Lausitzring
: Von Rock bis Pop ‒ die großen Konzerte auf der Rennstrecke

Benzingeruch und Motorgeheul: Dafür ist der Lausitzring vor allem bekannt. Doch die Rennstrecke in Klettwitz war auch Kulisse großer Konzerte – sogar für Rocklegenden und Popikonen.
Von
Michael Heider
Klettwitz
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Lausitz Open Air 2019

Der im Jahr 2000 eröffnete Lausitzring war nicht nur Kulisse für zahlreiche Motorsport-Events. Auch große Konzerte fanden dort immer wieder statt ‒ wie hier 2019.

Frank Hammerschmidt

Als der Lausitzring im August 2000 seine Pforten öffnete, wurde das beschauliche Klettwitz zur Heimat für Motorsport. Der EuroSpeedway, wie er auch genannt wird, wurde zum Austragungsort für Rennen der DTM, der Historischen Formel-1 und anderer PS-intensiver Wettbewerbe.

Doch die Dezibelzahl in der Niederlausitz wurde nicht nur von Motoren in die Höhe getrieben. Auch die Gitarrenverstärker liefen in dem Oval immer wieder heiß. Wir blicken zurück auf einige der legendärsten Konzerte auf dem Lausitzring.

AC/DC (16. Juni 2001)

Der Gitarrist Angus Young (l.) und Sänger Brian Johnson von AC/DC 2001 bei ihrem Konzert am EuroSpeedway Lausitz.

Gitarrist Angus Young (l.) und Sänger Brian Johnson von AC/DC im Jahr 2001 bei ihrem Konzert am EuroSpeedway Lausitz.

lbn / dpa

Es war das erste Open-Air-Konzert auf dem Lausitzring – und das wohl denkwürdigste: AC/DC. Am 16. Juni 2001 verwandelten die australischen Rock’n’Roll-Legenden den frisch eröffneten Speedway für einen Abend in den „Highway to Hell“. Ihre „Stiff Upper Lip“-Tour führte die Mannen um Gitarrist Angus Young damals nach Klettwitz, genau wie 65.000 Fans. Wer eine der 99,50 Mark teuren Karten ergatterte, hatte zwar erstmal drei Stunden im Stau zu stehen. Bis auf fünf Kilometer wuchs der auf dem Weg zur Rennstrecke an.

Doch das Warten hatte sich gelohnt: Los ging es mit den Toten Hosen und der Thrash-Metal-Band Megadeth. AC/DC betrat gegen 20.40 Uhr die Bühne und stimmte mit „Stiff Upper Lip“ den ersten von insgesamt 20 Riff-reichen Songs an. Sein Ende fand das Rockspektakel rund zwei Stunden später mit einem großen Feuerwerk.

Herbert Grönemeyer (18. Juni 2004)

Herbert Grönemeyer 2004 bei einem Open-Air-Konzert in Würzburg. Im selben Jahr stand der Sänger auch vor 55.000 Fans auf dem Lausitzring.

Herbert Grönemeyer 2004 bei einem Open-Air-Konzert in Würzburg. Im selben Jahr stand der Sänger auch vor 55.000 Fans auf dem Lausitzring.

Peter Roggenthin / lby / dpa/

Ziemlich genau drei Jahre nach dem Auftaktkracher mit AC/DC war der Lausitzring erneut Schauplatz eines musikalischen Großereignisses. Knapp 55.000 lockte es am 18. Juni 2004 in das riesige Oval. Der Grund: Herbert Grönemeyer. Der Sänger reiste damals auf seiner „Das Beste von gestern bis Mensch“-Tour durch Deutschland. Wobei der Fokus wohl mehr auf dem Westen des Landes lag. Der Auftritt auf dem EuroSpeedway, eines von sechs Zusatzkonzerten der Tour, war jedenfalls das einzige Open-Air-Konzert Grönemeyers in Ostdeutschland in dem Jahr.

