(iwe) Brandenburgs Schauspieler und Musiker können sich aller Voraussicht nach demnächst über höhere Löhne und Gehälter freuen. Gestern unterzeichneten Kulturministerin Martina Münch (SPD) und zahlreiche Kommunalvertreter den neuen Theater- und Orchesterrahmenvertrag des Landes.

Er stellt die Finanzierung unter anderem des Cottbuser Staatstheaters, des Piccolo-Theaters, der Neuen Bühne Senftenberg, der Uckermärkischen Bühnen in Schwedt und weiterer Spielstätten auf eine neue Grundlage.

Ab diesem Jahr müssen die Kommunen nur noch 20 Prozent der Kosten der jeweiligen Häuser übernehmen. 50 Prozent trägt das Land Brandenburg, 30 Prozent stammen aus der Theater- und Orchesterpauschale des Finanzausgleichsgesetzes. Zusammen erhalten alle Theater nun 34 Millionen Euro vom Land.

Die Landesbeteiligung an den Kosten für die Theater hatte das rot-rote Kabinett den Kommunen als Entlastung im Rahmen der abgesagten Kreisgebietsreform versprochen. Wie Martina Münch am Donnerstag sagte, hätten sich jedoch alle beteiligten Kommunen dafür entschieden, die Theater weiter im bisherigen Maße zu finanzieren. Dadurch erhalten die Bühne allesamt mehr Geld. „Gemeinsam mit den Kommunen gelingt es nun, nahezu alle Theater und Orchester an den Flächentarif heranzuführen“, sagte Münch. „Damit verbessern wir die Arbeitsbedingungen und entlasten die Kommunen nachhaltig.“

Der Landrat von Oberspreewald-Lausitz, Sigurd Heinze, sagte, er sei „zufrieden und ein Stück weit glücklich“ über die neue Finanzierung. „Wir sind mit unserem Theater Neue Bühne Senftenberg nach sehr vielen Jahren auch mit Zeiten des unsicheren Nach-Vorn-Schauens froh, dass wir eine Planbarkeit für unser Theater haben“, sagte Heinze.

Intendant Manuel Soubeyrand erklärte, durch die bessere Finanzierung habe man am Theater sechs neue Stellen schaffen können. „Für Absolventen im Schauspielbereich können wir nun etwas mehr als die Mindestgage zahlen“, sagte Soubeyrand.

Auch freie Regisseure, Ausstatter und Musiker würden im Moment knapp bezahlt. „Ich hoffe auch, dass wir künftig bessere Regie- und Ausstattungshonorare zahlen können, was dazu führt, dass wir den einen oder anderen besseren Regisseur bekommen.“