das Liebste, das den Ermittlern bleibt, auf die Familie oder die Ersatzfamilie der Kollegen. Das trifft sowohl Martin Fichte (Thorsten Merten), der gerade erst in der vorangegangenen Folge „Bis der Tod euch scheidet“ seine verschollene Tochter Fina (Mercedes Müller) wiedergefunden hat, als auch Krüger, der quasi die Ersatzvaterstelle für sie übernimmt. Der Plan, den der Attentäter umsetzt, ist somit wahrlich teuflisch.

Dieser Spreewaldkrimi ist mehr als ein Fernsehkrimi, konzentriert sich auf Psychologie, thematisiert Ängste vor Alter und Verlust – und nimmt dafür in Kauf, zwischenzeitlich eher verwirrend und verunsichernd als spannend zu wirken. Das ist, unter Regie von Jan Fehse, Fernsehunterhaltung für Fortgeschrittene – und als solches unbedingt zu empfehlen. Die malerischen Locations im Spreewald, diesmal insbesondere die Altstadt und Schloss und Schlosspark in Lübbenau, gibt es als Bonus sozusagen obendrauf.

Der Spreewaldkrimi „Böses muss mit Bösem enden“ läuft am 24.2., 20.15 Uhr, im ZDF und ist ab 15.2. in der ZDF-Mediathek zu sehen.