Für 33,50 Euro gab es damals einen Stehplatz. Wer sitzen wollte, musste 41,55 Euro berappen. Beides eröffnete den Blick auf eine wahrlich riesige Bühne, die 50 Meter breit war und 20 Meter in die Höhe ragte. Nicht nur das: Ein Laufsteg führte auf über 30 Meter direkt in die Menschenmenge. Grönemeyer wusste sie für Hits wie „Männer“, „Bochum“ und „Mensch“ bestens zu nutzen.

Böhse Onkelz (17. und 18. Juni 2005)

Ein Fan der Band Böhse Onkelz im Publikum zeigt am 19.06.2015 in Hockenheim (Baden-Württemberg) auf dem Konzert sein Tattoo mit dem Logo der Band. Etwa 100 000 Zuschauer verfolgen das erste von vier Konzerten der Hardrock-Band Böhse Onkelz auf dem Hockenheimring. Foto: Daniel Naupold/dpa ++ +++ dpa-Bildfunk +++

Ein Fan der Band Böhse Onkelz: 2005 lockte die Band mehr als 100.000 von ihnen auf den Lausitzring für ein Abschiedsfestival.

Daniel Naupold / dpa

Die Zeichen standen 2005 auf Abschied. Nach 25 Jahren sollte es das gewesen sein für die Böhsen Onkelz. Ein Konzert reichte der Band da offenbar nicht aus. Gleich ein ganzes Festival sollte es sein. Am 17. und 18. Juni war es dann so weit: Für ihre beiden Abschiedskonzerte lud die Gruppe aus Frankfurt am Main an den Lausitzring.

Die Festival-Tickets für 70 Euro waren damals innerhalb von nur 27 Tagen vergriffen. Fans, die zu spät dran waren, mussten auf Ebay mit Preisen bis zu 500 Euro pro Karte vorliebnehmen. Nicht wenige dürften den Wucher in Kauf genommen haben. Die Polizei Brandenburg schätzte damals, dass über 120.000 Camper und 20.000 Tagesbesucher nach Klettwitz kamen.

Tatsächlich konnte sich das Line-up sehen lassen: Neben Sub7even traten am ersten Tag des Festivals auch die Rock-Legenden von Motörhead und Machine Head auf. Am zweiten Tag eröffneten dann die fränkische Fun-Metal-Band J.B.O. und In Extremo für die Onkelz. Die sollten sich jedoch nicht endgültig verabschieden. Neun Jahre später luden sie nämlich zu zwei Comeback-Konzerten. Diesmal allerdings auf dem Hockenheimring.

Nena (8. Juni 2019)

Spielte 2019 ein Konzert auf dem Lausitzring: Nena

Ließ 2019 bei ihrem Konzert auf dem Lausitzring „99 Luftballons“ fliegen: Sängerin Nena.

Frank Hammerschmidt

In Sachen Konzerte folgte auf dem Lausitzring dann lange: nichts. Das erste musikalische Freiluft-Event seit Jahren fand dort erst wieder im Jahr 2019 statt. Für das große Pfingst-Open-Air am 8. Juni war die Berliner Indie-Pop-Gruppe Mia in die Lausitz geladen worden. Highlight auf der Bühne war jedoch die deutsche Popikone Nena.

Sie war damals auf ihrer „Nichts Versäumt“-Tour unterwegs und feierte ihr 40. Bühnenjubiläum. Die Sängerin ließ „99 Luftballons“ vor rund 5000 Fans fliegen. Unter ihnen waren besonders viele Familien. Auf die hatten es die Organisatoren des Open-Airs besonders abgesehen. So kostete eine Karte damals 50 Euro, Kinder bis einschließlich zwölf Jahren hatten jedoch freien Eintritt.

Unterwegs in der Lausitz
Donnerstag um 18.00 Uhr
Warum kommt die Bahn zu spät? Was bringt ein Tempolimit auf der Autobahn? Wir berichten über Mobilität in unserer Region - und darüber hinaus.