Lausitz Festival 2025: Von Shakespeare zu Weill – das ist geplant und das ist neu

Programm-Vorstellung des Lausitz Festival 2025: Rund 30 Veranstaltungen sind in Südbrandenburg und Sachsen geplant.
Helena Dolderer/dpa- Lausitz Festival 2025 vom 24.8. bis 14.9., rund 30 Veranstaltungen in Südbrandenburg und Sachsen.
- Highlights: Shakespeare-Bearbeitung, Heiner Müller Stück, Krabat-Oper und Arvo Pärt Konzert.
- Festivalleiter Daniel Kühnel betont Kultur und Gemeinschaft trotz gekürzter Mittel.
- Sachsens Ministerpräsident und Brandenburgs Staatskanzlei-Chefin unterstützen die Initiative.
- Tickets und Programm unter www.lausitz-festival.eu.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Was das Festival bewirken kann, schildert Kristin Rege-Uschner, die Leiterin der Brikettfabrik „Louise“ in Domsdorf. Domsdorf sei als Ort eigentlich mit der Kohle gestorben, seit die Brikettfabrik 1991 geschlossen worden war. Und die Nutzung des heutigen Technikdenkmals als Spielort für das Lausitz Festival sei ein Zeichen der Hoffnung, der Transformation. Und ein Zeichen der Wertschätzung für die Menschen vor Ort.
Statt der drei B, die in Domsdorf lange Zeit die Veranstaltungen geprägt hätten, nämlich Blasmusik Bratwurst und Bier, gibt es nun am 24. August zur Eröffnung des Lausitz Festivals Shakespeare. In einer Bearbeitung des Wiener Autoren Michael Sturminger werden dessen Sonette in einem musikalisch-poetischen Theaterabend als „Sonettfabrik“ auf die Bühnen gebracht.
Der Regisseur, der zum ersten Mal in der Lausitz ist, schwärmt bei der Vorstellung des Programms von den großen Bildern, die er in der Fabrik mitten im Wald vorgefunden hat, an einem „magischen Ort“. An der besseren Erreichbarkeit der Spielorte des Festivals arbeite man gemeinsam mit den Touristikern noch, erklärt Maria Schulz, die Geschäftsführerin des Festivals.
Lausitz Festival: Heiner Müller im Besucherbergwerk F60 in Lichterfeld
Im sechsten Jahr des zu Beginn heftig angefeindeten Festivals, das als Kooperation der Bundesländer Sachsen und Brandenburg das Lausitzer Gebiet zwischen Cottbus und Bautzen bespielt und von den Strukturwandelfördermitteln des Bundes profitiert, bleiben Intendant Daniel Kühnel und sein Team dem erklärten Ziel treu, Hochkultur in Orte in der Lausitz zu bringen, die sonst nicht unbedingt zu den Hotspots gehören.
Mit dabei in diesem Jahr das Besucherbergwerk F60 in Lichterfeld mit seiner monumentalen, 500 Meter langen Abraumförderbrücke. Hier inszeniert Michael Höppner mit Müller & Müller ein Stück über die Beziehung zwischen Heiner und Inge Müller. Das Dichterstarpaar der DDR hatte mit dem „Klettwitzer Bericht“ 1958 Zusammenbruch und Reparatur der alten Förderbrücke begleitet. In einem interaktiven Theaterprojekt am Originalort bekommen die Besucher am 12. September mittels Kopfhörer Texte der beiden Müllers auf die Ohren, während sie sich, zum Teil in einer Nachtführung, auf dem Gelände bewegen können.
Mindestens ebenso populär dürfte die von Marius Felix Lange komponierte Familienoper nach Motiven der sorbischen Volkssage Krabat sein, die am 13. September im Gerhart-Hauptmann-Theater Zittau-Görlitz uraufgeführt wird.
Die sehr gelobte Inszenierung von Shakespeares „Othello/Die Fremden“ von Marcel Kohler in der Telux-Fabrik in Weißwasser wird wegen des großen Erfolgs in diesem Jahr noch einmal aufgenommen. Und Hasko Weber, der Interimsintendant am Staatstheater in Cottbus, gibt mit einer szenischen Lesung von Juli Zehs Erfolgsroman „Zwischen Welten“ am 29. August seinen Einstand.
Geburtstagskonzert für Arvo Pärt, europaweit übertragen
Neben den Theaterangeboten hat das Festival mit Tanz und Konzerten, Ausstellungen und einem Lausitz Labor, das in Kooperation mit der ZEIT Stiftung drei Tage Philosophie in Cottbus bietet, ein breites Spektrum im Angebot. Der südafrikanische Superstar William Kentridge zeigt im Brandenburgischen Landesmuseum in Cottbus eine neue Filmreihe „Self Porträt as a Coffee Pot“, die während der Corona-Zeit entstand und bei der vergangenen Biennale in Venedig gefeiert wurde.
Und der estnische Komponist Arvo Pärt wird zu seinem 90. Geburtstag mit einem großen Konzert in der Pfarrkirche St. Peter und Paul in Görlitz gefeiert - die Aufführung wird von Arte europaweit gestreamt. Zum Abschluss des Festivals gibt es dann noch eine Hommage an Kurt Weill, dessen Geburtstag sich zum 125. Mal jährt, gesungen von Ute Lemper.
Mit deutlich gekürzten Bundesmitteln seien Open Air Großereignisse bei freiem Eintritt, so wie 2024 beim Stadtfest in Görlitz, nicht mehr darstellbar, so Daniel Kühnel auf Nachfrage. Er baue aber darauf, dass das Festival unter dem Inspirationswort „unsbewusst“ ein Signal für das „Wir“ und die Gemeinschaft setze und für jeden etwas zu bieten habe. Es gehe nicht nur darum, aus der Region „einen Standort für erneuerbare Energien zu machen, sondern dass das Herz, dass die Seele auch angesprochen werden muss“, meinte auch Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) bei der Programmvorstellung in der sächsischen Landesvertretung.
Und Brandenburgs Staatskanzlei-Chefin Kathrin Schneider (SPD), die den verhinderten Ministerpräsidenten Dietmar Woidke vertrat, fügte hinzu. „Die Botschaft ist klar: Die Lausitz verändert sich. Sie ist interessant, weltoffen und voller Überraschungen.“
Lausitz-Festival: 24.8. - 14.9., Programm und Tickets unter www.lausitz-festival.eu. Der Ticketverkauf für die rund 30 Veranstaltungen in Südbrandenburg und Ostsachsen hat begonnen.


