Geboren wurde sie in Berlin, ihre Jugend hat sie im Spreewald verbracht. Nun ist Renate Holm im Alter von 90 Jahren am Donnerstag in Wien gestorben. Ein Freund der Künstlerin und die Volksoper Wien bestätigten den Tod der erfolgreichen Sopranistin in ihrer österreichischen Wahlheimat.
Die als Renate Franke geborene Sängerin war nicht nur für ihre Auftritte in führenden Opernhäusern auf der ganzen Welt bekannt, sondern auch als Darstellerin in Heimat- und Schlagerfilmen wie „Fräulein vom Amt“ und „Wunschkonzert“, die sie vor allem in den 1950er-Jahren drehte. Holms Repertoire reichte von Mozart über Verdi bis zu Operetten und Werken der Moderne. Außerdem pflegte die Sängerin die Tradition des Wienerlieds.

Aus dem zerbombten Berlin in den Spreewald

Die junge Renate Franke wusste früh, was sie wollte: Opernsängerin werden. Eine Verfilmung von Puccinis „Madame Butterfly“ hatte die Zwölfjährige so beeindruckt, dass ihr Berufstraum ab da feststand.
Doch zunächst war noch Krieg, das Kind musste mit der Mutter aus dem zerbombten Berlin zunächst noch Ragow, dann nach Lübben, sang im Schulchor, arbeitete danach als Zahnarzthelferin, um das Geld für eine Gesangsausbildung zusammenzubekommen.
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Der erste Schritt zur Bühnenkarriere gelang ihr 1951 beim Probesingen für den Berliner Rundfunksender Rias. Da es schon eine Schlagersängerin Renée Franke gab, nannte sie sich Renate Holm. Bis 1957 erhielt die Sängerin Engagements für 15 Musikfilme, darunter die Filmkomödie „Fräulein vom Amt“ (1954). Doch die Filme, sie spielte in mehr als 30 Musik- und Heimatfilmen, waren nur Mittel zum Zweck. Ihr Ziel war stets die Opernbühne.

Karajan machte Renate Holm berühmt

Hubert Marischka holte die junge Koloratursopranistin 1957 an die Wiener Volksoper, wo sie im „Walzertraum“ auf der Bühne stand und mit 300 Mark ihre erste monatliche Gage erhielt. 1961 wechselte sie zur Staatsoper zu Herbert von Karajan. In den folgenden Jahren sang sie in fast allen Opernhäusern der Welt. Zu ihren häufigsten Gesangspartnern zählten Rudolf Schock, Fritz Wunderlich, Hermann Prey sowie Peter Minich.
In den 1970ern kamen Fernsehauftritte dazu. 1987 übernahm Holm in „Miniaturen“ von Kurt Goetz am Berliner Theater am Kurfürstendamm erstmals eine Sprechrolle.
Über 50 Jahre lebte sie umgeben von Ziegen, Pferden und Eseln in einer Mühle in Niederösterreich, die sie nun verkauft hat, damit dort ein „Renate Holm Reha- und Tierschutzzentrum“ eingerichtet wird.